
Geschichte der Amalfiküste und Salernos
Magna Graecia, Seerepublik Amalfi, Normannen und Staufer, Grand Tour — wie die Region zu dem geworden ist, was sie heute ist.
Vier Linien durchziehen die Geschichte der Region: die griechische Kolonisation mit Paestum als steinernem Zeugnis, die mittelalterliche Seerepublik Amalfi mit ihrem Mittelmeerhandel und der Papierherstellung im Valle dei Mulini, die Zeit der Normannen und Staufer, in der Salerno an Bedeutung gewann, und die Grand Tour des 18. und 19. Jahrhunderts, die das nordeuropäische Italienbild bis heute prägt.

Die Seerepublik Amalfi
Zwischen dem 9. und dem 12. Jahrhundert war Amalfi eine der vier großen Seerepubliken Italiens — mit Handelsstützpunkten bis Konstantinopel und Alexandria.

Paestum und die Magna Graecia
Lange bevor Rom Süditalien beherrschte, war die Region zwischen Salerno und der kalabrischen Spitze griechisches Siedlungsgebiet — die Magna Graecia.

Normannen und Staufer in Salerno
Zwischen 1076/77 und 1266 regierten erst Normannen, dann Staufer über Salerno. Aus dieser Zeit stammen der Dom, der Ruf der ältesten Medizinschule Europas — und die Verwüstung von 1194, von der sich die Stadt lange nicht erholte.

Die Papierherstellung in Amalfi
Amalfi gehörte zu den ersten Papierzentren Europas: Die Technik kam über die arabische Welt, geschöpft wurde in den Wassermühlen des Valle dei Mulini — eine Werkstatt arbeitet bis heute.

Die Amalfiküste auf der Grand Tour
Im 18. und 19. Jahrhundert gehörten Paestum, Amalfi und Ravello zum Pflichtprogramm gebildeter Reisender aus Nordeuropa. Goethe, Ibsen, Wagner: Ihre Reisen prägen das Bild der Küste bis heute.

Regata delle Antiche Repubbliche Marinare
Seit 1956 tragen Amalfi, Genua, Pisa und Venedig jedes Jahr ein Ruderrennen samt Festumzug aus — im Wechsel in einer der vier Städte. 2025 war Amalfi Gastgeber, turnusgemäß wieder 2029.

Festa di Sant’Andrea in Amalfi
Zweimal im Jahr trägt Amalfi seinen Schutzpatron, den Apostel Andreas, durch die Stadt — und am Ende im Laufschritt die 62 Domstufen hinauf. Eines der eindrucksvollsten Feste der Amalfiküste.

Das Ravello Festival
Seit 1953 findet jeden Sommer in den Gärten der Villa Rufolo eines der berühmtesten Klassik-Festivals Europas statt — auf einer Bühne, die frei über der Amalfiküste schwebt.

Die Strada Statale 163 – die Amalfitana
50 Kilometer Küstenstraße zwischen Vietri sul Mare und Meta — ab 1832 unter Ferdinand II. in den Fels geschlagen und bis heute eine der berühmtesten Panoramastraßen Europas.

Neapolitanische Musik an der Küste
„’O sole mio“, „Funiculì funiculà“, „Torna a Surriento“ — die berühmtesten italienischen Lieder stammen aus diesem Landstrich. Wo sie entstanden, wer sie wirklich schrieb und wo man sie heute noch live hört.