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Blick über Positano mit der Majolika-Kuppel von Santa Maria Assunta über der Spiaggia Grande
Sehenswürdigkeit · Kirche

Santa Maria Assunta (Positano)

Die Kirche mit der Majolika-Kuppel ist das heimliche Wahrzeichen Positanos — mit byzantinischer Schwarzer Madonna, tausendjähriger Klostergeschichte und einer römischen Villa direkt darunter.

Wer Positano von der Spiaggia Grande aus betrachtet, sieht in der Mitte des Häuserhangs eine Kuppel aus gelben, grünen und blauen Majolika-Kacheln glänzen: Santa Maria Assunta, die Pfarrkirche des Orts. Sie ist kein Solitär wie der Dom von Amalfi, sondern das Zentrum des berühmten Bühnenbilds — und zugleich der älteste Kern des Orts, mit einer Geschichte, die bis zu einer Benediktinerabtei des 10. Jahrhunderts zurückreicht. Der Besuch kostet nichts und lässt sich in einer halben Stunde mit dem Strandgang verbinden.

Die Majolika-Kuppel — Wahrzeichen Positanos

Die Kuppel ist das meistfotografierte Detail Positanos. Ihre polychromen Keramikkacheln stammen aus der Majolika-Tradition der Küste, wie man sie auch in Vietri sul Mare noch heute pflegt; je nach Licht changiert sie zwischen Gelb, Grün und Blau. Am besten wirkt sie von oben — von der Via Cristoforo Colombo an der Ortseinfahrt oder von der Fähre bei der Einfahrt in die Bucht. Der freistehende Glockenturm gegenüber dem Kirchenvorplatz kam erst 1707 hinzu; in seine Wand ist ein mittelalterliches Relief mit Fabelwesen eingemauert, ein Rest des Vorgängerbaus.

Die Schwarze Madonna und die Legende vom Ortsnamen

Über dem Hauptaltar hängt der eigentliche Schatz der Kirche: eine byzantinische Ikone der Muttergottes mit dunklem Antlitz, die Madonna Nera. Wie sie nach Positano kam, ist nicht gesichert — wahrscheinlich brachten Benediktinermönche das Bild im 12. oder 13. Jahrhundert über die Handelsrouten Süditaliens an die Küste.

Die Legende erzählt es schöner: Sarazenische Piraten hätten die geraubte Ikone an Bord gehabt, als vor der Küste eine Flaute (oder ein Sturm) das Schiff stoppte. Eine Stimme rief „Posa, posa!“ — „Leg nieder, leg nieder!“. Kaum war das Bild an Land gebracht, kam das Schiff wieder frei. Aus dem Ruf, so die Erzählung, sei der Name Positano entstanden. Historisch belegt ist das nicht, aber die Geschichte gehört zum Ort wie die Kuppel zum Panorama.

Von der Benediktinerabtei zur Barockkirche

Gegründet wurde die Kirche im 10. Jahrhundert als Teil einer Benediktinerabtei — in der Blütezeit der Seerepublik Amalfi, zu deren Gebiet Positano gehörte. Vom mittelalterlichen Bau ist wenig geblieben: Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche grundlegend barock umgebaut. Heute betritt man einen hellen dreischiffigen Raum mit Seitenkapellen, Stuck in Weiß und Gold und der Ikone im Zentrum. Sehenswert sind außerdem das Gemälde der Beschneidung Christi von Fabrizio Santafede (1599) und die alte Krypta unter dem Chor — bei deren Restaurierung stieß man auf einen Fund, der die Ortsgeschichte um tausend Jahre verlängerte.

Direkt darunter: die römische Villa (MAR Positano)

Unter der Kirche liegen die Reste einer römischen Meervilla, die beim Vesuvausbruch 79 n. Chr. verschüttet wurde — mit bemerkenswert erhaltenen Fresken, darunter Seepferdchen, Greifen und Amoretten. Zugänglich ist die Ausgrabung als MAR Positano (Museo Archeologico Romano) in kleinen Gruppen mit Führung (ca. 30 Minuten). Eintritt 15 €, Zahlung nur mit Karte; April bis Oktober täglich 9–21 Uhr, im Winter verkürzte Zeiten (Stand: Juli 2026). Mehr zur Villa und zum Ort insgesamt im Porträt Positano.

Öffnungszeiten, Eintritt und Besuch

Der Eintritt in die Kirche ist frei. Geöffnet ist täglich etwa von 8 bis 19 Uhr, wobei über Mittag mit einer Schließung oder eingeschränktem Zugang zu rechnen ist; während der Messen ist keine Besichtigung möglich (Stand: Juli 2026). Aktuelle Zeiten und Messordnung nennt die Pfarrei auf chiesapositano.it. Am angenehmsten ist der Besuch morgens vor 10 Uhr, bevor die Tagesgäste den Platz vor der Kirche fluten — dieselbe Regel wie für ganz Positano.

15. August: Festtag der Madonna

Mariä Himmelfahrt am 15. August ist der höchste Feiertag Positanos — Patronatsfest und Ferragosto in einem. Tagsüber folgen die Messen im Stundentakt, abends zieht die Prozession mit dem Marienbild durch den Ort und über das Wasser, begleitet von geschmückten Booten. Um Mitternacht folgt das große Feuerwerk, das vom Meer aus über der Bucht gezündet wird — traditionell im freundschaftlichen Wettstreit mit Maiori, das am selben Abend sein eigenes Feuerwerk abbrennt. Wer den Tag miterleben will, sollte sehr früh anreisen oder im Ort übernachten: Voller wird Positano im ganzen Jahr nicht.

Liegt in
Positano

Pastellfarbene Häuser, die einen Steilhang hinunterfließen — das Postkartenmotiv der Amalfiküste. Teuer und voll, aber tatsächlich so schön wie auf den Bildern.