Drei Tage reichen nicht für alles, aber für einen sehr guten ersten Eindruck. Dieser Plan setzt auf Salerno als Basis: Amalfi mit Ravello, dann Positano (wahlweise zu Fuß über den Götterweg), zum Schluss ein Wahltag: die Tempel von Paestum oder ein langer Tag auf Capri. Alles funktioniert ohne Auto, mit Fähre und SITA-Bus. Alle Preise und Zeiten: Stand September 2026.
Warum Salerno als Basis?
Salerno liegt am Hochgeschwindigkeitsnetz, hat einen Fähranleger für alle Küstenlinien (Piazza della Concordia, gut zehn Gehminuten vom Bahnhof) und deutlich günstigere Unterkünfte als Amalfi oder Positano. Der Preis dafür: Man pendelt jeden Tag, und die Abende finden in Salerno statt. Für Nächte im Postkartenort steht weiter unten die Variante mit Basis Positano.
Tag 1: Amalfi und Ravello
Früh am Morgen: eine der ersten Fähren ab der Piazza della Concordia nach Amalfi (35 Minuten, 12 €). Je früher, desto leerer sind Boot und Domplatz. Vormittags: Besuch im Dom-Komplex mit Kreuzgang, Krypta und Basilika für 4 €. Danach die Hauptgasse hinauf, zurück über die Marina Grande.
11:00 Uhr: mit der SITA-Linie 5110 hinauf nach Ravello, 1,50 €, Ticket vorher im Tabacchi kaufen. Die Fahrt dauert planmäßig 25 Minuten. Bei früheren Sperrungen der Ravello-Straße fuhr die Linie über Maiori und den Valico di Chiunzi, dann dauerte sie gut eine Stunde; den aktuellen Stand nennt die Seite zu den SITA-Bussen. Oben reicht die Zeit gut für eine Villa: die Villa Rufolo direkt an der Piazza (8 €) oder die Villa Cimbrone mit der Terrazza dell'Infinito (10 €), 10–15 Gehminuten vom Ortskern. Beide sind machbar, aber gehetzt.
15:30 Uhr: Statt auf den Bus zu warten, den Treppenweg hinunter nach Atrani nehmen, rund 45 Minuten bergab, dann zehn Minuten durch den Tunnel nach Amalfi. 17:00 Uhr: Fähre zurück nach Salerno, nicht die letzte Abfahrt, sondern eine mit Puffer.
Kosten Tag 1: Fähre 2 × 12 €, Bus 1,50 €, Dom 4 €, eine Villa 8–10 €, zusammen rund 40 € pro Person plus Verpflegung.
Tag 2: Positano per Fähre oder über den Götterweg
Direkte Variante: mit einer der ersten Fähren von Salerno nach Positano, je nach Zwischenstopps 50–75 Minuten, 15–17 € pro Strecke. In Positano: die Kirche Santa Maria Assunta mit der Majolika-Kuppel, dann die Spiaggia Grande und über den Küstenweg (10–15 Minuten) zur ruhigeren Spiaggia di Fornillo. Zwischen 11 und 15 Uhr ist der Ort am vollsten; dann ist der Strand die bessere Adresse als die Gassen. Der Ortsbus (1,30 €) erspart die Treppen zur Hauptstraße. Rückfahrt gegen 16–17 Uhr; die Nachmittagsfähren sind in der Hochsaison zuerst voll, das Rückticket also morgens oder online sichern.
Variante für Wanderer: Sentiero degli Dei
Gut zu Fuß? Dann wird Tag 2 zum Wandertag: mit der ersten Fähre nach Amalfi, dort mit der SITA 5080 nach Bomerano (Ortsteil von Agerola, 40 Minuten) und gegen 9:30 Uhr Start auf dem Sentiero degli Dei. Der Höhenweg braucht 3–4 Stunden bis Nocelle, danach folgen rund 1.700 Stufen hinunter nach Positano: gut eine weitere Stunde, bergab anstrengender, als es klingt. Ankunft am frühen Nachmittag, Zeit für ein Bad, Fähre zurück nach Salerno. Unterwegs gibt es weder Wasser noch Schatten noch Einkehr, also mindestens 1,5 Liter pro Person mitnehmen. Im Hochsommer ist der frühe Start Pflicht.
Kosten Tag 2: Fährvariante 30–34 € plus Ortsbus; Wandervariante mit Fähre nach Amalfi (12 €), Bus nach Bomerano (wenige Euro) und Rückfahrt Positano–Salerno (15–17 €) rund 30–32 €.
Tag 3: Paestum oder Capri
Variante A: Paestum, Tempel statt Trubel
Die entspannteste Option: Regionalzug ab Salerno, 30–40 Minuten, 3,40 € pro Strecke, vom Bahnhof Paestum rund zehn Gehminuten zur Ausgrabung. Die drei dorischen Tempel gehören zu den besterhaltenen der griechischen Welt; das Ticket für Ausgrabung und Museum kostet 15 €. Drei bis vier Stunden vor Ort reichen, der Abend bleibt für die Altstadt von Salerno.
Variante B: Capri, der lange Tag
Capri ab Salerno ist machbar, aber ein langer Tag: Die Schnellboote von Alicost und NLG legen am Molo Manfredi ab (nicht an der Piazza della Concordia, rund 20 Minuten Fußweg dazwischen), erste Abfahrt gegen 7:50 Uhr, Fahrzeit 1,5–2 Stunden je nach Zwischenstopps, 25,50–34,50 € pro Strecke je nach Gesellschaft. Die Capri-Boote ab Salerno fahren saisonal und im Frühjahr und Herbst nicht jeden Tag, den Fahrplan also vorher prüfen. Netto bleiben fünf bis sechs Stunden auf der Insel, genug für Marina Grande, die Piazzetta und einen Aussichtspunkt, nicht für alles. Mit weniger Fahrzeit kommt man nach Pompeji (per Zug) oder bleibt an der Küste, etwa in Cetara und Vietri sul Mare.
Kosten Tag 3: Paestum rund 22 € inklusive Zug und Eintritt; Capri allein für die Überfahrt 51–69 € hin und zurück, dazu Inselbusse oder Seilbahn.
Budget-Übersicht
Pro Person, ohne Unterkunft und Verpflegung (Stand: September 2026):
- Verkehr: Paestum-Variante 60–65 €, Capri-Variante 90–110 €
- Eintritte: Dom Amalfi, eine Villa, Paestum: 27–29 €
- Summe: rund 90–95 € (Paestum) bzw. 130–145 € (Capri)
- Sparvariante nur Bus: drei Tageskarten CostieraSita à 10 € statt Fähren, dann rund 60 €, allerdings mit deutlich mehr Fahrzeit und vollen Bussen
Unterkunft in Salerno ist in der Hauptsaison meist halb so teuer wie in Positano; Details im Artikel Wo übernachten?.
Anpassungen: Regen, Nebensaison, Kinder
Regen: Bei Seegang fallen Fähren aus, oft kurzfristig. Dann wird Salerno selbst zum Programm (Dom mit Krypta, Castello Arechi, Altstadt) oder Paestum, dessen Museum viel Zeit füllt. Tag 1 und 2 lassen sich mit dem SITA-Bus retten, Capri nicht.
Nebensaison (November bis März): Der Fährverkehr ist auf wenige, wetterabhängige Kurse ausgedünnt; verlässlich planen lässt sich der Tag dann nur über die SITA-Linie 5120 (Salerno–Amalfi 75 Minuten, 2,80 €). Der Dom-Komplex in Amalfi ist vom 7. Januar bis Ende Februar geschlossen, die Villen in Ravello sind ganzjährig offen. Der Götterweg ist im Winter oft am schönsten: klar, leer, kühl.
Mit Kindern: Tag 1 ohne Ravello, dafür Strand in Amalfi oder Atrani; Tag 2 Positano per Fähre mit Badezeit an der Fornillo; Tag 3 Paestum, wo die Wege kurz und flach sind. Den Götterweg mit den 1.700 Stufen besser weglassen.
Hochsommer: Erste Fähre nehmen, Besichtigungen vor die Mittagshitze legen, Nachmittag am Strand.
Alternative: 3 Tage mit Basis Positano
Mit Basis Positano tauscht man Preis gegen Lage und verbringt die Abende im Ort. Anreise am ersten Tag per Fähre ab Salerno mit Gepäck. Tag 1: Positano zu Fuß, Spiaggia Grande, Fornillo, abends die Gassen ohne Tagesgäste. Tag 2: Götterweg ohne Fähre, mit der SITA 5070 nach Amalfi (40–50 Minuten), 5080 nach Bomerano, dann zu Fuß zurück; hier lohnt die Tageskarte CostieraSita (10 €, 12 € inklusive Positano-Ortsbusse). Tag 3: Amalfi und Ravello per Bus oder Boot, oder Capri, das von Positano deutlich näher liegt. Nachteile: Unterkünfte zwei- bis dreimal so teuer, Treppen zu jeder Tageszeit, und Paestum ist als Tagesausflug kaum machbar.
Typische Fehler
Zu viel an einem Tag: Amalfi, Ravello und Positano an einem Tag heißt drei Stunden Fahrzeit, zwei Stunden Warten und kein Ort richtig gesehen. Falsche Uhrzeiten: Mit Abfahrt um 10 Uhr in Salerno kommt man zusammen mit allen Tagesgästen an; die Busse sind zwischen 9 und 11 sowie 17 und 19 Uhr am vollsten. Letzte Fähre: Sie fällt bei Seegang als erste aus, deshalb immer eine Verbindung Puffer lassen. Wanderung nachmittags: Der Götterweg hat keinen Schatten, der Start gehört in den Morgen. Sonntag unterschätzen: Die SITA fährt sonn- und feiertags seltener, die Fähren sind dafür voller.
Was hinter der Kennzeichen-Regel steckt und welche Ausnahmen es gibt, erklärt der Artikel Mietwagen an der Amalfiküste.
Häufige Fragen zu 3 Tagen Amalfiküste
- Reichen 3 Tage für die Amalfiküste?
Für Amalfi, Ravello und Positano plus einen Ausflug ja, sofern man pro Tag höchstens zwei Orte einplant und früh startet. Kommen Wandern, Baden und Capri hinzu, sind eher fünf Tage nötig.
- Salerno oder Positano als Basis?
Salerno ist günstiger, per Zug erreichbar und hat Fähren in alle Küstenorte; Positano ist teurer und treppenreich, dafür verbringt man die Abende im Ort. Für drei Tage mit Paestum-Option ist Salerno praktischer, für Wanderer und Capri-Fahrer Positano.
- Was kosten 3 Tage Amalfiküste ab Salerno?
Ohne Unterkunft und Essen rund 90–95 € pro Person für Fähren, Busse und Eintritte in der Paestum-Variante, 130–145 € mit Capri (Stand: September 2026). Wer nur Bus fährt, kommt mit etwa 60 € aus.
- Ist die Route ohne Auto machbar?
Ja, und das ist die bessere Wahl: Fähren verbinden Salerno von April bis Oktober mit Amalfi und Positano, SITA-Busse fahren ganzjährig. Ein Auto kostet an der Küste Parkgebühren und Nerven und darf an targhe-alterne-Tagen teils gar nicht fahren.
- Muss man die Fähren vorbuchen?
Für die Hinfahrt am Morgen reicht meist der Schalter, für die Rückfahrt am Nachmittag in der Hochsaison nicht: Diese Boote sind zuerst voll. Das Rückticket am besten morgens oder online kaufen.


