Zum Inhalt springen
Häuser von Amalfi mit dem Dom über dem Hafen am Tyrrhenischen Meer
KI-generierte Illustration
Ort · Amalfiküste

Amalfi

Namensgeberin der Küste — einst mächtige Seerepublik, heute kleiner Hauptort der Costiera mit Dom, engen Gassen und einem belebten Hafen.

Amalfi ist der namensgebende und historisch bedeutendste Ort der Küste. Im Hochmittelalter, zwischen dem 9. und dem 12. Jahrhundert, war Amalfi eine eigenständige Seerepublik mit einer Flotte, die mit Pisa, Genua und Venedig konkurrierte — Stützpunkte bis nach Konstantinopel und Alexandria. Davon ist heute vor allem der Dom geblieben. Der Rest der einstigen Unterstadt liegt seit dem Seebeben mit Tsunami am 24. November 1343 zum Großteil unter dem Meer.

Der Dom Sant'Andrea

Am zentralen Platz steigt eine breite Treppe zum Duomo di Sant'Andrea. Die Fassade aus dem 19. Jahrhundert ist eine farbenstarke Rekonstruktion im arabisch-normannischen Stil; das Bronzeportal stammt aus dem 11. Jahrhundert und kam direkt aus Konstantinopel. Im angeschlossenen Chiostro del Paradiso mit den weißen Spitzbögen liegt der ruhigste Hof der Stadt. Der Eintritt in den Gesamtkomplex — Kreuzgang, Museo Diocesano in der Basilica del Crocifisso, Krypta und Kathedrale — kostet 4 €, ermäßigt 2 € für 6- bis 17-Jährige (Stand: Juli 2026); geöffnet im Sommer täglich ca. 9 bis 19 Uhr. Zu den Gottesdienstzeiten (morgens bis 10, abends ab 17 Uhr) ist die Kathedrale selbst frei zugänglich. Zweimal im Jahr, am 27. Juni und am 30. November, wird der Stadtpatron mit der Festa di Sant'Andrea gefeiert — Höhepunkt ist die corsa, bei der Träger die schwere Silberstatue im Laufschritt die Domtreppe hinauftragen. Alle vier Jahre trägt Amalfi außerdem die Regata delle Repubbliche Marinare aus.

Durch die Gassen

Vom Domplatz führt die Via Pietro Capuano ins Talinnere — eine schmale Hauptachse mit Papier-Werkstätten (Amalfi war bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiger Papierproduzent), Limoncello-Geschäften und kleinen Bäckereien. Nach 300 Metern endet der touristische Strom; weiter hinten beginnt das eigentliche Wohngebiet, das Valle dei Mulini mit den Ruinen alter Papiermühlen am Bach.

Hafen und Strand

Der Marina Grande direkt unterhalb des Ortes ist ein Mix aus Fischereihafen, Fährhafen und Stadtstrand. Der Sand ist dunkel, die Liegen kostenpflichtig, das Wasser klar. Der freie Strandabschnitt liegt am östlichen Ende. Vom Hafen gehen Fähren nach Salerno, Positano, Minori, Maiori, Capri und ein kleines Boot zum benachbarten Atrani — das in rund zehn Gehminuten ohnehin zu Fuß erreichbar ist.

Anreise und Parken

Mit dem SITA-Bus aus Salerno (ca. 75 Min, Ticket 2,80 €) oder Sorrent (planmäßig 90 – 100 Min, im Hochsommer deutlich länger) — die klassische Variante für Reisende ohne Auto. Wichtig: Tickets vorab im Tabacchi oder Zeitungskiosk kaufen, im Bus werden keine verkauft (Stand: Juli 2026). Per Fähre aus Salerno (direkt ca. 35 Min, mit Zwischenstopps bis 60 Min, ca. 12 €), Positano (25 Min) oder Capri (60 Min). Mit dem Auto: die SS163 ist eng und im Sommer praktisch dauerhaft verstopft. Das Gemeinde-Parkhaus Luna Rossa am Ortseingang Richtung Atrani kostet 3 € pro Stunde, in der Hochsaison 5 € für jede der ersten beiden Stunden; ein ganzer Tag liegt bei 40 – 45 € (Stand: Juli 2026). Für Tagesgäste ist die Fähre fast immer die bessere Wahl.