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Geschichte

Die Papierherstellung in Amalfi

Im 13. Jahrhundert übernahm Amalfi von der arabischen Welt die Papierherstellung — und produzierte sie bis ins 19. Jahrhundert in den Mühlen des Valle dei Mulini.

5 Min. LesezeitAktualisiert 30. April 2026

Die Papierherstellung kam im Mittelalter aus China über die islamische Welt nach Europa. Amalfi gehört zu den ersten europäischen Orten, an denen sie nachweisbar industriell betrieben wurde — die ältesten erhaltenen Dokumente auf carta amalphitana (Amalfi-Papier) stammen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Das Valle dei Mulini

Hinter Amalfi steigt ein enges Tal — das Valle dei Mulini — in die Berge. Der Bach Canneto trieb über Jahrhunderte die Wasserräder von rund 15 Papiermühlen an. Lumpen aus Baumwolle und Leinen wurden hier zerstampft, in Wasser eingeweicht und in Sieben zu Bögen geschöpft. Das Klima war günstig, das Wasser sauber, das Gefälle ausreichend — eine ideale Konstellation.

Niedergang und Tradition

Im 19. Jahrhundert wurde die handwerkliche Produktion von industrieller Papierherstellung verdrängt; mehrere Mühlen wurden bei Hochwassern zerstört. Heute existiert in Amalfi noch eine traditionell arbeitende Werkstatt, Cartiera Amatruda, die seit dem 14. Jahrhundert in Familienbesitz ist und handgeschöpftes Papier herstellt — als hochwertiges Schreib- und Künstlerpapier.

Museum und Spaziergang

Das Museo della Carta in Amalfi (Eintritt ca. 4 €) zeigt eine restaurierte mittelalterliche Mühle in Funktion und erklärt das Verfahren. Der Spaziergang das Valle dei Mulini hinauf — vorbei an den überwucherten Mühlenruinen — ist eine der ruhigsten Routen in Amalfi.