Das Museo della Carta ist kein nachgebautes Schaudepot, sondern eine echte Papiermühle aus dem 13. Jahrhundert: die frühere Mühle der Familie Milano an der Via delle Cartiere, der „Straße der Papiermühlen“ hinter Amalfi. 1969 machte Nicola Milano daraus ein Museum — mit dem Ergebnis, dass hier bis heute Wasserräder, Hammerwerk und Schöpfbottiche funktionieren, wo andernorts nur Vitrinen stehen. Wie Amalfi über die arabische Welt zu einem der ersten Papierzentren Europas wurde und warum das Hochwasser von 1954 fast alle Mühlen auslöschte, erzählt der Beitrag zur Papierherstellung in Amalfi — hier geht es um den Besuch selbst.
Was zu sehen ist
Der Rundgang führt durch die Gewölbe der alten Mühle, in denen die originale Technik noch mit Wasserkraft läuft: Der Bach Canneto treibt die Räder an, das hölzerne Hammerwerk zerstampft Lumpen zu Faserbrei, und am Schöpfbottich zeigt das Personal, wie mit dem Sieb ein Bogen carta bambagina entsteht — bei den meisten Führungen dürfen Besucher selbst kurz Hand anlegen. Dazu kommen historische Pressen, Trockenböden und eine kleine Sammlung alter Wasserzeichen und Dokumente. Für den Besuch reichen rund 45 Minuten; im Museumsshop gibt es handgeschöpftes Amalfi-Papier, unter anderem aus der Manufaktur Amatruda — Büttenkarten, Notizbücher und Briefpapier als Mitbringsel mit Substanz.
Öffnungszeiten, Eintritt und Führungen
Ab März ist das Museum täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, im Winter gelten reduzierte Zeiten mit einer Schließpause im Januar und Februar (Stand: Juli 2026). Das Standardticket kostet 7 € und schließt die Führung bereits ein — besichtigt wird grundsätzlich geführt, einzeln durch die Mühle laufen kann man nicht. Führungen finden auf Italienisch und Englisch statt, auf Anfrage und nach Verfügbarkeit auch auf Deutsch. Wer tiefer einsteigen will, bucht die „Handmade Paper Experience“ für 15 bis 20 €: eine erweiterte Führung, bei der jeder Teilnehmer einen eigenen Bogen Papier schöpft und mitnimmt. Tickets gibt es an der Kasse auch am Besuchstag; online lässt sich nur bis 48 Stunden vorher buchen.
Lage und Kombination mit dem Valle dei Mulini
Von der Piazza Duomo sind es rund 10 Minuten zu Fuß: immer geradeaus landeinwärts, die Hauptgasse wird zur Via Pietro Capuano und schließlich zur Via delle Cartiere. Das Museum liegt damit genau am Einstieg ins Valle dei Mulini — die naheliegendste Kombination überhaupt: erst die funktionierende Mühle ansehen, dann am Canneto-Bach zu den Ruinen der übrigen Papiermühlen und weiter Richtung Naturreservat Valle delle Ferriere wandern. Wer danach zurück im Ort ist, hat mit dem Duomo di Amalfi und dem Chiostro del Paradiso die beiden anderen Pflichtpunkte Amalfis in wenigen Gehminuten.
Namensgeberin der Küste — einst mächtige Seerepublik, heute kleiner Hauptort der Costiera mit Dom, engen Gassen und einem belebten Hafen.



