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Kiesstrand im Fjord von Furore zwischen steilen Felswänden unter einer Bogenbrücke
KI-generierte Illustration
Strand · Amalfiküste

Spiaggia di Furore

Rund 25 Meter Kies am Grund des Fiordo di Furore, direkt unter der Brücke der SS163, erreichbar nur über etwa 200 Stufen, Sonne nur um die Mittagszeit. Eines der meistfotografierten Motive der Amalfiküste, als Badestrand aber Nebensache.

  • Kies/Fels
  • viel Schatten

Die Spiaggia di Furore liegt am Grund einer schmalen Felsschlucht, über die die SS163 in einem rund 30 Meter hohen Steinbogen hinwegführt: den Fiordo di Furore. Der Strand selbst ist ein rund 25 Meter kurzer Streifen aus dunklem Kies, eingeklemmt zwischen zwei Felswänden, in die ein paar alte Fischerhäuser gebaut sind. Als Fotomotiv ist die Bucht weltberühmt, als Badestrand bescheiden: winzig, meist im Schatten und im Sommer voll. Mehr zur Schlucht selbst und ihrer Geschichte steht auf der Seite zum Fiordo; hier geht es um das, was man vor dem Abstieg wissen sollte.

Zugang vorab prüfen (Stand: September 2026)
Nach dem Brand 2017 war der Strand drei Jahre wegen Steinschlaggefahr gesperrt; wiedereröffnet wurde er am 11. Juli 2020. Seither gab es immer wieder kurze Sperrungen, etwa im Juli 2025 für Untersuchungen der Felswände. Am 21. November 2025 ging direkt an der Brücke (km 23 der SS163) ein Felssturz nieder; die Straße war drei Wochen komplett gesperrt und wurde am 11. Dezember 2025 zunächst einspurig mit Ampel wieder freigegeben. Laut Lokalpresse folgte nach der Hangsicherung am 31. Januar 2026 die vollständige Freigabe. Zur Sommersaison 2026 gab es nach unseren Informationen wieder Zugang zum Strand — ob Auflagen gelten oder Bauarbeiten laufen, vor dem Besuch beim Comune di Furore oder in der lokalen Presse (Positanonews, Il Vescovado) prüfen.

Anreise: Bus, Auto oder Boot

Am einfachsten geht es mit den SITA-Buslinien zwischen Amalfi und Positano: Die Haltestelle „Fiordo di Furore“ liegt direkt auf der Brücke, ein paar Schritte vom Treppeneinstieg entfernt. Die Busse halten dort nur auf Verlangen, also rechtzeitig den Stopp-Knopf drücken oder dem Fahrer Bescheid geben. Für den Rückweg an der Haltestelle deutlich winken, denn volle Busse fahren im Sommer auch mal durch. Das Tagesticket CostieraSita kostet 10 € und lohnt sich, sobald man den Fjord mit einem zweiten Ziel kombiniert. Im Herbst fahren die Busse nach dem Herbstfahrplan, abends deutlich seltener; die letzte Fahrt Richtung Amalfi vorher nachsehen (Stand: September 2026).

Mit dem Auto ist der Fjord ein Ärgernis: An der Brücke gibt es nur eine Handvoll gebührenpflichtiger Haltebuchten, die im Sommer ab dem Vormittag belegt sind, und Halten auf der Fahrbahn ist nicht erlaubt. Ohne freie Lücke weicht man nach Marina di Praia (rund 2 km Richtung Positano) oder nach Conca dei Marini aus und fährt die letzte Strecke mit dem Bus oder geht am Straßenrand, was wegen der engen Kurven ohne Gehweg keine Empfehlung ist.

Vom Wasser aus ist der Fjord ein fester Punkt jeder Bootstour ab Amalfi oder Positano; die Boote fahren kurz in die Schlucht hinein und wieder hinaus, angelegt wird nicht. Mit dem eigenen Kajak oder Mietboot kann man hineinpaddeln; im Hochsommer ist der Wasserverkehr dort allerdings dicht, und das Wasser wird durch die Motorboote nachmittags sichtbar trüb.

Die Treppe: 200 Stufen, kein Ausweichen

Der einzige Weg hinunter ist die in den Fels gehauene Treppe, die unmittelbar an der Brücke beginnt. Rund 200 Stufen, unterschiedlich hoch, teils feucht und mit niedrigem Geländer: Bergab braucht man 10 bis 15 Minuten, bergauf in der Mittagshitze deutlich länger. Einen barrierefreien Zugang gibt es nicht, und mit Kinderwagen oder Rollkoffer ist die Treppe nicht zu machen. Feste Sandalen oder Turnschuhe statt Flip-Flops, Wasser für den Aufstieg einpacken. Auf den schmalen Stufen bilden sich im Sommer Staus, weil viele nur für ein Foto herunterkommen. Zum Baden sollte man das einkalkulieren und nicht zu knapp vor dem Bus umkehren.

Beste Zeit: das kurze Lichtfenster

Wegen der hohen Schluchtwände erreicht die Sonne den Kies nur um die Mittagszeit, im Sommer grob zwischen 11 und 14:30 Uhr, in der Nebensaison noch kürzer. Davor und danach liegt die Bucht komplett im Schatten, das Wasser ist entsprechend kühl, auch im August. Zum Baden und Aufwärmen kommt man also mittags, genau dann, wenn auch alle anderen kommen. Um den Fjord leer zu sehen oder zu fotografieren, ist früh morgens die richtige Zeit: Um 8 Uhr ist die Treppe frei und das Wasser noch klar. Die entspannteste Zeit für den Strand sind Mai, Juni und September: weniger Boote, weniger Leute, Wasser noch oder wieder warm genug. Im Juli und August ist der Kiesstreifen ab dem späten Vormittag voll belegt. Ab Oktober wird es unten schnell kühl und still; die Treppe ist dann eher etwas für den Fotostopp als für ein Bad.

Vor Ort: was es gibt und was nicht

Der Strand ist frei zugänglich und im Grunde ohne Infrastruktur: keine Duschen, keine Toiletten, kein fester Lido. In manchen Sommern stellt ein kleiner Betreiber ein paar Liegen mit Schirm auf (rund 10 € pro Tag, Stand: September 2026) und verkauft Getränke. Verlassen sollte man sich darauf nicht: Das wechselt von Jahr zu Jahr, und außerhalb der Hochsaison ist ohnehin niemand da. Wasser, etwas zu essen und ein Handtuch gehören in den Rucksack. Der Kies ist grob und dunkel, das Wasser wird schnell tief und ist in der Schlucht fast immer ruhig; Badeschuhe helfen. Für Kinder ist die Bucht nur bedingt geeignet: kein flaches Wasser, wenig Platz, und die Treppe muss auch wieder hoch.

Die Felswände wurden nach dem Brand 2017 bis 2020 gesichert; abgesperrte Bereiche unter dem Hang gibt es trotzdem aus gutem Grund, man bleibt außerhalb. Müll nimmt man wieder mit, Eimer gibt es unten nicht.

Ein bisschen Geschichte

Die Schlucht hat der Torrente Schiato in den Kalk geschnitten, der von der Hochebene von Agerola herunterkommt. Die kleinen Häuser an den Wänden sind die „Monazzeni“: Lager und Unterkünfte der Fischer und Bauern von Furore, die hier Boote, Netze und Vorräte unterbrachten. Im Grund der Schlucht standen einst Mühle und Papiermühle, die die Wasserkraft des Baches nutzten; in den restaurierten Gebäuden ist heute ein kleines Ecomuseo untergebracht, das nur unregelmäßig geöffnet ist. 1948 drehte Roberto Rossellini hier Szenen für L’amore mit Anna Magnani, die sich daraufhin eines der Fischerhäuser kaufte. Und von 1986 bis 2018 stürzten sich beim „MarMeeting“ Klippenspringer von einer Plattform auf der Brücke aus 28 Metern ins Wasser. Die Veranstaltung ist inzwischen nach Sardinien umgezogen; im Frühjahr 2026 hat die Gemeinde mit „Fiordo Vertical Waves“ ein Nachfolgeformat angekündigt.

Kombinieren und Alternativen

Der Strand ist in ein bis zwei Stunden abgehakt; ein halber Tag ergibt sich, wenn man ihn mit dem Dorf Furore mit seinen Wandmalereien oben am Hang, mit Praiano oder mit Conca dei Marini und der Grotta dello Smeraldo verbindet, alles wenige Busminuten entfernt. Für ein richtiges Bad nach dem Fjord fährt man ein Stück weiter nach Marina di Praia oder zur Gavitella in Praiano, wo die Sonne bis zum Abend bleibt. Für einen entspannten Strandtag ohne Treppen sind Maiori, Erchie oder Atrani die besseren Adressen. Typischer Fehler: nachmittags mit Badesachen ankommen, den Schatten unterschätzen und am Ende nur die Treppe gelaufen sein.

Eher Foto als Bad
Furore lohnt sich für die Ansicht: von der Brücke, vom Boot oder aus dem Bus. Als Badestrand ist die winzige Bucht nur zweite Wahl; außerhalb von etwa 11 bis 14 Uhr badet man im Schatten.

Häufige Fragen zur Spiaggia di Furore

Kostet der Zugang zur Spiaggia di Furore etwas?

Nein, Strand und Treppe sind frei zugänglich. Kosten entstehen nur für den Bus (Tagesticket CostieraSita 10 €, Stand: September 2026), eventuelle Parkgebühren an der SS163 und, falls in der Saison angeboten, für Liegen mit Schirm (rund 10 € pro Tag).

Wie kommt man zur Spiaggia di Furore?

Mit dem SITA-Bus der Linie Amalfi–Positano bis zur Bedarfshaltestelle „Fiordo di Furore“ auf der Brücke, dann rund 200 Stufen hinunter. Mit dem Auto ist es wegen der wenigen Haltebuchten schwierig; Ausweichparkplätze gibt es in Marina di Praia und Conca dei Marini.

Ist der Strand am Fiordo di Furore aktuell geöffnet?

Nach der dreijährigen Sperrung 2017–2020 ist der Strand grundsätzlich wieder zugänglich, wird aber nach Felsstürzen — zuletzt im November 2025 direkt an der Brücke — immer wieder kurzfristig gesperrt. Den aktuellen Stand vor dem Besuch beim Comune di Furore oder in der Lokalpresse prüfen (Stand: September 2026).

Wann hat der Strand Sonne?

Nur um die Mittagszeit, im Sommer etwa von 11 bis 14:30 Uhr. Vorher und nachher liegt die Bucht wegen der hohen Felswände im Schatten, und das Wasser bleibt kühl.

Lohnt sich die Spiaggia di Furore zum Baden?

Als Badestrand nur bedingt: 25 Meter Kies, tiefes Wasser, kaum Infrastruktur und im Sommer voll. Als Fotomotiv und kurzer Zwischenstopp zwischen Amalfi und Positano lohnt er sich fast immer, am besten früh morgens oder in der Nebensaison.