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Antiker dorischer Tempel von Paestum hinter einer Wiese mit rotem Mohn
KI-generierte Illustration
Ort · Cilento

Paestum

Paestum liegt rund 40 Kilometer südlich von Salerno in der Ebene des Cilento: griechische Tempel, ein kilometerlanger Sandstrand und die Heimat der Büffelmozzarella. Mit dem Regionalzug ist der Ort in gut 30 Minuten erreicht.

Paestum ist kein Städtchen, sondern eine Landschaft: eine flache, fruchtbare Ebene zwischen dem Fluss Sele und den ersten Hügeln des Cilento, rund 40 Kilometer südlich von Salerno. Verwaltungssitz ist die Gemeinde Capaccio Paestum mit etwa 22.000 Einwohnern. Das eigentliche Dorf Capaccio liegt oben am Hang, während sich unten in der Ebene mehrere Ortsteile verteilen: Paestum mit den Tempeln und dem Bahnhof, Capaccio Scalo als funktionaler Versorgungsort an der Staatsstraße SS18 sowie die Strandsiedlungen Laura, Licinella und Torre di Paestum am Meer. Die meisten Besucher verbinden hier drei Dinge: die antike Stadt, den langen Sandstrand und die Büffelmozzarella, die in dieser Ebene hergestellt wird.

Die Tempel in Kürze

Um 600 v. Chr. gründeten griechische Siedler hier Poseidonia; Lukaner und Römer übernahmen die Stadt, im Mittelalter wurde sie wegen Malaria aufgegeben und erst im 18. Jahrhundert wiederentdeckt. Diese Vergessenheit hat drei dorische Tempel des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr. bewahrt, die zu den besterhaltenen der griechischen Welt zählen, dazu Forum, Amphitheater und Wohnviertel der römischen Stadt. Das angeschlossene Museo Archeologico Nazionale zeigt unter anderem die Wandmalereien des Grabs des Tauchers. Baugeschichte, Rundgang und Details stehen auf der Seite Tempel von Paestum, die Geschichte der Kolonie im Artikel Paestum und Großgriechenland.

Eintritt und Öffnungszeiten

Das Ticket des Parco Archeologico di Paestum e Velia kostet 15 € von März bis November und 10 € von Dezember bis Februar; EU-Bürger zwischen 18 und 25 zahlen 2 €, unter 18 ist der Eintritt frei. Es gilt drei Tage und umfasst je einen Eintritt in Ausgrabung und Museum von Paestum sowie in die Ausgrabung von Velia, rund 40 Kilometer weiter südlich. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei, dann ist allerdings deutlich mehr los. Geöffnet ist täglich 8:30–19:30 Uhr, Kasse und letzter Einlass in die Ausgrabung 18:30 Uhr, ins Museum 19:00 Uhr; geschlossen am 1. Januar und 25. Dezember. Im Winter kann der Park früher schließen, die Zeiten daher vor dem Besuch kurz auf der Website des Parks prüfen. Tickets gibt es am Museum und an der Kasse der Porta Principale gegenüber dem Neptuntempel (Stand: September 2026).

Anreise: Zug, Bus, Auto

Mit dem Zug: Regionalzüge von Salerno Richtung Agropoli, Vallo della Lucania oder Sapri halten am Bahnhof Paestum; die Fahrt dauert je nach Zug 30–40 Minuten. Tagsüber fahren die Züge grob stündlich, teils häufiger. Vom Bahnhof führt die Straße geradeaus durch die antike Porta Sirena zur Ausgrabung, knapp 700 Meter oder 10 bis 15 Minuten zu Fuß. Von der Amalfiküste aus nimmt man am besten die Fähre nach Salerno (bis Ende Oktober, danach den SITA-Bus) und steigt dort in den Zug. Das Zugticket kostet ab etwa 3,40 € (Stand: September 2026).

Mit dem Bus: Die Busitalia-Linie 34 fährt ab Piazza della Concordia in Salerno über Paestum nach Agropoli und Acciaroli. Sie hält an drei Stellen rund um die Ausgrabung (Porta Aurea, Stazione FS, Templi), jeweils etwa 10 Minuten vom Eingang entfernt. Tickets nach UnicoCampania-Tarif gibt es in Bars und Tabakläden, per App oder mit Aufschlag im Bus. Der Bus ist langsamer als der Zug und fährt seltener, als Rückfalloption aber brauchbar.

Mit dem Auto: Über die A2 bis Battipaglia oder Eboli, dann auf der SS18 Richtung Capaccio Scalo und Paestum; ab Salerno knapp eine Stunde. Allgemeine Hinweise unter Anreise. Rund um die Ausgrabung gibt es mehrere gebührenpflichtige Parkplätze (Größenordnung 1 € pro Stunde bzw. 5 € pro Tag), an den Stränden Parkplätze bei den Lidos (Stand: September 2026).

Strände: Laura, Licinella, Torre di Paestum

Ein bis zwei Kilometer westlich der Tempel beginnt ein durchgehender, breiter Sandstrand, der sich von Laura im Norden über Licinella bis Torre di Paestum im Süden zieht. Dahinter steht ein Pinienwald, das Wasser wird nur langsam tiefer: ein Familienstrand, wie ihn die felsige Amalfiküste nicht bietet. Der Strand ist in Lidos mit Liegen und Schirmen sowie freie Abschnitte aufgeteilt; die Lidos öffnen etwa von Ende Mai bis September, außerhalb dieser Monate ist der Strand fast leer und weitgehend ohne Service. Vom Bahnhof läuft man 20 bis 25 Minuten ans Meer, vom Parkplatz an der Ausgrabung sind es mit dem Rad wenige Minuten, und viele Unterkünfte verleihen Fahrräder. Felsbuchten gibt es weiter südlich in Agropoli und Castellabate.

Büffelmozzarella: Caseifici und Verkostung

Die Piana del Sele ist neben der Gegend um Caserta das Kerngebiet der Mozzarella di Bufala Campana DOP. Entlang der SS18 zwischen Battipaglia und Paestum reiht sich ein Caseificio an das nächste, viele mit Hofladen und einfacher Gastronomie. Frische Mozzarella wird am Morgen gemacht und schmeckt am selben Tag am besten: ungekühlt, im eigenen Lake, mit etwas Brot. Ohne Führung kauft man einfach an einem beliebigen Caseificio direkt an der Straße. Der bekannteste Betrieb ist die Tenuta Vannulo in Capaccio Scalo, ein Bio-Büffelhof mit Käserei, Joghurtbar und Landwirtschaftsmuseum. Die 50-minütigen Führungen laufen nur vormittags zwischen 9 und 12 Uhr, wenn tatsächlich Mozzarella produziert wird, und müssen vorab telefonisch oder per Mail reserviert werden; der Hofladen ist täglich geöffnet (Stand: September 2026). Mehr zur Küche der Region unter Essen und Trinken.

Mozzarella richtig transportieren
Mozzarella verträgt ein paar Stunden ohne Kühlung besser als den Kühlschrank, denn die Kälte macht sie gummiartig. Für den Rückweg an die Küste reicht eine Tüte im Schatten; am Abend essen, nicht am nächsten Tag.

Übernachten in Paestum

Paestum eignet sich als ruhiger Gegenpol zur Amalfiküste oder als Etappe auf dem Weg in den Cilento. Die Unterkünfte verteilen sich auf drei Zonen: direkt an der Ausgrabung ein paar Hotels und Bed & Breakfasts in Gehweite der Tempel; am Meer in Laura, Licinella und Torre di Paestum Strandhotels, Ferienwohnungen und rund zwei Dutzend Campingplätze im Pinienwald; in der Ebene dazwischen Agriturismi auf Büffelhöfen, oft mit eigener Küche und Pool. Ohne Auto wohnt man besser in Bahnhofsnähe oder an der Ausgrabung, denn die Strandsiedlungen sind vom Bahnhof zu Fuß eine halbe Stunde entfernt. Im Juli und August ist der Ort voll und teuer, von Oktober bis Mai dagegen sehr günstig; viele Strandbetriebe und Campingplätze sind dann geschlossen. Eine Ausnahme ist Ende Oktober die Borsa Mediterranea del Turismo Archeologico, eine Messe zum archäologischen Tourismus mit Ausstellern, Vorträgen und Führungen im Park, die mehrere Tausend Besucher anzieht; 2026 findet sie vom 29. Oktober bis 1. November statt. Eine Einordnung im Vergleich zu den Küstenorten steht unter Wo übernachten.

Ein Tag in Paestum: Planung

Für Ausgrabung und Museum reichen drei bis vier Stunden. Im Sommer lohnt der frühe Start ab 8:30 Uhr, denn auf dem Gelände gibt es praktisch keinen Schatten. Ein sinnvoller Ablauf: morgens die Tempel, gegen Mittag Mozzarella in einem Caseificio oder einer Trattoria an der Zufahrtsstraße, nachmittags Museum (klimatisiert) oder Strand. Im Herbst und Winter ist Paestum ein gutes Ganztagsziel mit sehr wenigen Besuchern. Weitere Ziele im Süden sind Acciaroli und Palinuro. An einem zweiten Tag nutzt man die dreitägige Gültigkeit des Tickets für Velia mit dem Ausblick von der Akropolis oder fährt zum Museo narrante am Heiligtum der Hera Argiva an der Mündung des Sele, rund zehn Kilometer nördlich (Dienstag bis Samstag 9–16 Uhr, Stand: September 2026).

Häufige Fragen zu Paestum

Ist Paestum als Tagesausflug von Salerno machbar?

Ja, problemlos. Der Regionalzug braucht 30–40 Minuten, vom Bahnhof sind es 10–15 Minuten zu Fuß bis zur Ausgrabung. Mit einem Zug gegen 9 Uhr ab Salerno ist man am Nachmittag wieder zurück. Von der Amalfiküste aus klappt das ebenso, wenn man Fähre oder SITA-Bus nach Salerno mit dem Zug kombiniert.

Wie lange braucht man für Paestum?

Für Tempel und Museum drei bis vier Stunden. Mit Mittagessen und Strand wird daraus ein voller Tag; das Ticket gilt drei Tage und umfasst auch Velia, falls man in der Gegend bleibt.

Wo isst man in Paestum Büffelmozzarella?

Direkt in den Caseifici entlang der SS18 und an der Zufahrt zur Ausgrabung; viele haben einen Hofladen und einfache Tische. Die Tenuta Vannulo in Capaccio Scalo ist der bekannteste Betrieb, Führungen nur vormittags mit Reservierung.

Kann man in Paestum baden?

Ja. Ein bis zwei Kilometer westlich der Tempel liegt ein langer, flach abfallender Sandstrand mit Lidos und freien Abschnitten, Saison etwa von Ende Mai bis September.

Was kostet der Eintritt in Paestum?

15 € von März bis November, 10 € von Dezember bis Februar, 2 € für EU-Bürger zwischen 18 und 25, unter 18 frei; am ersten Sonntag im Monat kostenlos (Stand: September 2026).