Die Marina Grande ist der Hauptstrand von Amalfi. Er liegt direkt unterhalb des Ortes, mit Blick auf die pastellfarbenen Fassaden und den Dom auf der Anhöhe. Der Untergrund ist ein Gemisch aus dunklem, grobem Sand und grauen Kieseln, die zum Wasser hin zunehmen. Das Wasser ist klar und fällt sanft ab, im Sommer aber durch den Boots- und Fährverkehr nicht so ruhig wie in den abgelegeneren Buchten. Mit knapp 200 Metern Länge ist die Marina Grande einer der größten Strände der Küste und zugleich einer der vollsten.
Was wo ist
Im Westen liegen Pier und Hafenbecken mit den Anlegestellen der Fähren nach Salerno, Positano und Capri; hier herrscht der meiste Betrieb, entsprechend hektisch geht es zu. Direkt neben dem Pier, am westlichen Ende des Strandes, beginnt der freie Abschnitt: ein schmaler Streifen ohne Liegen, der in der Hochsaison schon am Vormittag voll ist. Östlich davon folgen die kostenpflichtigen Lidi mit Liegen und Schirmen bis zum Ende der Uferpromenade Lungomare dei Cavalieri, wo der Straßentunnel nach Atrani beginnt. Toiletten, Duschen und Umkleiden gehören zu den Lidi und werden Nichtkunden oft verweigert, darauf sollte man sich am freien Abschnitt einstellen. Nach dem Ende der Badesaison bauen die Lidi nach und nach ab; dann ist mehr Platz, aber es gibt weder Liegen noch Duschen. Restaurants mit Fischküche reihen sich direkt an der Promenade.
Anreise und Parken
Bus und Fähre enden praktisch auf dem Strand: Die SITA-Busse von Salerno (2,80 €) und aus Richtung Positano/Sorrent halten an der Piazza Flavio Gioia am Hafen, die Fähren aus Salerno (ca. 12 €, 35 Minuten) legen am Pier daneben an. Von beiden Stellen sind es zwei Minuten zu Fuß bis zum Wasser.
Mit dem Auto ist die Marina Grande der schlechteste Ort der Küste zum Parken. Der Ortskern ist Fußgängerzone, Stellplätze am Hafen sind rar und werden früh belegt. Realistisch ist das Parkhaus Luna Rossa am östlichen Ortsrand an der Straße nach Atrani: rund 170 Plätze, von April bis Anfang November tagsüber 5 € pro Stunde (in den ersten beiden Stunden je 7 €), 40 € pro Tag und im August 45 €, in der Nebensaison 2 € pro Stunde. Fahrzeuge über 2 m Höhe und Gasautos kommen nicht hinein (Stand: September 2026). Für einen reinen Badetag in Amalfi reist man besser ohne Auto an oder parkt in Salerno und nimmt die Fähre.
Kosten und beste Zeit
Liege plus Schirm kosten in den einfacheren Lidi ab ca. 20–25 € pro Tag, in den Beach-Clubs mit Restaurant eher 30–35 €; in der Hochsaison reserviert man besser ein paar Tage im Voraus (Stand: September 2026). Der freie Abschnitt kostet nichts, hat aber auch nichts: keine Schirme, keine Duschen, an warmen Tagen kaum Platz.
Der Strand liegt nach Süden und bekommt vom Vormittag bis zum Abend Sonne. Natürlichen Schatten gibt es nur früh: Am westlichen Ende wirft der Fels bis etwa 10 Uhr Schatten, danach hilft nur der Schirm. Juli und August sind an Wochenenden von 11 bis 17 Uhr dicht belegt, dazu kommen Tagesgäste aus Fähren und Bussen. Entspannter ist es vor 10 Uhr, nach 17 Uhr und generell im Juni oder September, wenn das Wasser noch oder schon warm ist und die Busse leerer sind.
Barrierefreiheit
Der Strand liegt auf Promenadenniveau ohne Treppen, das Wasser ist an der Marina Grande ohne Kletterei zu erreichen, für die Amalfiküste eine Ausnahme. Die Gemeinde betreibt am westlichen Strandteil zudem das Projekt „Mare per tutti“: eine kostenlose, betreute Zone für Menschen mit Behinderung mit neun Plätzen, Holzstegen bis ans Wasser, Schwimmrollstühlen sowie Liegen und Schirmen. Das Angebot ist rein saisonal: 2026 war die Zone vom 6. Juni bis 30. September geöffnet, Dienstag bis Sonntag von 8 bis 17 Uhr in Vier-Stunden-Schichten, die Plätze wurden über die Gemeinde reserviert. Außerhalb dieses Zeitraums gibt es weder Betreuung noch Hilfsmittel; Termine für 2027 hat die Gemeinde noch nicht veröffentlicht (Stand: September 2026).
Geschichte in Kürze
Wo heute Liegen stehen, lag im Mittelalter der Hafen der Seerepublik Amalfi; das Arsenal, in dem die Galeeren gebaut wurden, steht wenige Schritte hinter dem Westende des Strandes und ist heute ein Museum. Am 25. November 1343 zerstörte eine Flutwelle, die Petrarca als Augenzeuge beschrieb, große Teile des Hafens und der Uferbebauung; ein Teil des mittelalterlichen Amalfi liegt seitdem unter Wasser. Zweimal im Jahr, am 27. Juni und 30. November, endet hier die Prozession zu Ehren des Stadtpatrons Andreas, bevor die Statue im Laufschritt die Domtreppe hinaufgetragen wird. Vor dem Strand liegt außerdem das Ziel der Regatta der Seerepubliken, wenn Amalfi Gastgeber ist, planmäßig wieder 2029.
Ausflüge und Alternativen
Vom Pier starten von Juni bis September Shuttleboote zu den Stränden westlich des Ortes: Duoglio (rund einen Kilometer entfernt, zwei Lidi und ein freier Abschnitt, Kies, sehr klares Wasser) ist zu Fuß nur über etwa 400 Stufen von der Küstenstraße erreichbar; Santa Croce bei Vettica mit seinem Felsbogen ist überhaupt nur vom Meer aus zugänglich. In der Saison fahren die Boote den ganzen Tag über, die Preise hängen vom Anbieter ab und stehen am Ableger. Vorher fragen, was Rückfahrt und Liege kosten. Ab Oktober endet der Shuttlebetrieb: Duoglio bleibt dann nur über die Treppe erreichbar, Santa Croce allenfalls mit einem privat gemieteten Boot.
Ohne Bootstransfer geht es zu Fuß weiter: Der Strand von Atrani liegt zehn Gehminuten östlich, durch den Fußgängertunnel hinter der Promenade, und ist im Hochsommer meist deutlich entspannter als die Marina Grande.
Häufige Fragen zur Marina Grande
- Kostet der Strand Marina Grande in Amalfi Eintritt?
Nein. Der freie Abschnitt am westlichen Ende neben dem Pier ist kostenlos, dort gibt es aber weder Liegen noch Duschen. In der Badesaison kosten Liege und Schirm in den Lidi ab ca. 20–25 € pro Tag (Stand: September 2026).
- Wie kommt man ohne Auto zur Marina Grande?
Mit dem SITA-Bus von Salerno (2,80 €) bis zur Piazza Flavio Gioia am Hafen oder mit der Fähre von Salerno (ca. 12 €, 35 Minuten) bis zum Pier. Beide Haltestellen liegen zwei Gehminuten vom Strand entfernt.
- Ist die Marina Grande sandig oder steinig?
Beides: Der Strand besteht aus dunklem, grobem Sand, der zum Wasser hin in Kiesel übergeht. Badeschuhe sind angenehm, aber nicht zwingend nötig.
- Lohnt sich die Marina Grande oder lieber Atrani?
Für ein Bad zwischendurch mit Dom im Rücken ist die Marina Grande unschlagbar bequem. Für einen ruhigeren Strandtag läuft man zehn Minuten nach Atrani oder nimmt von Juni bis September das Shuttleboot nach Duoglio.
- Gibt es Parkplätze an der Marina Grande?
Kaum. Am Hafen sind wenige Plätze, die früh belegt sind; realistisch ist das Parkhaus Luna Rossa an der Straße nach Atrani mit 5 € pro Stunde tagsüber von April bis Anfang November (Stand: September 2026). Zum reinen Baden lässt man das Auto besser in Salerno.







