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Geschichte

Die Seerepublik Amalfi

Zwischen dem 9. und dem 12. Jahrhundert war Amalfi eine der vier großen Seerepubliken Italiens — mit Handelsstützpunkten bis Konstantinopel und Alexandria.

7 Min. LesezeitAktualisiert 30. April 2026

Die Seerepublik Amalfi entstand im 9. Jahrhundert als de facto unabhängige Stadt unter dem Schutz von Byzanz. Sie war damit die früheste der vier italienischen Seerepubliken — vor Pisa, Genua und Venedig. Auf dem Höhepunkt im 11. Jahrhundert hatte Amalfi geschätzt 50.000 – 70.000 Einwohner und Handelsniederlassungen in Konstantinopel, Antiochia, Jerusalem, Alexandria und Tunis.

Handel und Innovationen

Amalfis Schiffe brachten Gewürze, Seide und Goldstoffe aus dem Orient nach Westen. Die Stadt wurde zu einem der wichtigsten Bindeglieder zwischen den Welten von Byzanz, dem Islam und dem lateinischen Christentum. Die Tabula Amalphitana — das amalfitanische Seerecht — galt jahrhundertelang im gesamten Mittelmeerraum als Standard. Aus derselben Zeit stammt auch die Papierherstellung, die über arabische Vermittlung in die Valle dei Mulini kam.

Die Erfindung des Kompasses

Die Tradition schreibt Flavio Gioia aus Amalfi die Erfindung des magnetischen Schiffskompasses um 1300 zu. Tatsächlich war der Kompass in China schon früher bekannt; was Amalfi vermutlich beisteuerte, war die Verbindung von Magnetnadel und Windrose zum stationären Schiffskompass — eine technische Voraussetzung für die spätere atlantische Seefahrt. Eine Statue Flavio Gioias steht heute an der Hafenpromenade.

Niedergang

Der Abstieg begann mit der normannischen Eroberung 1131 unter Roger II. Pisa plünderte die Stadt 1135 und 1137. Den endgültigen Niedergang brachte die Naturkatastrophe vom 24. November 1343: Ein Seebeben mit Tsunami zerstörte den Hafen und große Teile der Unterstadt. Was an Stadt überliefert war, lag plötzlich unter Wasser. Amalfi schrumpfte zu dem kleinen Ort, den wir heute kennen.