Der Chiostro del Paradiso entstand zwischen 1266 und 1268 im Auftrag von Erzbischof Filippo Augustariccio, als Friedhof für Adelige und verdiente Bürger der Seerepublik Amalfi. Der Name geht auf den mittelalterlichen Brauch zurück, einen Begräbnisort neben einer bedeutenden Kirche als „Paradies“ zu bezeichnen. Bestattet wurde hier bis ins frühe 16. Jahrhundert, dann wurde der Friedhof aus hygienischen Gründen geschlossen; im 17. Jahrhundert war die Anlage aufgegeben und verfiel, bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts restauriert wurde. Der Palmengarten im Innenhof stammt vermutlich von 1908. Seit 2006 ist der Kreuzgang die erste Station des Museumsrundgangs am Dom.
Architektur: 120 Säulen, verflochtene Bögen
Charakteristisch sind die verflochtenen weißen Spitzbögen, getragen von 120 schlanken Marmorsäulen in Doppelreihe. Die Form verbindet arabische Vorbilder mit romanischer Bautradition und ist in Süditalien nur an wenigen Orten erhalten. Sie erinnert daran, wie eng Amalfi als Handelsrepublik mit der arabischen Welt verflochten war. Die vier Arkadengänge sind mit Kreuzrippengewölben gedeckt und umschließen den quadratischen Palmengarten; in die Gänge öffnen sich sechs Kapellen ehemaliger Adelsfamilien.
Sehenswert sind vor allem die Freskenreste: In der Kapelle der Kreuzigung an der Südseite hängt eine Kreuzigungsszene aus dem frühen 14. Jahrhundert, die Roberto d'Oderisio zugeschrieben wird; die Soldaten tragen Rüstungen der Anjou-Zeit. Weitere Fragmente aus dem 14. Jahrhundert werden der Werkstatt Pietro Cavallinis zugeordnet. In den Gängen stehen antike Sarkophage, die im Mittelalter als Grabkästen weiterverwendet wurden, darunter ein Relief mit dem Raub der Proserpina (nach gängiger Lesart aus Paestum nach Amalfi gebracht) und ein römischer Sarkophag mit der Hochzeit von Peleus und Thetis. Dazu kommen Marmorreliefs des 15. und 16. Jahrhunderts, etwa eine Madonna della Neve an der Ostwand.
Eintritt, Öffnungszeiten und Rundgang
Der Kreuzgang hat keinen eigenen Eintritt, sondern ist Teil des Museumsrundgangs am Dom von Amalfi: Das Ticket für den Gesamtkomplex kostet 4 €, ermäßigt 2 € für Kinder von 6 bis 17 Jahren. Der Rundgang führt in fester Reihenfolge vom Chiostro in die Basilica del Crocifisso mit dem Diözesanmuseum, hinab in die Krypta mit dem Grab des Apostels Andreas und endet im Hauptschiff der Kathedrale. Bezahlt wird am Kassenhäuschen links neben der Domfassade, oben am Ende der 62 Stufen (Stand: September 2026).
Die Öffnungszeiten hängen von der Saison ab (Angaben der Gemeinde Amalfi, jeweils letzter Einlass): Im Juli und August ist der Komplex von 9 bis 19:30 Uhr geöffnet, von März bis Juni und vom 1. September bis 2. November von 9 bis 18:30 Uhr. Vom 3. November bis 24. Dezember gilt die Winterzeit mit Öffnung nur von 10 bis 14:30 Uhr, vom 26. Dezember bis 6. Januar ist wieder von 9 bis 18:30 Uhr geöffnet. Vom 7. Januar bis 28. Februar bleibt der Museumsrundgang samt Kreuzgang geschlossen; die Kathedrale selbst ist dann nur zu den Gottesdienstzeiten zugänglich. Vor einem Winterbesuch die Zeiten auf der Website des Museo Diocesano Amalfi prüfen; ältere Angaben im Netz (etwa 3 € Eintritt oder durchgehende Winteröffnung) sind überholt (Stand: September 2026).
Für den Kreuzgang selbst reichen 20 bis 30 Minuten, zusammen mit Museum, Krypta und Dom sollte man rund eine Stunde einplanen. Der Innenhof ist offen, in den Arkaden ist es aber auch im Hochsommer angenehm schattig.
Anreise, Parken und Barrierefreiheit
Der Eingang liegt an der Piazza Duomo, dem zentralen Platz von Amalfi, rund fünf Gehminuten vom Busterminal und Fähranleger am Hafen. SITA-Busse aus Salerno (ca. 75 Minuten, Ticket 2,80 €) und Sorrent halten dort; aus Ravello kostet der Bus 1,50 €. Entspannter ist in der Saison die Fähre von Salerno (ca. 35 Minuten direkt, ca. 12 €). Mit dem Auto ist die Anfahrt über die SS163 im Sommer zäh; das Gemeinde-Parkhaus Luna Rossa am Ortseingang Richtung Atrani kostet in der Saison tagsüber 5 € pro Stunde, in den ersten beiden Stunden je 7 €. Für einen Tagesbesuch sind Fähre oder Bus fast immer die bessere Wahl (Stand: September 2026).
Zur Barrierefreiheit: Der Kreuzgang liegt auf Höhe des Domatriums, also oberhalb der 62 Stufen der Domtreppe. Einen stufenlosen Zugang gibt es nicht; für Rollstuhlfahrer ist der Komplex damit praktisch nicht erreichbar. Innerhalb des Rundgangs kommen weitere Treppen hinzu, vor allem hinab in die Krypta und wieder hinauf in die Kathedrale. Der Kreuzgang selbst ist eben und mit wenigen Schritten zu bewältigen; den Rest des Rundgangs kann man bei Bedarf abkürzen.
Kombinieren: Was in der Nähe liegt
Der Besuch lässt sich gut mit einem Bummel durch die Gassen von Amalfi verbinden: Von der Piazza Duomo führt die Via Pietro Capuano ins Tal, nach etwa zehn Minuten erreicht man das Museo della Carta in einer alten Papiermühle, dahinter beginnt das Valle dei Mulini mit den Mühlenruinen. Das Nachbardorf Atrani ist in gut zehn Gehminuten erreichbar. Für mehr mittelalterliche Baukunst lohnt die Busfahrt hinauf nach Ravello: Der Kreuzgang der Villa Rufolo zeigt dieselben arabisch beeinflussten Bogenformen wie der Chiostro del Paradiso.
Typische Fehler beim Besuch
- Freien Zugang erwarten: Zu den Gottesdienstzeiten (morgens bis 10 Uhr, abends ab 17 Uhr) ist die Kathedrale kostenlos zugänglich, der Kreuzgang aber nicht. Für ihn braucht man das Ticket, und zwar innerhalb der Museumszeiten.
- Winterbesuch ohne Prüfung: Vom 7. Januar bis 28. Februar ist der Rundgang geschlossen, vom 3. November bis 24. Dezember nur bis 14:30 Uhr geöffnet (Stand: September 2026).
- Mittagszeit: Zwischen 11 und 16 Uhr ist die Piazza Duomo voll und der Kreuzgang von Gruppen belegt; die Ruhe, für die der Ort bekannt ist, gibt es dann nicht.
- Kleidung: Der Rundgang endet in der Kathedrale, Schultern und Knie sollten also bedeckt sein, sonst kann der Zutritt verweigert werden.
Häufige Fragen zum Chiostro del Paradiso
- Kostet der Chiostro del Paradiso Eintritt?
Ja. Der Kreuzgang ist nur mit dem Ticket für den Domkomplex zugänglich: 4 €, ermäßigt 2 € für 6- bis 17-Jährige (Stand: September 2026). Enthalten sind auch Diözesanmuseum, Krypta und Kathedrale.
- Wann ist der Chiostro del Paradiso geöffnet?
Je nach Saison: Juli und August 9 bis 19:30 Uhr, März bis Juni und 1. September bis 2. November 9 bis 18:30 Uhr, 3. November bis 24. Dezember nur 10 bis 14:30 Uhr, 26. Dezember bis 6. Januar wieder 9 bis 18:30 Uhr (jeweils letzter Einlass). Vom 7. Januar bis 28. Februar ist der Rundgang geschlossen (Stand: September 2026).
- Wie kommt man zum Chiostro del Paradiso?
Der Eingang liegt links neben der Domfassade an der Piazza Duomo, oben am Ende der 62 Stufen. Vom Hafen mit Busterminal und Fähranleger sind es rund fünf Gehminuten. Aus Salerno fährt der SITA-Bus (2,80 €) oder die Fähre (ca. 12 €, 35 Minuten).
- Lohnt sich der Chiostro del Paradiso?
Für 4 € gibt es den ruhigsten Ort der Altstadt, mittelalterliche Fresken, antike Sarkophage und obendrein Museum, Krypta und Dom. Mehr als eine Stunde braucht man nicht, am besten kommt man direkt zur Öffnung (meist 9 Uhr, vom 3. November bis 24. Dezember 10 Uhr).
- Wie lange dauert der Besuch?
Für den Kreuzgang allein 20 bis 30 Minuten. Mit Basilica del Crocifisso, Krypta und Kathedrale sollte man rund eine Stunde einplanen.
Amalfi ist der Hauptort und Verkehrsknoten der Küste: Dom mit 62 Stufen, Fähren nach Salerno, Positano und Capri, SITA-Busse in alle Richtungen — und zwischen 11 und 16 Uhr voll bis an den Rand.







