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Bergdorf Castellabate mit Kastell hoch über der geschwungenen Bucht von Santa Maria
KI-generierte Illustration
Ort · Cilento

Castellabate

Mittelalterliches Bergdorf über der Cilento-Küste, seit dem Kinofilm „Benvenuti al Sud“ italienweit berühmt — mit den Badeorten Santa Maria und San Marco und dem Meeresschutzgebiet um Punta Licosa.

Castellabate liegt rund 70 Kilometer südlich von Salerno an der Cilento-Küste, gleich hinter der Nachbarstadt Agropoli. Die Gemeinde ist zweigeteilt: oben das mittelalterliche Borgo auf gut 280 Metern, das zu den Borghi più belli d'Italia zählt, unten am Meer die Ortsteile Santa Maria di Castellabate und San Marco. Wie Acciaroli gehört der Ort zum Parco Nazionale del Cilento, Vallo di Diano e Alburni — UNESCO-Welterbe und Biosphärenreservat — und ist deutlich ruhiger und günstiger als Positano oder Amalfi. Das Publikum ist auch im Hochsommer überwiegend italienisch.

Castello dell'Abate: der Namensgeber von 1123

Den Namen verdankt der Ort seiner Burg: Am 10. Oktober 1123 ließ Costabile Gentilcore, der vierte Abt des Benediktinerklosters von Cava de' Tirreni, auf dem Hügel Sant'Angelo eine Festung errichten — als Schutz der Bevölkerung vor Sarazenenüberfällen, die kurz zuvor Agropoli getroffen hatten. Costabile starb schon im Folgejahr, sein Nachfolger Abt Simeone vollendete den Bau. Aus Castrum Abbatis, der „Burg des Abtes“, wurde über die Jahrhunderte Castellabate. Die Anlage mit ihren vier Rundtürmen steht noch heute über dem Ortskern; das Gründungsdatum trägt die zentrale Piazza im Namen: Piazza 10 Ottobre 1123. Von den Terrassen des Borgo reicht der Blick über den Golf bis nach Capri — allein dafür lohnt der Aufstieg durch die verwinkelten Gassen.

„Benvenuti al Sud“: der Film, der den Ort berühmt machte

2010 drehte Regisseur Luca Miniero in Castellabate die Komödie Benvenuti al Sud (deutsch: „Willkommen im Süden“), das italienische Remake des französischen Kinohits „Willkommen bei den Sch'tis“: Ein Postbeamter aus der Brianza wird strafversetzt in den tiefen Süden — und will am Ende nicht mehr weg. Der Film wurde in Italien ein Riesenerfolg und machte das bis dahin wenig bekannte Dorf über Nacht landesweit berühmt; 2012 folgte die Fortsetzung Benvenuti al Nord. Gedreht wurde vor allem rund um die Piazza 10 Ottobre 1123 im Borgo. Wer dort das Postamt aus dem Film sucht, wird schmunzeln: Die Fassade war Kulisse, dahinter steckt in Wirklichkeit eine Bar — heute ein beliebtes Fotomotiv mit Filmerinnerungen an den Wänden.

Santa Maria, San Marco und Punta Licosa

Gebadet wird unten am Meer: Santa Maria di Castellabate ist der größte Ortsteil mit Sandstränden, Promenade und den meisten Unterkünften; das kleinere San Marco hat einen Fischerhafen, dessen Ursprünge bis in griechisch-römische Zeit zurückreichen. Die Küste gehört zum Meeresschutzgebiet Area Marina Protetta Santa Maria di Castellabate (eingerichtet 2009), entsprechend klar ist das Wasser. Südlich von San Marco schließt sich die Halbinsel Punta Licosa an: Pinienwald, Küstenpfad und vorgelagert die kleine Insel Licosa mit ihrem Leuchtturm. Der Mythos will, dass hier die Sirene Leukosia aus der griechischen Sagenwelt ins Meer stürzte und zur Insel wurde — historisch belegt ist das natürlich nicht, aber der Name blieb. Der Spaziergang von San Marco nach Punta Licosa ist einer der schönsten Küstenwege des Cilento; unterwegs lohnt auf der Anfahrt in den Süden ohnehin ein Stopp bei den Tempeln von Paestum. Am flexibelsten ist man mit dem Mietwagen.