Salerno liegt im Süden Kampaniens am Golf von Salerno und ist die zweitgrößte Stadt der Region nach Neapel. Anders als die meisten Orte der Amalfiküste ist Salerno eine echte Stadt mit eigenem Alltag — Universität, Hafenbetrieb, Verwaltung, dichtes Busnetz. Wer die Küste erkunden, aber nicht in einem Touristen-Cluster wohnen möchte, hat hier den vermutlich pragmatischsten Standort.
Was Salerno ausmacht
Drei Schichten prägen das Stadtbild. Der mittelalterliche Kern um den Duomo di San Matteo mit engen Gassen, kleinen Werkstätten und Trattorien, die noch von Einheimischen gefüllt werden. Die Belle-Époque-Stadt des 19. Jahrhunderts entlang der Via dei Mercanti und der breiten Boulevards. Und die Lungomare Trieste — eine rund anderthalb Kilometer lange Palmenpromenade direkt am Wasser.
Dom und Altstadt
Der Dom San Matteo aus dem späten 11. Jahrhundert ist das wichtigste normannische Bauwerk der Stadt — gestiftet von Robert Guiskard, geweiht 1084. Im Innenhof stehen 28 antike Säulen, vermutlich aus den Ruinen von Paestum; in der Krypta wird der Apostel Matthäus verehrt. Rund um den Dom beginnt die Centro Storico: Via dei Mercanti, Vicolo della Neve, kleine Plätze, an denen sich Studierende abends treffen. Tagsüber ruhig, ab 19 Uhr lebendig.
Lungomare und Castello
Die Lungomare Trieste verbindet den Stadtstrand Santa Teresa an der Piazza della Libertà unterhalb der Altstadt mit der Piazza della Concordia im Osten. Hoch über der Stadt thront das Castello di Arechi auf rund 300 Metern — Blick über den ganzen Golf, zur blauen Stunde der beste Aussichtspunkt der Stadt. Hinauf kommt man mit der Buslinie 19 von Busitalia (u. a. ab Lungomare/Municipio Richtung Croce); die Linie fährt allerdings nicht sehr häufig, Rückfahrzeiten also vorab prüfen. Alternative: Taxi hoch, zu Fuß hinunter.
Hafen und Fähren
Salerno hat zwei Anleger, die oft verwechselt werden. Die Travelmar-Fähren zur Amalfiküste — nach Amalfi, Positano, Minori, Maiori und Cetara — legen am Molo Masuccio Salernitano an der Piazza della Concordia ab, fünf Gehminuten vom Bahnhof. Die Schnellboote nach Capri und Ischia starten dagegen am Molo Manfredi westlich der Altstadt. Saison ist etwa Anfang April bis Ende Oktober, mehrmals täglich (Stand: Juli 2026). Im Sommer ist die Fähre fast immer schneller und entspannter als der Bus auf der gewundenen SS163 — und die Ankunft direkt am Hafen der Küstenorte spart die Parkplatzsuche. Mehr dazu im Überblick Fähren an der Amalfiküste.
Anreise
Per Bahn aus Neapel in 35 – 40 Minuten (Frecciarossa, Italo; Regionalzug ca. 45 Minuten), aus Rom in knapp 2 Stunden, aus Mailand direkt mit dem Frecciarossa. Der Hauptbahnhof Salerno liegt am Rand der Altstadt — zu Fuß zur Lungomare in 10 Minuten. Mit dem Auto über die A3 von Neapel (ca. 45 Minuten ohne Stau).
Seit Juli 2024 gibt es zudem den Flughafen Salerno-Costa d'Amalfi (QSR) in Pontecagnano, rund 20 Kilometer südöstlich der Stadt. Im Sommer 2026 fliegen ihn Ryanair (u. a. Mailand-Bergamo, Wien, London Stansted) und Volotea an; der Shuttlebus „Salerno Airlink“ von Busitalia verbindet ihn ohne Zwischenhalt mit dem Bahnhofsvorplatz (Piazza Vittorio Veneto), Fahrzeit ca. 40 Minuten, 5 € (Stand: Juli 2026). Für ein größeres Flugangebot bleibt Neapel-Capodichino die erste Wahl — von dort per Shuttlebus oder Bahn in gut einer Stunde nach Salerno. Alle Wege im Detail: Anreise an die Amalfiküste.









