Positano ist das meistfotografierte Motiv der Amalfiküste — und einer der wenigen Orte, die dem eigenen Bild in echt entsprechen. Pastellfarbene Würfelhäuser stapeln sich einen rund 300 Meter hohen Steilhang hinab bis zur Bucht. Befahrbar ist nur eine Einbahn-Schleife durch den Ort (Viale Pasitea, Via Cristoforo Colombo); alles andere wird zu Fuß erschlossen, über Treppen — Tausende davon.
Was Positano besonders macht
Das Ortsbild ist ein zusammenhängendes Ensemble. Anders als Amalfi hat Positano kein einzelnes Wahrzeichen, sondern wirkt als Ganzes — die Majolika-Kuppel der Santa Maria Assunta aus gelben, grünen und blauen Kacheln ist eher das Zentrum eines Bühnenbilds als ein Solitär. In den Boutiquen entlang der Treppengassen dominieren Leinenkleidung im lokalen Stil (Moda Positano) und handgefertigte Sandalen, die auf Wunsch am Fuß angepasst werden.
Santa Maria Assunta und die römische Villa
Die Pfarrkirche Santa Maria Assunta direkt über der Spiaggia Grande ist frei zugänglich. Im Inneren hängt die byzantinische Ikone der Schwarzen Madonna, der Positano der Legende nach seinen Namen verdankt. Direkt unter der Kirche liegt das MAR Positano (Museo Archeologico Romano): die Reste einer römischen Villa, die beim Vesuvausbruch 79 n. Chr. verschüttet wurde, mit bemerkenswert erhaltenen Fresken. Der Zugang erfolgt in kleinen Gruppen mit Führung (ca. 30 Minuten). Eintritt 15 €, Zahlung nur mit Karte; April bis Oktober täglich 9–21 Uhr, im Winter verkürzte Zeiten (Stand: Juli 2026).
Die zwei Strände
Die Spiaggia Grande ist der zentrale Ortsstrand: dunkler Kies, etwa 300 Meter lang, im Sommer komplett mit Liegen besetzt. Ein freier Abschnitt im westlichen Drittel. Der Blick hinauf auf die Stadt ist legendär. Die ruhigere Alternative ist der Spiaggia di Fornillo — über einen Pfad in 10 Minuten erreichbar, etwas kleiner, mit zwei einfachen Tavernen und derselben Wasserqualität. Wer länger Sonne braucht, fährt mit dem Shuttleboot zur Spiaggia di Arienzo östlich des Orts — dort scheint sie nachmittags am längsten.
Anreise und Mobilität
Im Sommer möglichst per Fähre — aus Salerno (ca. 70–75 Min direkt), Amalfi (ca. 25 Min), Sorrent (ca. 30–40 Min) oder Capri (ca. 30–50 Min). Die Fähren verkehren nur saisonal, von April bis Ende Oktober (einzelne Sorrent-Linien bis Anfang November); im Winter fährt kein Schiff nach Positano. Übersicht unter Fähren an der Amalfiküste.
Der SITA-Bus braucht aus Sorrent rund 50 Minuten, aus Amalfi rund 40 — in der Hochsaison oft so voll, dass er an Zwischenhalten durchfährt. Mit dem Auto über die SS 163 Amalfitana: nicht empfehlenswert. Die Garagen im Ort verlangen 4 – 8 € pro Stunde, Tagessätze 25–30 € (Stand: Juli 2026), und sind im Sommer häufig ausgebucht.
Im Ort: interner Bus und Treppen
Durch den Ort verkehrt der interne Bus von Mobility Amalfi Coast (früher Flavio Gioia) — im Kreis über die Viale Pasitea sowie hinauf nach Montepertuso und Nocelle und weiter nach Praiano. Tickets ca. 1,30 € im Vorverkauf (Tabacchi), 1,80 € an Bord (Stand: Juli 2026). Wichtig für die Planung: Positano ist ein Treppenort. Zwischen Straße und Strand liegen Hunderte Stufen — für Kinderwagen, Rollstuhl oder schwere Koffer ist der Ort kaum geeignet; viele Hotels bieten deshalb Gepäckträger-Service an.
Beste Zeit für den Besuch
Im Juli und August schieben sich zwischen 11 und 17 Uhr Tagesgäste von Ausflugsbooten durch die Gassen. Wer im Ort übernachtet, hat morgens vor 10 und abends nach 18 Uhr fast leere Treppen und das beste Licht. Als Reisezeit sind Mai, Juni, September und Oktober die entspanntere Wahl — mehr dazu unter Beste Reisezeit.
Sentiero degli Dei und Wandern
Positano ist der östliche Endpunkt des berühmten Wanderwegs Sentiero degli Dei — Götterpfad. Wer die klassische Richtung wählt (Bomerano → Nocelle → Positano), endet nach rund 6,5 Kilometern in Nocelle und steigt dann 1.500 Stufen zur Stadt hinab. Knie-fordernd, atemberaubend, kein Schatten — früh starten.











