Vor dem 19. Jahrhundert war die Amalfiküste praktisch nur per Schiff erreichbar. Die Dörfer hingen an steilen Felswänden, untereinander verbunden durch Saumpfade und Treppen — darunter der heutige Sentiero degli Dei. 1832 begann das Königreich beider Sizilien unter Ferdinand II. mit dem Bau einer Küstenstraße — der Strada Regia Amalfitana, heute Strada Statale 163.
Bau über zwei Jahrzehnte
Die Trasse wurde direkt aus dem Fels geschlagen, oft auf in den Hang getriebenen Konsolen. Brücken überspannen die tiefen Schluchten der valloni — am spektakulärsten am Fiordo di Furore. 1854 wurde die durchgehende Verbindung zwischen Vietri sul Mare und Positano fertiggestellt; bis Meta di Sorrento dauerte es noch bis 1899. Federführender Ingenieur war Luigi Giordano.
Heute: Schönheit und Stau
Die SS 163 ist rund 50 Kilometer lang, an vielen Stellen kaum sechs Meter breit, mit über tausend Kurven. Im Sommer ist sie zwischen 10 und 18 Uhr regelmäßig dicht — Linienbusse, Reisebusse und Mietwagen blockieren sich gegenseitig in den Engstellen. Wer fahren will, fährt früh morgens oder abends. Im Juli und August gilt zudem ein zeitweiliges Einbahn-Wechselsystem für Wohnmobile und ein Fahrverbot für Anhänger.


