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Reisetipps

Essen und Trinken an der Amalfiküste

Zitronen, Sardellen, frische Pasta und Limoncello — die Küche der Costiera ist regional, einfach und konsequent saisonal.

8 Min. LesezeitAktualisiert 5. Juli 2026

Die Küche der Amalfiküste ist eine Variante der kampanischen Küche — geprägt vom Meer, von den Zitronengärten und vom Reichtum der vulkanischen Böden des Hinterlandes. Sie ist einfach, arbeitet mit kurzen Zutatenlisten und ist stark saisonal. Wer weiß, was er bestellt und wo, isst hier hervorragend zu fairen Preisen — wer sich an die erste Speisekarte am Hauptplatz setzt, zahlt oft das Doppelte für die Hälfte.

Pasta und Meeresfrüchte

Klassiker: Spaghetti alle vongole (Venusmuscheln), Scialatielli ai frutti di mare (kurze, dicke Pasta mit gemischten Meeresfrüchten — in den 1970er-Jahren vom Koch Enrico Cosentino in Amalfi erfunden) und Linguine al limone (Pasta in Zitronensauce). In Cetara: Spaghetti con la colatura di alici — Pasta mit der bernsteinfarbenen Sardellen-Würzsauce, die seit Jahrhunderten im Ort hergestellt wird und seit Oktober 2020 als Colatura di Alici di Cetara DOP geschützt ist. Ebenfalls typisch für Cetara: frittierte oder marinierte Alici (Sardellen) als Antipasto.

Pizza

Salerno und das ganze Hinterland liegen im Einzugsgebiet der neapolitanischen Pizza — dünner, weicher Boden, hoher Rand, im Holzofen kurz und sehr heiß gebacken. Eine gute Margherita kostet in Salerno 5 – 8 €, in den touristischen Küstenorten oft deutlich mehr (Stand: Juli 2026). Faustregel: Je näher am Hafen der Ausflugsboote, desto schlechter das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mozzarella di Bufala und Antipasti

Südlich von Salerno, in der Piana del Sele rund um Paestum, liegt eines der beiden Kerngebiete der Mozzarella di Bufala Campana DOP. Viele Büffelhöfe (caseifici) verkaufen direkt ab Hof — frischer bekommt man sie nirgends, und ein Besuch lässt sich gut mit den Tempeln von Paestum verbinden. Wichtig: Büffelmozzarella gehört nicht in den Kühlschrank und wird am Herstellungstag gegessen.

Dolci: Delizia al Limone und Co.

Das Wahrzeichen unter den Desserts ist die Delizia al Limone — eine Kuppel aus Biskuit mit Zitronencreme, 1978 an der Costiera erfunden und weltberühmt gemacht vom Konditor Sal De Riso in Minori. Seine Pasticceria an der Uferpromenade ist selbst ein Ausflugsziel. Daneben: Sfogliatella (Blätterteig mit Ricotta, eigentlich aus Neapel) und Zitronensorbet aus dem Sfusato Amalfitano, der geschützten IGP-Zitrone der Küste.

Wein und Limoncello

Der regionale Wein ist die Costa d'Amalfi DOC mit den Unterzonen Furore, Ravello und Tramonti — meist Weißwein aus Falanghina oder Biancolella. Der Limoncello wird aus den großen Sfusato-Zitronen hergestellt, die für die Amalfiküste typisch sind. Original gibt es ihn in Minori, Maiori und Amalfi direkt vom Hersteller — leuchtend gelbe Souvenirflaschen mit Aromastoffen erkennt man am Etikett: Echter Limoncello enthält nur Zitronenschale, Alkohol, Wasser und Zucker.

Was kostet Essen gehen?

Größenordnungen (Stand: Juli 2026): Espresso an der Bar 1,20 – 1,50 €, im Sitzen mit Meerblick auch das Doppelte. Pasta in der Trattoria 10 – 16 €, Fischhauptgerichte 18 – 25 €, in Positano und Ravello liegt alles eine Stufe darüber. Dazu kommt fast überall das coperto (Gedeck, meist 1,50 – 3 € pro Person) — das ist keine Abzocke, sondern übliche Praxis und steht auf der Karte. Mehr dazu im Artikel Geld und Trinkgeld.

Wo essen? Salerno schlägt die Postkartenorte

In Salerno isst man spürbar günstiger und oft besser als in Positano oder Amalfi — die Stadt lebt nicht vom Tourismus allein, die Gäste in der Altstadt sind Einheimische. Auch Cetara, Maiori und Atrani haben ein besseres Preisniveau als die berühmten Nachbarn. Warnzeichen für Touristenfallen überall: mehrsprachige Karten mit Fotos, Personal, das vor der Tür Gäste anwirbt, und Menu turistico-Tafeln direkt an der Anlegestelle.