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Geschichte

Die Strada Statale 163 – die Amalfitana

50 Kilometer Küstenstraße zwischen Vietri sul Mare und Meta — ab 1832 unter Ferdinand II. in den Fels geschlagen und bis heute eine der berühmtesten Panoramastraßen Europas.

6 Min. LesezeitAktualisiert 5. Juli 2026

Vor dem 19. Jahrhundert war die Amalfiküste praktisch nur per Schiff erreichbar. Die Dörfer klebten an steilen Felswänden, untereinander verbunden durch Maultierpfade und Treppen — darunter Wege, die heute Teil des Sentiero degli Dei sind. 1832 ließ Ferdinand II. von Bourbon, König beider Sizilien, mit den Arbeiten an einer Küstenstraße beginnen — der nach ihm benannten Strada Ferdinandea, der heutigen Strada Statale 163.

Bau über zwei Jahrzehnte

Bourbonische Ingenieure ließen die Trasse in Handarbeit direkt aus dem Kalkstein schlagen — mit kurzen Tunneln, Überhängen über dem Wasser und Brücken über die tiefen Schluchten der valloni, am spektakulärsten am Fiordo di Furore. Ende 1852 war der Abschnitt zwischen Vietri sul Mare und Amalfi fertig, am 12. Januar 1853 wurde er eröffnet. Die Weiterführung über Positano bis Meta di Sorrento folgte erst in den 1890er Jahren. Ihre heutige Nummer trägt die Straße seit 1953 — genau hundert Jahre nach der Eröffnung.

Steinbeck und der Weg zum Welterbe

Berühmt machte die Straße nicht zuletzt John Steinbeck. Im Mai 1953 erschien sein Positano-Essay in Harper’s Bazaar: Die Fahrt über die Amalfitana beschrieb er sinngemäß als Straße, die sich am Rand des Nichts entlangschraube — und Positano als Traumort, der nicht ganz wirklich scheine, solange man dort ist, und erst nach der Abreise verlockend wirklich werde. Der Text machte die Küste im Nachkriegsamerika populär und knüpfte an die Reisetradition der Grand Tour an. 1997 nahm die UNESCO die Costiera Amalfitana als Kulturlandschaft in die Welterbeliste auf — die Straße ist bis heute ihr Rückgrat.

Heute: Schönheit und Stau

Die SS 163 ist rund 50 Kilometer lang, an vielen Stellen kaum sechs Meter breit und fast durchgehend kurvig. In der Saison blockieren sich Linienbusse, Reisebusse und Mietwagen in den Engstellen gegenseitig. Deshalb gilt die targhe-alterne-Regelung: Zwischen Vietri sul Mare und Positano dürfen an Ostern und an Sommer-Wochenenden von 10 bis 18 Uhr nur Pkw mit gerader bzw. ungerader Endziffer im Kennzeichen fahren — im August und September täglich. Für Wohnmobile ist die Strecke ganzjährig gesperrt (Stand: Juli 2026). Details im Beitrag Mietwagen an der Amalfiküste.

So erlebt man die Strada Amalfitana am besten

Am entspanntesten fährt man die Strecke im SITA-Bus: Von Salerno Richtung Amalfi und Positano links sitzen, auf dem Rückweg rechts — dann liegt das Meer direkt unter dem Fenster. Von Frühjahr bis Herbst ist die Fähre die stressfreie Alternative: Sie zeigt die Küste aus der Perspektive, aus der Reisende sie jahrhundertelang sahen. Wer die Straße von oben sehen will, wandert den Sentiero degli Dei oder blickt von den Gärten der Villa Cimbrone in Ravello auf die Küstenlinie hinab.