Der Chiostro del Paradiso entstand zwischen 1266 und 1268 im Auftrag von Erzbischof Filippo Augustariccio — als Friedhof für Adelige und verdiente Bürger der Seerepublik Amalfi. Der Name geht auf den mittelalterlichen Brauch zurück, einen Begräbnisort neben einer bedeutenden Kirche als „Paradies“ zu bezeichnen. Bestattet wurde hier bis ins frühe 16. Jahrhundert; danach verfiel die Anlage, bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts restauriert wurde. Der Palmengarten im Innenhof stammt vermutlich von 1908.
Architektur: 120 Säulen, verflochtene Bögen
Charakteristisch sind die verflochtenen weißen Spitzbögen, getragen von 120 schlanken Doppelsäulen — eine Form, die arabische Vorbilder mit romanischer Bautradition verbindet und in Süditalien nur an wenigen Orten erhalten ist. Sie erinnert daran, wie eng Amalfi als Handelsrepublik mit der arabischen Welt verflochten war. In den Arkadengängen stehen römische Sarkophage, die im Mittelalter als Grabkästen weiterverwendet wurden, an den Wänden hängen Fragmente mittelalterlicher Fresken.
Besuch: Eintritt, Rundgang, Dauer
Der Kreuzgang ist Teil des Museumsrundgangs am Dom von Amalfi: Das Ticket für den Gesamtkomplex (4 €, ermäßigt 2 € für 6–17 Jahre, Stand: Juli 2026) führt vom Chiostro über die Basilica del Crocifisso mit dem Diözesanmuseum und die Krypta des heiligen Andreas in den Dom. Im Sommer ist der Komplex etwa von 9 bis 19 Uhr geöffnet, im Winter deutlich kürzer. Für den Kreuzgang selbst reichen 20 bis 30 Minuten — zusammen mit Dom und Krypta sollte man rund eine Stunde einplanen. Der Rundgang lässt sich gut mit einem Bummel durch die Gassen von Amalfi oder einem Abstecher ins Valle dei Mulini verbinden.
Namensgeberin der Küste — einst mächtige Seerepublik, heute kleiner Hauptort der Costiera mit Dom, engen Gassen und einem belebten Hafen.







