Italien ist Euro-Land, und an der Amalfiküste lässt sich der Urlaub weitgehend mit Karte bestreiten: Hotels, Restaurants, Supermärkte, Fährschalter und die meisten Geschäfte akzeptieren Visa und Mastercard, auch als Debitkarte. Händler und Dienstleister sind seit 2014 gesetzlich zur Annahme elektronischer Zahlungen verpflichtet; seit dem 30. Juni 2022 kostet die Verweigerung 30 € Bußgeld plus 4 % des abgelehnten Betrags. Eine Mindestsumme, unter der Karten abgelehnt werden dürften, gibt es nicht. Barzahlungen sind ab 5.000 € pro Vorgang untersagt, was im Urlaub niemanden betrifft (Stand: September 2026). Trotzdem gehört Bargeld in die Tasche: 50 – 100 € pro Person decken die Stellen ab, an denen die Kartenpflicht in der Praxis wenig zählt.
Bargeld oder Karte: Wo an der Küste bar gezahlt wird
Die Kartenpflicht gilt auf dem Papier überall, doch allein auf sie verlassen sollte man sich nicht, sonst steht man gelegentlich ohne Espresso da. Typische Bargeld-Situationen: der Liegestuhl am Strandbad, wo der Kassierer am Vormittag mit der Geldtasche über den Sand geht; die kleine Bar im Dorf, deren Terminal „gerade nicht funktioniert“; der Tabacchi, in dem man SITA-Bustickets kauft und der bei 2,80 € ungern das Terminal anwirft; Obststände, Straßenhändler, der Parkplatzwächter am Straßenrand und Trinkgelder jeder Art. Auch kleine Bootstaxis zwischen den Strandbuchten und Bootsführer für Ausflugstouren rechnen häufig bar ab. In Ferienwohnungen sollte zudem die Kurtaxe bar bereitliegen, denn viele Vermieter kassieren sie beim Check-in in Scheinen und Münzen. Umgekehrt gilt: Größere Beträge im Restaurant, im Hotel und für den Mietwagen zahlt man sicherer mit Karte; das erspart Diskussionen und liefert einen Beleg. Eine reine Girocard ohne Co-Badge (Maestro, V Pay, Debit Mastercard, Visa Debit) funktioniert in Italien meist nicht; eine Debit- oder Kreditkarte muss mit.
Geldautomaten: Bank statt Euronet
Bargeld holt man am günstigsten am Bancomat einer italienischen Bank. In Salerno stehen Filialen und Automaten an jeder zweiten Ecke; in Amalfi, Positano, Maiori, Minori und Vietri gibt es Geräte von Instituten wie Intesa Sanpaolo, UniCredit oder BPER, in kleinen Dörfern wie Furore, Conca dei Marini oder Praiano mitunter nur einen einzigen oder gar keinen. Unabhängige Geräte, vor allem die blau-gelben Euronet-Automaten an Fähranlegern, in den Gassen von Positano und Amalfi und in Bars, sind zwar rund um die Uhr erreichbar, verlangen aber ein am Gerät angezeigtes Betreiberentgelt von meist 2 – 5 € pro Abhebung und bieten Karten aus Nicht-Euro-Ländern eine Sofort-Umrechnung an, die den Betrag zusätzlich verteuert. Dazu kommen die Auslandsgebühren der eigenen Bank, je nach Konto zwischen null und rund 5 € pro Abhebung (Stand: September 2026). Deshalb lieber einmal 250 € am Bankautomaten holen als fünfmal 50 € am Euronet. Bargeld per Kreditkarte kostet bei vielen Anbietern zusätzlich Sofortzinsen; die Debitkarte ist dafür die bessere Wahl.
Coperto und Servizio: Was auf der Rechnung steht
Der coperto (wörtlich „Gedeck“) ist eine Pauschale pro Person für Brot, Tischwäsche und Besteck, keine Servicegebühr. An der Amalfiküste sind 2 – 3 €, in gehobenen Häusern 4 – 5 € üblich (Stand: September 2026). Ein nationales Verbot gibt es nicht; nur Latium untersagt den Coperto per Regionalgesetz, in Kampanien ist er erlaubt und die Regel. Zulässig ist er allerdings nur, wenn er in der Speisekarte oder im Aushang vor der Bestellung ausgewiesen ist; ein Coperto, der erst auf der Rechnung auftaucht, muss nicht bezahlt werden. Getrennt davon setzen manche Restaurants, vor allem in Positano, Amalfi und Ravello, zusätzlich servizio (Service) mit 10 – 15 % an; auch das muss in der Karte stehen. Ist Servizio berechnet, ist das Thema Trinkgeld damit erledigt. Auf der Rechnung als scontrino oder ricevuta fiscale (die man verlangen sollte) stehen beide Posten getrennt. Was die Karte sonst verrät, steht in Essen und Trinken.
Trinkgeld konkret: Restaurant, Bar, Taxi, Boot, Hotel
Trinkgeld (mancia) ist in Italien freiwillig und deutlich weniger ritualisiert als in Deutschland: Servicepersonal bezieht ein festes Gehalt, und niemand nimmt es übel, wenn nichts liegen bleibt. Als Orientierung:
- Restaurant: Bei gutem Service auf den nächsten glatten Betrag aufrunden oder 1 – 2 € pro Person liegen lassen; 5 – 10 % gelten als großzügig. Bargeld auf den Tisch legen, denn auf Kartenterminals gibt es meist kein Trinkgeldfeld, und wo doch, kommt es nicht immer beim Personal an. Steht Servizio auf der Rechnung: nichts zusätzlich.
- Bar und Café: Am Tresen ein paar Cent ins Schälchen, am Tisch aufrunden. Muss nicht sein.
- Taxi: Auf den nächsten Euro oder Fünfer aufrunden. An der Küste gelten für viele Strecken Festpreise, die am Taxistand aushängen; den Preis vor der Fahrt bestätigen lassen.
- Bootsführer und Guides: Bei privaten Bootstouren und geführten Wanderungen sind 5 – 10 € pro Person üblich, bei ganztägigen Touren mit Skipper eher 10 %, und zwar ausschließlich bar.
- Hotel: 1 – 2 € pro Gepäckstück für den Träger, 1 – 2 € pro Nacht für die Zimmerreinigung, wenn man mag. Beim Concierge nur für besondere Hilfe.
- Strandbad: Mit Liege und Schirm ist alles bezahlt; wer Getränke an die Liege bringt, freut sich über Aufrunden, erwartet wird aber nichts.
Kurtaxe: Was die Gemeinden 2026 verlangen
Fast jede Gemeinde der Küste erhebt eine imposta di soggiorno, meist nur in der Saison und begrenzt auf die ersten Nächte. Sie wird pro Person und Nacht von der Unterkunft kassiert, ist in den Preisen der Buchungsportale oft nicht enthalten und vor Ort fällig, je nach Unterkunft bar oder mit Karte. Die Beträge (Stand: September 2026):
- Positano: 5 € im 5-Sterne-Hotel, 4 € im 4-Sterne-, 3 € im 3-Sterne-Hotel, 2,50 € in B&Bs, Ferienwohnungen und einfachen Hotels; 1. April bis 31. Oktober, Kinder unter 10 Jahren frei.
- Amalfi: 5 € (5 Sterne), 4 € (4 Sterne), 3 € in allen übrigen Unterkünften einschließlich B&B und Ferienwohnung; ab der fünften Nacht halbiert sich der Satz; 1. April bis 2. November, ab 10 Jahren.
- Ravello: 5 € (4 und 5 Sterne), 4 € (3 Sterne), 3 € (2 Sterne, B&B, Ferienwohnung); 1. April bis 31. Oktober, höchstens 7 Nächte, unter 16 Jahren frei.
- Salerno: seit 1. Juni 2026 ganzjährig 5 € (4- und 5-Sterne-Hotels), 4 € (1- bis 3-Sterne-Hotels, Agriturismo) und 3 € (B&B, Ferienwohnungen, Camping), höchstens 7 aufeinanderfolgende Nächte.
Andere Orte liegen in ähnlichen Spannen, etwa Minori mit 2 – 4 € oder Praiano mit 2 – 5 €. Für eine Familie mit zwei Kindern über zehn summiert sich das bei einer Woche in Positano auf 70 – 140 €, die beim Vergleich der Unterkünfte mitzurechnen sind; mehr dazu in Wo übernachten.
Preisniveau: Was Espresso, Aperitivo und Pizza kosten
Die Amalfiküste ist teurer als das übrige Kampanien, aber kein Einheitspreis: Zwischen Positano und einem Ort wie Minori oder Cetara liegen bei derselben Bestellung leicht 30 – 50 %. Typische Beträge (Stand: September 2026):
- Espresso am Tresen 1,20 – 1,60 €; am Tisch mit Meerblick 2,50 – 5 €, in Positano auch mehr.
- Cappuccino und Cornetto am Tresen zusammen rund 3 – 4 €.
- Aperol Spritz 5 – 8 €; auf einer Aussichtsterrasse in Positano oder Ravello 10 – 15 €.
- Pizza Margherita in Salerno oder Neapel 6 – 8 €, an der Küste 8 – 12 €; belegte Pizzen 10 – 18 €.
- Pasta-Gericht 12 – 20 €, Fisch-Hauptgericht 20 – 35 €; ein Abendessen mit Wein in Positano ab 50 – 60 € pro Person.
- Liege plus Schirm am Strandbad 20 – 35 € pro Tag, an der Spiaggia Grande in Positano 40 – 60 € und mehr; dafür gibt es an fast jedem Strand einen kleinen Gratis-Abschnitt (spiaggia libera).
- Halber Liter Wasser 0,50 – 1 € im Supermarkt, 2 – 3 € in der Bar, 3 – 5 € am Strand.
Typische Kostenfallen
Die meisten Überraschungen auf der Rechnung folgen bekannten Mustern:
- Fisch nach Gewicht: Frischer Fisch steht in der Karte „all’etto“ oder „al kg“, also mit Preis pro 100 g bzw. pro Kilo. Ein Wolfsbarsch mit 800 g kostet bei 8 € pro etto 64 €, Beilagen extra. Vor der Bestellung Gewicht und Gesamtpreis nennen lassen; seriöse Häuser zeigen den Fisch und wiegen ihn vor dem Gast.
- Preise „s.q.“ oder „secondo mercato“: Tagespreis nach Marktlage; immer erst fragen, auch bei Hummer, Vongole-Tellern und großen Meeresfrüchte-Platten.
- Coperto und Servizio doppelt: Beides darf getrennt berechnet werden, wenn es in der Karte steht. Um 10 – 15 % Servizio zu sparen, wählt man ein Lokal ohne.
- Der Tisch am Meer: In Positano, Amalfi und Ravello zahlt man die Lage mit. Eine Straße höher oder eine Gasse weiter sinken die Preise merklich.
- Touristenmenü: Ein „menù turistico“ für 20 – 25 € klingt günstig, ist aber oft Tiefkühlware in kleinen Portionen. Zwei Gänge à la carte in einer einfachen Trattoria kosten kaum mehr und schmecken besser.
- Strand und Boot: Am Strandbad vorher nach dem Tagespreis inklusive Liege, Schirm und Dusche fragen; bei Bootstaxis und Ausflugsbooten Preis pro Person oder pro Boot sowie Hin- und Rückfahrt vorab klären.
- Kartenterminal auf Fremdwährung: Fragt das Terminal bei einer Franken- oder Pfund-Karte nach Euro oder Heimatwährung, gilt dasselbe wie am Automaten: immer Euro.
Sparen ohne Verzicht
Mit Preisvergleich statt Verzicht kommt man an der Küste erstaunlich weit. Der Espresso am Tresen kostet einen Bruchteil des Tischpreises; Bars mit tavola calda bieten mittags belegte Brote, Frittiertes und Pasta zum Mitnehmen für 3 – 8 €. Der Supermarkt liefert Wasser, Obst und Picknick für den Strand zu Normalpreisen, und die spiaggia libera kostet nichts. Die Bergorte sind grundsätzlich günstiger: In Scala, Tramonti oder Agerola isst man in Familienbetrieben für die Hälfte dessen, was Positano am Meer verlangt, und die Unterkünfte kosten entsprechend weniger. Eine Unterkunft in Minori, Maiori oder Salerno mit Fähre oder Bus in die teuren Orte spart pro Nacht oft einen dreistelligen Betrag. Statt Taxi den SITA-Bus (2,80 € Salerno–Amalfi) oder die Fähre nehmen; ein CostieraSita-Tagesticket für 10 € (12 € inklusive Positano) rechnet sich, sobald man mehrere Strecken am Tag fährt. Und: Bargeld einmal in größerer Summe am Bankautomaten holen statt mehrmals am Euronet. Das spart in zwei Wochen leicht 20 – 30 € (Stand: September 2026).
Häufige Fragen zu Geld und Trinkgeld an der Amalfiküste
- Kann man an der Amalfiküste überall mit Karte zahlen?
Fast überall: Hotels, Restaurants, Supermärkte und Fährschalter nehmen Visa und Mastercard, Händler sind gesetzlich dazu verpflichtet. Bargeld braucht man trotzdem für Strandliegen, kleine Bars, Bustickets im Tabacchi, Bootstaxis und Trinkgeld; 50 – 100 € pro Person reichen.
- Muss man den Coperto in Italien bezahlen?
Ja, wenn er in der Speisekarte ausgewiesen ist; in Kampanien ist er erlaubt und üblich (meist 2 – 3 € pro Person). Nur wenn er erst auf der Rechnung auftaucht, darf man ihn ablehnen. Verboten ist der Coperto ausschließlich in der Region Latium.
- Wie viel Trinkgeld gibt man in Italien im Restaurant?
Trinkgeld ist freiwillig. Üblich ist Aufrunden oder 1 – 2 € pro Person bei gutem Service; 5 – 10 % gelten als großzügig. Steht bereits „servizio“ auf der Rechnung, gibt man nichts zusätzlich.
- Wie hoch ist die Kurtaxe in Positano und Amalfi?
Positano verlangt je nach Unterkunft 2,50 – 5 € pro Person und Nacht (April bis Oktober, Kinder unter 10 frei), Amalfi 3 – 5 € mit 50 % Ermäßigung ab der fünften Nacht, Salerno seit Juni 2026 ganzjährig 3 – 5 € (Stand: September 2026). Kassiert wird die Kurtaxe vor Ort von der Unterkunft.
- Welcher Geldautomat ist in Italien am günstigsten?
Der Bancomat einer italienischen Bank: Dort fällt nur die Auslandsgebühr der eigenen Hausbank an. Unabhängige Automaten wie Euronet verlangen zusätzlich ein Betreiberentgelt von meist 2 – 5 € pro Abhebung (Stand: September 2026). Wer mit einem Nicht-Euro-Konto abhebt, lehnt die Sofort-Umrechnung (DCC) ab und wählt Euro.
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