Fast alle Wege an die Amalfiküste führen über Neapel. Der Flughafen Neapel-Capodichino (NAP) liegt nur rund 4 km vom Stadtzentrum entfernt und wird aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mehrmals täglich direkt angeflogen, unter anderem ab Frankfurt, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Wien, Zürich und Basel. Der kleine Flughafen Salerno-Costa d'Amalfi (QSR) ist seit Juli 2024 wieder in Betrieb, spielt 2026 aber nur eine Nebenrolle: Aus dem deutschsprachigen Raum gibt es im Sommer einzig ab Wien einen Direktflug. Von Neapel aus ist man mit Bus und Bahn in gut einer Stunde in Salerno; von dort geht es mit Fähre oder SITA-Bus an die Küste.
Neapel oder Salerno? Die Entscheidung
Die Wahl des Flughafens hängt weniger von der Lage als vom Flugangebot ab. Neapel hat das dichte Netz, ganzjährig und mit mehreren Verbindungen pro Tag aus den großen deutschen Städten; vom Terminal bis Salerno braucht man mit Alibus und Zug etwa 1 – 1,5 Stunden. Salerno-Costa d'Amalfi liegt zwar näher an der Küste, hat im Sommer 2026 aber nur eine Handvoll Routen, und der Transfer zum Bahnhof Salerno (30 – 40 Minuten) frisst einen Teil des Lagevorteils wieder auf. Faustregel: Ab Wien und mit passendem Ryanair-Termin lohnt Salerno, in allen anderen Fällen Neapel.
Eine Ausnahme ist der November 2026. Weil Capodichino wegen der Erneuerung von Start- und Rollbahn vom 1. bis 30. November geschlossen ist, verlegen mehrere Airlines ihre Neapel-Flüge nach Salerno oder Rom; Eurowings fliegt in diesem Monat Düsseldorf und Stuttgart nach QSR (Stand: September 2026). Bei Buchungen für November lohnt deshalb ein Blick auf den Zielflughafen im Ticket: NAP steht für Neapel, QSR für Salerno.
Flughafen Neapel (NAP): Schritt für Schritt nach Salerno
Schritt 1: zum Hauptbahnhof. Vor dem Terminal fährt der Alibus (ANM) zum Hauptbahnhof Napoli Centrale an der Piazza Garibaldi und weiter zum Fährhafen Molo Beverello; von dort lässt sich Neapel auch als eigener Tagesausflug angehen. Das Ticket kostet 5 €, gilt 90 Minuten und ist am Automaten, in der Tabaccheria, per App oder beim Fahrer erhältlich; die Busse fahren etwa alle 15 – 25 Minuten von 5:30 Uhr bis Mitternacht, bis zum Bahnhof braucht man je nach Verkehr 15 – 25 Minuten. Ein Taxi zum Bahnhof kostet als Fixpreis rund 20 € (Stand: September 2026).
Schritt 2: Zug nach Salerno. Von Napoli Centrale fahren Regionalzüge (Trenitalia) in 35 – 45 Minuten nach Salerno, ab ca. 5 €; sie sind die günstigste Option und fahren mehrmals pro Stunde. Frecciarossa und Italo schaffen die Strecke in etwa 35 Minuten, kosten je nach Buchungszeitpunkt 10 – 25 € und lohnen sich vor allem, wenn ohnehin gerade einer fährt. Papiertickets für Regionalzüge müssen vor dem Einsteigen entwertet, digitale in der App aktiviert werden.
Alternative ab Molo Beverello. Von April bis Anfang November fahren Schnellfähren (NLG, Positano Jet, Alilauro) direkt von Neapel nach Positano und Amalfi, ca. 1:15 – 1:45 Stunden, ab rund 30 € pro Strecke; NLG bedient die Linie 2026 bis zum 3. November (Stand: September 2026). Das ist teurer als der Weg über Salerno, spart aber das Umsteigen. Bei Seegang fallen die Fahrten allerdings aus.
Flughafen Salerno (QSR): wenige Routen, kurzer Weg
Der Flughafen Salerno-Costa d'Amalfi liegt rund 20 km südöstlich der Stadt in Pontecagnano. Nach dem ambitionierten Neustart 2024 haben mehrere Airlines ihre Strecken wieder gestrichen. Im Sommer 2026 fliegen Ryanair (Mailand-Bergamo, Wien, London-Stansted, Brüssel-Charleroi), Volotea (Lyon, Nantes) sowie easyJet und Aeroitalia nach Mailand-Malpensa, Aeroitalia zusätzlich nach Turin, Genua und Triest; die Wien-Verbindung von Ryanair gibt es zweimal pro Woche (Stand: September 2026).
Vom Flughafen in die Stadt bringt einen der Shuttle Salerno Airlink von Busitalia: direkt zum Bahnhof Salerno, seit 1. Juni 2026 für 8 € inklusive eines Gepäckstücks (jedes weitere 5 €), 30 – 40 Minuten, Abfahrten an die Flugzeiten angepasst. Tickets gibt es online bei Trenitalia oder im Bus per Karte. Nur im Hochsommer fährt zusätzlich die SITA-Linie 5131 einige Male täglich direkt vom Flughafen über Vietri, Cetara, Maiori und Minori nach Amalfi: wenige Fahrten, aber ohne Umstieg in Salerno, Ticket online oder beim Fahrer, ein Gepäckstück inklusive. 2026 verkehrte sie vom 1. Juli bis 6. September.
Mit der Bahn: schnell bis Salerno
Salerno hat einen eigenen Halt im Hochgeschwindigkeitsnetz, ein Umstieg in Neapel ist also nicht nötig. Frecciarossa und Italo fahren Rom – Salerno in 1:25 – 1:50 Stunden, rund 19 Direktverbindungen täglich; Mailand – Salerno dauert direkt knapp 5 – 5,5 Stunden, Florenz – Salerno gut 3 Stunden. Sparpreise ab Rom beginnen bei rund 10 – 15 €, kurzfristig gebucht kostet die Fahrt 40 – 60 € (Stand: September 2026). Gepäck fährt ohne Aufpreis mit, Sitzplätze sind reserviert. Wichtig für Nachtzug-Reisende: Auch am Bahnhof Roma Tiburtina halten Frecciarossa und Italo, der Umweg über Termini entfällt.
Aus Deutschland und Österreich ist der ÖBB Nightjet die klimafreundlichste Variante: Der NJ 295 verlässt München täglich um 20:07 Uhr (Halt in Salzburg und Villach, wo der Zugteil aus Wien angekoppelt wird) und erreicht Roma Tiburtina gegen 10 Uhr; Sitzplatz ab ca. 30 €, Liegewagen ab 50 €, Schlafwagen ab 70 € (Stand: September 2026). Mit dem Anschlusszug ist man am frühen Nachmittag in Salerno und erreicht in der Fährsaison noch bequem ein Schiff an die Küste. Aus Norditalien fährt außerdem der Intercity Notte (Turin – Mailand – Bologna – Rom – Neapel – Salerno) über Nacht; Reservierung ist Pflicht.
Salerno als Drehscheibe: die letzte Meile
Vom Bahnhof Salerno sind es rund 1 km bzw. zehn Minuten zu Fuß zum Fähranleger an der Piazza della Concordia. In der Saison von April bis Oktober fahren dort die Fähren von Travelmar und Alicost nach Amalfi (ca. 12 €, 35 Minuten) und weiter nach Positano, mit Halten in Vietri, Cetara, Maiori und Minori; im Winter bleiben nur wenige Travelmar-Fahrten. Entspannter kommt man nicht an die Küste, mit Blick auf die Steilküste statt auf Stoßstangen. Ein Handgepäckstück ist im Preis enthalten, größere Koffer kosten ein paar Euro extra. Bei starkem Wind fallen Fahrten aus, dann bleibt der Bus.
Ganzjährig verkehren die SITA-Busse: Die Linie 5120 nach Amalfi startet an der Piazza Vittorio Veneto direkt vor dem Bahnhof, kostet 2,80 € und braucht etwa 75 Minuten; nach Positano und nach Ravello (1,50 €) steigt man in Amalfi um. Bei mehreren Busfahrten am Ankunftstag ist das 24-Stunden-Ticket CostieraSita (10 €, mit Positano 12 €) günstiger. Tickets vorab in der Tabaccheria kaufen, im Bus gibt es keine. Richtung Süden fahren Regionalzüge in 30 – 40 Minuten nach Paestum (ab 3,40 €) und weiter in den Cilento.
Über Sorrent an die Westseite
Für Quartiere in Positano oder Praiano bietet sich auch die Anreise über Sorrent an. Die Circumvesuviana (EAV) fährt von Napoli Garibaldi (Untergeschoss des Hauptbahnhofs) nach Sorrent, Ticket 5 €, ab dem 17. Oktober 2026 im 30-Minuten-Takt (34 Fahrten je Richtung, Fahrzeit rund 75 Minuten, mit Halt in Ercolano Scavi und Pompei Scavi) (Stand: Oktober 2026). Die Züge sind oft voll, ohne Gepäckflächen und ein bekanntes Revier für Taschendiebe. Der Campania Express mit reservierten Sitzplätzen (15 € einfach) fuhr auf derselben Strecke, ist aber seit dem 1. Oktober 2026 bis auf Weiteres ausgesetzt. Ab Sorrent bringt die SITA-Linie 5070 einen in etwa einer Stunde nach Positano und in gut 1:40 Stunden nach Amalfi; im Sommer sind die Busse ab Sorrent schnell voll, also früh anstellen. Insgesamt ist der Weg über Sorrent nicht schneller als der über Salerno, aber sinnvoll, wenn das Quartier am westlichen Ende der Küste liegt oder Pompeji ohnehin auf dem Programm steht.
Transfer und Taxi: teuer, aber direkt
Ein privater Transfer oder ein Taxi vom Flughafen Neapel direkt ins Hotel ist die bequemste Lösung und zugleich die teuerste. Die offiziellen Fixpreise der Neapolitaner Taxis liegen bei rund 145 € nach Positano und 155 € nach Amalfi; private Transferdienste beginnen bei etwa 120 – 150 € pro Fahrzeug (nicht pro Person), Sorrent kostet rund 110 € (Stand: September 2026). Die Fahrt dauert unter normalen Bedingungen 1:45 – 2 Stunden, im Hochsommer auf der Küstenstraße auch 3. Zu viert oder mit viel Gepäck relativiert sich der Preis gegenüber vier Bahn- und Fährtickets. Beim Taxi den Fixpreis vor der Abfahrt ausdrücklich vereinbaren, die Taxameter-Fahrt wäre teurer; Maut ist in den Fixpreisen enthalten.
Mit dem Fernbus
FlixBus fährt rund zehnmal täglich Rom (Autostazione Tiburtina) – Salerno in ca. 3,5 Stunden ab etwa 5 – 12 € sowie Neapel (Metropark an der Stazione Centrale) – Salerno in etwa einer Stunde ab wenigen Euro (Stand: September 2026). Halt in Salerno ist an der Piazza della Concordia, direkt am Fähranleger und zehn Gehminuten vom Bahnhof. Der Bus ist meist günstiger als der Zug, aber langsamer und staugefährdet. Als Sparoption für flexible Reisende taugt er, für den Anschluss an eine bestimmte Fähre nicht.
Mit dem Auto aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die Zahlen zuerst: München – Salerno sind rund 1.100 km über Brenner, Verona, Bologna, Florenz und Rom, reine Fahrzeit 10 – 11 Stunden; ab Frankfurt sind es etwa 1.450 km, ab Zürich rund 1.050 km (über Gotthard und Mailand), ab Wien etwa 1.300 km. Mit Pausen ist das realistisch eine Zwei-Tages-Fahrt, ein Zwischenstopp in der Toskana oder in Umbrien bietet sich an. An Maut fallen pro Richtung an: österreichische Vignette (10 Tage 9,60 €) plus Brenner-Sondermaut (12,50 €), in Italien vom Brenner bis Salerno rund 55 – 60 €, der Abschnitt Neapel – Salerno der A3 kostet 2,30 €; die Schweiz verlangt die Jahresvignette für 40 CHF (Stand: September 2026). Sprit und Maut hin und zurück liegen für einen Mittelklassewagen damit um 400 – 500 €. Bei mehr als zwei Personen mit Gepäck ist das preislich konkurrenzfähig zum Fliegen, zeitlich nicht.
Das eigentliche Problem beginnt an der Küste: Die SS163 Amalfitana ist eng, kurvenreich und im Sommer dauerhaft verstopft. 2026 gilt zwischen Vietri und Positano an vielen Tagen von 10 bis 18 Uhr die Regel der targhe alterne, bis 30. September täglich und im Oktober an Wochenenden und Feiertagen (zuvor schon über Ostern, an den Brückentagen Ende April und an den Wochenenden im Juni und Juli). An geraden Kalendertagen dürfen Autos mit gerader Endziffer im Kennzeichen nicht fahren, an ungeraden Tagen die ungeraden, Mietwagen eingeschlossen. Wohnmobile und Wohnwagen sind auf der Küstenstraße ganzjährig verboten. Parken kostet in den Küstendörfern 3 – 8 € pro Stunde, in Amalfi im Parkhaus Luna Rossa bis Anfang November 5 € pro Stunde bzw. 40 € pro Tag (Stand: September 2026), und freie Plätze sind im Hochsommer Glückssache. Dient das Auto nur der Anreise, bleibt es besser in Salerno (Parkhäuser am Hafen und am Bahnhof), und weiter geht es mit Fähre oder Bus. Was für und gegen einen Wagen spricht, steht im Artikel Mietwagen.
Ankunft am Abend oder im Winter
Die letzte Fähre ab Salerno nach Amalfi legt selbst im Hochsommer gegen 18 Uhr ab. Bei späterer Ankunft bleiben der SITA-Bus (abends nur noch stündlich oder seltener; im Herbstfahrplan bis 1. November fährt der letzte Bus ab Salerno um 21:30 Uhr) oder das Taxi. Alternativ übernachtet man die erste Nacht in Salerno und fährt am Morgen entspannt weiter. Das ist ohnehin die sinnvollste Lösung für Abendflüge: Eine Landung um 19 Uhr in Neapel bedeutet Ankunft in Salerno frühestens gegen 21 Uhr. Von November bis März fahren an der Küste nur wenige Fähren, stark wetterabhängig; dann bleibt die Landverbindung über Salerno oder Sorrent im dünneren Winterfahrplan. Viele Hotels in Positano und Amalfi schließen zudem von November bis Ostern. Bei einer Winterreise deshalb vor der Buchung prüfen, ob das Quartier geöffnet hat, und die Anreise auf Tageslicht legen: Die Küstenstraße bei Dunkelheit und Regen ist kein Vergnügen.
Typische Fehler bei der Anreise
- Positano von der falschen Seite ansteuern. Von Salerno aus liegt Positano am anderen Ende der Küste: per Fähre direkt (ca. 70 Minuten), per Bus mit Umstieg in Amalfi über zwei Stunden. Vom Flughafen Neapel ist für Positano der Weg über Sorrent gleich lang.
- Abendflug mit der letzten Fähre kombinieren. Nach einer Landung nach 17 Uhr in Neapel ist keine Fähre mehr zu erreichen; besser eine Nacht in Salerno oder Sorrent einplanen.
- Große Koffer für den SITA-Bus. Große Koffer brauchen ein Gepäckticket (1,50 €) und kommen in den Gepäckraum, sofern dort noch Platz ist; an Stoßtagen ist er schnell voll. Leicht packen oder die Fähre nehmen.
- Regionalzug-Ticket nicht entwerten. Papiertickets vor Fahrtantritt stempeln, digitale in der App aktivieren, sonst droht ein Bußgeld.
- Mietwagen ab Flughafen für ein Hotel ohne Parkplatz. Für die Küstentage ist ein Auto Ballast; für den Cilento mietet man es besser später in Salerno.
Häufige Fragen zur Anreise
- Welcher Flughafen ist der richtige für die Amalfiküste?
In der Regel Neapel (NAP): großes Flugangebot, per Alibus und Bahn in gut einer Stunde in Salerno. Der kleine Flughafen Salerno-Costa d'Amalfi (QSR) wird im Sommer 2026 nur von Ryanair, Volotea, easyJet und Aeroitalia bedient; aus dem deutschsprachigen Raum gibt es einzig ab Wien einen Direktflug. Im November 2026 ist Neapel geschlossen, dann fliegt u. a. Eurowings ab Düsseldorf und Stuttgart nach Salerno (Stand: September 2026).
- Wie komme ich vom Flughafen Neapel nach Salerno?
Mit dem Alibus zum Hauptbahnhof (5 €, 15 – 25 Minuten), dann mit dem Zug: Regionalzüge brauchen 35 – 45 Minuten ab ca. 5 €, Frecciarossa und Italo etwa 35 Minuten (Stand: September 2026). Insgesamt sollte man 1 – 1,5 Stunden rechnen.
- Geht die Amalfiküste auch ohne Auto?
- Was ist die schnellste Route von Deutschland aus?
Flug nach Neapel, Alibus zum Hauptbahnhof, Zug nach Salerno, dort Fähre oder Bus an die Küste. Vom Abflug bis Amalfi dauert das realistisch 6 – 7 Stunden. Klimafreundliche Alternative: ÖBB Nightjet ab München oder Wien nach Rom (Ankunft gegen 10 Uhr) und weiter mit dem Frecciarossa; Rom – Salerno dauert 1:25 bis 1:50 Stunden.
- Was kostet ein Transfer vom Flughafen Neapel an die Amalfiküste?
Offizielle Taxi-Fixpreise liegen bei rund 145 € nach Positano und 155 € nach Amalfi, private Transfers beginnen bei etwa 120 – 150 € pro Fahrzeug (Stand: September 2026). Die Fahrt dauert je nach Verkehr 1:45 bis 3 Stunden. Zu viert ist das gegenüber Bahn und Fähre kaum teurer, allein oder zu zweit deutlich.









