Agropoli ist mit rund 21.000 Einwohnern die größte Küstenstadt des Cilento und der klassische Einstiegspunkt in den Nationalpark — deshalb der Beiname „Tor zum Cilento“. Anders als die Bilderbuchdörfer der Amalfiküste ist Agropoli ein echtes Städtchen mit Alltag: Schulen, Wochenmarkt, Bars voller Einheimischer. Genau das macht es als Basis interessant — die Preise für Unterkünfte und Restaurants liegen deutlich unter denen von Amalfi oder Positano, und Salerno ist per Regionalzug schnell erreicht.
Borgo antico und die Scaloni
Die Altstadt liegt oben auf dem Vorgebirge — gegründet wurde sie im 6. Jahrhundert von den Byzantinern, die den Ort Akropolis („hohe Stadt“) nannten; daraus wurde Agropoli. Im 9. Jahrhundert diente das Vorgebirge zeitweise sogar den Sarazenen als Stützpunkt. Hinauf führt die charakteristische Treppengasse der „Scaloni“: breite, flache Stufen, jahrhundertelang der einzige Zugang zum Borgo und heute einer der wenigen erhaltenen Treppenaufgänge dieser Art. Oben empfängt ein zinnenbewehrtes Portal aus dem 17. Jahrhundert; dahinter gepflasterte Gassen, kleine Plätze und Terrassen mit Blick über den Golf bis zur Amalfiküste.
Das aragonesische Kastell
Am höchsten Punkt des Borgo steht das Castello Angioino Aragonese: dreieckiger Grundriss, drei Rundtürme, umlaufender Graben — in seiner heutigen Form geprägt von Anjou und Aragonesen, die Ursprünge reichen in byzantinische Zeit zurück. Von den Mauern hat man den besten Blick der Stadt: über die Dächer der Altstadt, den Hafen und bei klarer Sicht bis Capri. Der Zugang ist die meiste Zeit des Jahres frei; nur in der Hochsaison wird ein symbolischer Eintritt von 2 € für Auswärtige erhoben, Kinder bis 10 Jahre frei (Stand: Juli 2026). Im Sommer ist das Kastell bis in die Nacht geöffnet und Bühne für Konzerte und Ausstellungen.
Strände: Baia di Trentova und Stadtstrände
Der berühmteste Strand liegt südlich der Stadt: die Baia di Trentova, benannt nach dem vorgelagerten Felsen Scoglio Trentova, den ein schmaler Sandstreifen mit dem Ufer verbindet. Der Legende nach fand man in den Grotten der Bucht einst dreißig Möwen- oder Schildkröteneier — daher der Name. Das Wasser ist klar, der Grund sandig und flach abfallend; die Einheimischen nennen sie nicht umsonst „la spiaggia dei Cilentani“. Dazu kommen die Stadtstrände am Lungomare San Marco und an der Licina. 2026 wurde Agropoli zum 27. Mal in Folge mit der Bandiera Blu ausgezeichnet (Stand: Juli 2026). Wer es dramatischer mag: Die Buchten von Castellabate sind nur wenige Kilometer entfernt.
Hafen und Bootsausflüge
Der Hafen liegt direkt unterhalb der Altstadt und trägt als Touristenhafen 2026 zum 14. Mal die Bandiera Blu. Von hier starten im Sommer Ausflugsboote entlang der Cilento-Küste — etwa zur Baia di Trentova, nach Punta Licosa oder bis Acciaroli. Dazu kommt das „Metrò del Mare“, das Agropoli im Sommer per Schnellboot mit Salerno und der Amalfiküste verbindet (siehe Kasten). Abends gehört die Hafenpromenade der Passeggiata.
Anreise und Ausflug nach Paestum
Agropoli ist einer der am besten erreichbaren Orte des Cilento: Der Bahnhof Agropoli–Castellabate liegt an der Linie Salerno–Sapri, Regionalzüge ab Salerno brauchen rund 40 Minuten und fahren viele Male am Tag, Tickets ab etwa 4 € (Stand: Juli 2026). Der größte Trumpf der Lage: Paestum ist nur einen Bahnstopp entfernt — rund 10 Minuten Fahrt, und man steht vor den dorischen Tempeln. Mit dem Mietwagen ab Salerno rechnet man über die A2 und die SS18 mit etwa 45 Minuten bis einer Stunde. Zur Sommerfähre siehe Fähren.



