1077 eroberte der Normanne Robert Guiskard die langobardische Stadt Salerno. Damit endete eine fast 500-jährige langobardische Eigenständigkeit — und begann der Aufstieg Salernos zum politischen und intellektuellen Zentrum Süditaliens. Wenige Jahre später ließ Robert das Castello di Arechi ausbauen und gründete den heutigen Dom, der bis heute prägt, wie die Stadt aussieht.
Die Schule von Salerno
Schon vor der normannischen Eroberung war Salerno ein Zentrum der Heilkunde. Die Schola Medica Salernitana ist die älteste belegte medizinische Schule Europas — sie verband griechische, lateinische, jüdische und arabische Tradition. Im 11. und 12. Jahrhundert kamen Studenten aus ganz Europa nach Salerno, um Medizin zu lernen. Die Schule blieb über 800 Jahre bestehen und wurde erst 1811 durch Joachim Murat aufgehoben.
Die Staufer
Über die Heirat Heinrichs VI. mit Konstanze von Sizilien (1186) ging das normannische Königreich an die Staufer über. Friedrich II., geboren 1194 in Iesi, regierte ab 1198 — und machte Süditalien zu einem ungewöhnlich modernen Verwaltungsstaat. Salerno blieb wichtige Hafenstadt; das Castello di Arechi wurde militärisch ausgebaut.
Das Ende und was bleibt
1266 verlor Manfred — Friedrichs Sohn — die Schlacht bei Benevent gegen Karl von Anjou. Süditalien fiel an die Franzosen, Salerno verlor an politischer Bedeutung. Was blieb, ist sichtbar in der Stadt: der romanische Dom, das Castello di Arechi, einzelne Türme entlang der Küste — und der Name der Schule von Salerno als ältester Universität Europas.





