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Ruinen alter Papiermühlen im Valle dei Mulini hinter Amalfi
KI-generierte Illustration
Sehenswürdigkeit · Wanderweg

Valle dei Mulini (Amalfi)

Kühle Schluchtwanderung hinter Amalfi: vorbei an Ruinen alter Papiermühlen, kleinen Wasserfällen und hinauf ins Naturreservat Valle delle Ferriere.

Hinter der Piazza Duomo von Amalfi führt die Hauptgasse landeinwärts, wird zur Via Pietro Capuano und schließlich zur Via delle Cartiere — der „Straße der Papiermühlen“. Hier beginnt das Valle dei Mulini, das Tal der Mühlen entlang des Canneto-Bachs. Seit dem Mittelalter wurde in diesem Tal Papier geschöpft; das verheerende Hochwasser vom Oktober 1954 zerstörte dann die meisten der damals noch aktiven Betriebe. Nur wenige Mühlen überlebten: Die Manufaktur Amatruda produziert bis heute handgeschöpftes Papier, eine andere ehemalige Mühle beherbergt das Museo della Carta. Der Rest steht als Ruinen im Tal — Wasserkanäle, Bottiche, halb eingestürzte Steingebäude, die der Wald langsam zurückholt. Wie Amalfi zu einem der frühesten Papierzentren Europas wurde, steht im Artikel zur Papierherstellung in Amalfi; hier geht es um den Weg selbst.

Zur Orientierung: Der obere, wildere Teil des Tals heißt Valle delle Ferriere — nach den noch älteren Eisenhütten (ferriere). Beide Namen werden oft für dieselbe Wanderung verwendet.

Der Weg ab Amalfi

Der einfachste Einstieg: von der Piazza Duomo immer geradeaus bergauf. Der erste Kilometer führt gepflastert durch die Gassen und an den letzten Häusern vorbei, danach beginnt der Pfad am Bach — feucht, schattig, mit Stufen, kleinen Brücken und den ersten Mühlenruinen. Bis zum Eingang des Naturreservats sind es je nach Tempo 1 bis 1,5 Stunden; hin und zurück ist die Tour ein entspannter Halbtagesausflug von rund 6 Kilometern.

Zwei Varianten für alle, die nicht denselben Weg zurückgehen wollen:

  • Ab Pontone (klassische Route): Mit dem SITA-Bus Richtung Ravello/Scala bis Pontone, von dort auf dem Wanderweg 323a hoch am Hang ins Tal und bergab zurück nach Amalfi — insgesamt rund 8 Kilometer, mit Pausen etwa 4 Stunden, fast alles bergab oder eben.
  • Ausstieg über Pogerola: Vom oberen Talende führt ein Pfad hinauf ins Bergdorf Pogerola, von dort fährt der Bus zurück nach Amalfi.

Naturreservat Valle delle Ferriere

Der oberste Talabschnitt ist seit 1972 staatliches Naturreservat und wird von den Carabinieri-Biodiversitätsdiensten betreut. Das feucht-kühle Mikroklima der Schlucht hat hier etwas Seltenes bewahrt: Woodwardia radicans, einen Riesenfarn mit metergroßen Wedeln, der als Relikt aus dem Tertiär gilt und in Europa nur noch an wenigen Standorten wächst. Dazu kommen mehrere Wasserfälle, darunter die Cascata Alta.

Wichtig für die Planung: Die untere Valle dei Mulini mit den Mühlenruinen ist frei zugänglich. Die Kernzone des Reservats dagegen nur mit Ticket (ca. 5 Euro) und zu begrenzten Zeiten — werktags etwa 10 bis 15 Uhr, am Wochenende etwas länger; Tickets gibt es am Infopunkt in Pontone, teils ist eine Anmeldung über die Gemeinde Scala nötig (Stand: Juli 2026). Bei schlechtem Wetter bleibt das Reservat geschlossen.

Museo della Carta am Startpunkt

Direkt am Beginn des Weges, an der Via delle Cartiere, liegt das Museo della Carta — untergebracht in einer ehemaligen Papiermühle aus dem 13. Jahrhundert, mit funktionierenden Wasserrädern und Schöpfbottichen. Wer hier vor der Wanderung eine halbe Stunde investiert, versteht danach, was die Ruinen im Tal einmal waren. Geöffnet ist ab März täglich von 10 bis 19 Uhr, im Winter mit reduzierten Zeiten und teils montags geschlossen; der einfache Eintritt kostet wenige Euro, geführte Formate mit eigenem Papierschöpfen („Handmade Paper Experience“) 15 bis 20 Euro (Stand: Juli 2026). Führungen gibt es auf Italienisch und Englisch, auf Anfrage auch auf Deutsch.

Ausrüstung und beste Zeit

Feste Schuhe mit Profil sind Pflicht: Der Pfad ist stellenweise feucht, und nasse Steine und Stufen werden rutschig. Dazu Wasser und eine leichte Schicht für die kühle Schlucht — mehr braucht es nicht (siehe Packliste). Nach starkem Regen lohnt die Tour nicht: Der Weg wird matschig und das Reservat schließt.

Die beste Zeit ist ausgerechnet dann, wenn andere Wanderungen an der Küste unangenehm werden: Im Hochsommer ist das schattige, wasserreiche Tal deutlich angenehmer als etwa der exponierte Sentiero degli Dei. Im Frühjahr führt der Bach am meisten Wasser, dann sind auch die Wasserfälle am eindrucksvollsten.

Liegt in
Amalfi

Namensgeberin der Küste — einst mächtige Seerepublik, heute kleiner Hauptort der Costiera mit Dom, engen Gassen und einem belebten Hafen.