Die Amalfiküste ist vertikal gebaut: Fast jeder Weg führt über Treppen, Stufen oder steile Gassen, auch der von der Bushaltestelle zur Unterkunft. Die Strände bestehen aus Kies, die Kirchen verlangen bedeckte Schultern, und auf den Wanderwegen gibt es im Hochsommer kaum Schatten. Die zwei wichtigsten Pack-Entscheidungen sind deshalb die Schuhe und die Gepäckmenge. Alles andere ist Detail, allerdings Detail, das einen Strand- oder Wandertag retten kann.
Gepäck: leicht und tragbar
Ein weicher Trolley oder ein Reiserucksack ist hier mehr wert als der große Hartschalenkoffer. Bei den SITA-Bussen gilt: Handgepäck bis 50 × 30 × 25 cm fährt kostenlos mit, sofern es niemanden behindert; für jedes größere Stück ist ein Gepäckticket zu 1,50 € zu lösen, und es kommt in den Gepäckraum unter dem Bus, wenn dort noch Platz ist. Im Hochsommer sind die Busse voll, und der Fahrer wartet nicht, bis der Koffer verstaut ist. Auf den Fähren ist ein Handgepäckstück von etwa 45 × 35 × 20 cm im Ticket enthalten; jedes weitere kostet je nach Reederei 2–3 € (Stand: September 2026).
Das eigentliche Problem sind aber nicht Bus und Fähre, sondern die letzten 300 Meter. In Positano, Praiano und Atrani liegen viele Unterkünfte an Treppengassen ohne Autozufahrt; Rollen nützen dort nichts, der Koffer wird getragen. In Positano stehen am Anleger Gepäckträger bereit, die 15–20 € pro Stück nehmen und Bargeld wollen (Stand: September 2026). Günstiger ist Gepäck, das sich eine Viertelstunde lang selbst über Stufen tragen lässt.
Schuhe: Treppen, Kies und Kalkstein
- Bequeme Sneaker oder leichte Trekkingschuhe mit griffiger Sohle für Gassen und Treppen, denn glatt getretener Stein wird bei Nässe rutschig
- Festes Schuhwerk mit Profil für Wanderungen wie den Sentiero degli Dei; Kalksteinplatten und loses Geröll verzeihen keine glatten Sohlen
- Badeschuhe: Fast alle Strände bestehen aus grobem Kies oder Fels, barfuß ist schon der Weg ins Wasser unangenehm, und an felsigen Einstiegen sitzen Seeigel
- Sandalen für den Abend; Flipflops taugen auf den Treppen wenig und sind auf Wanderwegen gefährlich
Eine Badeschuh-Pflicht gibt es nicht. Vergessene Badeschuhe kauft man aber meist am nächsten Tag im Strandladen, für ein Vielfaches des Heimatpreises.
Kleidung und Kirchen-Dresscode
Im Sommer leichte Baumwolle oder Leinen; die Luft ist feucht, und Treppensteigen bei 30 °C hinterlässt Spuren. Eine leichte Jacke gehört selbst im Juli ins Gepäck: Auf der Fähre weht es, und in Ravello oder Agerola auf 350–650 m Höhe ist es abends spürbar kühler als am Meer. In der Nebensaison (siehe Beste Reisezeit) kommt eine Regenjacke dazu: Der Herbst ist an der Küste regenreich, Schauer sind im Oktober und November eher Regel als Ausnahme.
Für Kirchenbesuche, etwa im Dom von Amalfi, im Dom von Salerno oder in den Kirchen von Ravello, sind Schultern und Knie zu bedecken. Das gilt auch für den Chiostro del Paradiso und wird vor allem während der Messen durchgesetzt. Ein leichtes Tuch oder ein dünnes Hemd in der Tasche reicht; in kurzen Shorts bleibt man im Zweifel draußen.
Was das Wetter verlangt
Im Hochsommer liegen die Tageshöchstwerte an der Küste bei 28–30 °C, das Wasser hat im August rund 25–26 °C, und Regen fällt praktisch nicht. Sonnenschutz ist deshalb keine Frage der Vorliebe: Auf Booten, an den Stränden und auf den Wanderwegen gibt es kaum natürlichen Schatten, und die Reflexion des Wassers verstärkt die Strahlung. Sonnencreme mit LSF 30 oder höher, ein Hut mit Krempe und eine Sonnenbrille gehören zu jedem Tag im Freien. Im Mai und Oktober sind es tagsüber angenehme 21–23 °C, das Meer ist noch oder schon wieder gut 20 °C warm, doch die Abende verlangen einen Pullover. Von November bis März ist die Küste feucht und windig; dann braucht es warme Kleidung und wasserfeste Schuhe, keine Badesachen.
Strand- und Bootstage
- Sonnencreme LSF 30+, Hut, Sonnenbrille; ein Schirm über der Liege ist kein vollständiger Schatten
- Eigenes Strandtuch: In den Beachclubs sind Liege und Schirm im Preis, Handtücher meist nicht
- Badeschuhe (siehe oben) und ein kleiner Packbeutel für nasse Sachen
- Trockentasche oder wasserdichte Handyhülle für Bootsausflüge: Beim Ein- und Aussteigen an Felsen und bei Fahrtwind wird nass, was oben in der Tasche liegt
- Bargeld für Liegen an kleineren Strandabschnitten und für den Kiosk, weil nicht überall ein Kartenterminal steht; Details unter Geld und Trinkgeld
Für einen Bootstag gehören außerdem eine Kappe, die nicht wegfliegt, und ein leichtes langärmliges Hemd ins Gepäck; auf dem Wasser verbrennt die Haut schneller, als man merkt. An der Spiaggia Grande in Positano ist der freie Abschnitt klein und im Hochsommer früh belegt, die Liegenpreise sollte man vorher kennen.
Wandertage
- Mindestens 1,5 l Wasser pro Person: Auf dem Sentiero degli Dei gibt es zwischen Bomerano und Nocelle weder Brunnen noch Einkehr, und Schatten nur auf kurzen Abschnitten
- Sonnenhut und Sonnencreme auch zum Wandern; früh starten
- Kleine Verpflegung, ein Pflasterset und eine Kopie der Ausweisseite im Rucksack
- Bei empfindlichen Knien: leichte Stöcke für den Abstieg über rund 1.700 Stufen von Nocelle nach Positano
- Im Frühjahr und Herbst: Regenjacke und ein Ersatz-Shirt; die Wege trocknen langsam
Mehr zu Routen, Anforderungen und Einkehrmöglichkeiten unter Wandern an der Amalfiküste.
Städte und Ausflüge
- Kleiner Tagesrucksack: In Pompeji müssen Rucksäcke und Taschen über 30 × 30 × 15 cm an die kostenlose Garderobe, ähnlich in Museen und in Herculaneum
- Leichtes Tuch für spontane Kirchenbesuche
- Powerbank: Navigation, Fotos und Fahrpläne leeren den Akku schneller als gedacht, und Steckdosen gibt es in den Bussen nicht
- Wiederbefüllbare Wasserflasche: In Amalfi, Positano, Ravello und den meisten Orten gibt es öffentliche Brunnen mit Trinkwasser; nur wo „acqua non potabile“ steht, nicht nachfüllen
Reiseapotheke und Mückenschutz
Apotheken (Farmacia, grünes Kreuz) gibt es in jedem größeren Ort, und viele Standardpräparate sind in Italien rezeptfrei erhältlich. Außerhalb der Öffnungszeiten (üblich sind etwa 8:30–13 Uhr und 16–20 Uhr) übernimmt eine Farmacia di turno den Notdienst; welche gerade dran ist, steht an der Tür jeder geschlossenen Apotheke. Regelmäßig benötigte Medikamente gehören in ausreichender Menge und in der Originalverpackung ins Gepäck, am besten mit dem Wirkstoffnamen, weil Handelsnamen in Italien abweichen.
In die kleine Reiseapotheke gehören: Blasenpflaster (die Treppen), Schmerzmittel, ein Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden, Elektrolyte für heiße Tage, After-Sun und ein Mückenschutz. Die Asiatische Tigermücke ist in Kampanien etabliert und tagaktiv; in Gärten, an Terrassen mit Pflanzenkübeln und in den Tälern hinter der Küste sticht sie von Mai bis Oktober. Ein Repellent mit DEET oder Icaridin und ein leichtes langärmliges Hemd für den Abend reichen als Vorsorge. Die Europäische Krankenversicherungskarte gehört ins Portemonnaie; sie wird im öffentlichen Gesundheitssystem anerkannt.
Bargeld, Dokumente, Kleinkram
- Bargeld in kleinen Scheinen: Bustickets am Kiosk, Liegen, Strandkioske, kleine Läden und Trinkgeld laufen oft noch bar; Geldautomaten gibt es in jedem Ort, aber nicht an jedem Strand
- Ausweis im Original: Unterkünfte müssen die Daten aller Gäste melden, und in Zügen und auf Fähren kann er verlangt werden
- Für das Handgepäck im Flugzeug: Flüssigkeiten in Behältern bis 100 ml, Sonnencreme also klein kaufen oder ins Aufgabegepäck
- Kleines Vorhängeschloss für Rucksack oder Hostel-Spind, Ohrstöpsel für laute Gassen und frühe Roller
- Faltbare Einkaufstasche: Plastiktüten kosten, und die Zitronen aus Amalfi wollen irgendwo hin
Was zuhause bleiben kann
- Der große Hartschalenkoffer und alles, was ihn füllt: Jedes Kilo wird selbst die Treppen hinaufgetragen
- Schwere Reiseführer; das meiste lässt sich unterwegs am Smartphone klären
- Der Föhn, der in praktisch jeder Unterkunft vorhanden ist
- Absätze und feine Lederschuhe: Auf Kopfsteinpflaster und Treppen halten sie keinen Abend durch
- Großer Strandschirm und Luftmatratze: An den kleinen Kiesstränden ist dafür kein Platz, Schirme verleihen die Beachclubs
- Wanderstiefel im Alpinformat: Für die Küstenwege reichen leichte Trekking- oder Trailschuhe
Häufige Fragen zur Packliste für die Amalfiküste
- Braucht man an der Amalfiküste Badeschuhe?
Ja, praktisch an jedem Strand. Die Strände bestehen aus grobem Kies oder Fels, der Einstieg ins Wasser ist barfuß unangenehm, und an felsigen Stellen sitzen Seeigel. Eine Pflicht gibt es nicht, doch ohne Badeschuhe wird der Strandtag kurz.
- Kann man mit einem großen Koffer an die Amalfiküste reisen?
Möglich, aber mühsam. In den SITA-Bussen kostet jedes Stück über 50 × 30 × 25 cm ein Gepäckticket (1,50 €, Stand: September 2026) und braucht Platz im Gepäckraum; in Positano, Praiano und Atrani liegen viele Unterkünfte an Treppen ohne Autozufahrt. Ein weicher Trolley oder Rucksack, den man tragen kann, erspart viel Ärger.
- Welche Kleidung ist für Kirchen an der Amalfiküste vorgeschrieben?
Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Das gilt im Dom von Amalfi, im Chiostro del Paradiso, in Ravello und Salerno gleichermaßen. Ein leichtes Tuch über den Schultern oder ein Hemd über dem Top reicht; während der Messen wird die Regel strenger ausgelegt.
- Braucht man in Italien einen Steckdosenadapter?
Für Handy-Ladegeräte mit flachem Eurostecker nicht. Dicke Schukostecker passen nicht in die dreipolige Typ-L-Steckdose, die in älteren Unterkünften verbreitet ist; ein einfacher Adapter kostet wenig und wiegt nichts. Spannung und Frequenz sind wie in Deutschland.
- Was sollte man für den Sentiero degli Dei mitnehmen?
Feste Schuhe mit Profil, mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person, Sonnenhut, Sonnencreme und etwas Proviant. Zwischen Bomerano und Nocelle gibt es weder Brunnen noch Einkehr und kaum Schatten; für den Abstieg nach Positano über rund 1.700 Stufen helfen leichte Stöcke.










