Drei Tage reichen nicht für alles — aber für einen sehr guten ersten Eindruck der Amalfiküste. Dieser Plan setzt auf Salerno als Basis und kombiniert die zwei großen Küstenorte Amalfi und Positano mit Ravello und einem Wahltag: griechische Tempel in Paestum oder ein langer Tag auf Capri. Alle Etappen funktionieren ohne Auto — mit Fähre und SITA-Bus.
Warum Salerno als Basis?
Salerno hat drei handfeste Vorteile: Der Bahnhof liegt an der Hauptstrecke Neapel – Süditalien und ist mit dem Hochgeschwindigkeitszug direkt erreichbar (siehe Anreise). Die Fähranleger für die Küstenlinien liegen an der Piazza della Concordia, nur wenige Gehminuten vom Bahnhof und vom Lungomare. Und Unterkünfte kosten deutlich weniger als in Positano oder Amalfi — mehr dazu im Artikel Wo übernachten?. Der Preis dafür: Man pendelt jeden Tag per Boot oder Bus an die Küste, morgens hin, abends zurück.
Tag 1: Amalfi und Ravello
Morgens eine der ersten Fähren ab Piazza della Concordia nach Amalfi nehmen — je früher, desto leerer sind Boot und Domplatz. Die Überfahrt dauert etwa 35 Minuten und kostet rund 12 € pro Strecke (Stand: Juli 2026). In Amalfi zuerst den Dom mit seiner Freitreppe und den Chiostro del Paradiso besuchen, danach durch die Hauptgasse bummeln — wer mag, mit Abstecher ins Papiermuseum im Valle dei Mulini.
Gegen Mittag mit der SITA-Linie 5110 hinauf nach Ravello: Die Fahrt dauert etwa 25 – 30 Minuten und kostet 1,50 € (Stand: Juli 2026); Tickets vorher am Tabacchi-Kiosk kaufen, nicht beim Fahrer. Oben reicht die Zeit gut für eine der beiden großen Villen: die Villa Rufolo direkt an der Piazza oder die Villa Cimbrone mit der Terrazza dell'Infinito, rund 10 – 15 Gehminuten vom Ortskern. Nachmittags mit dem Bus zurück nach Amalfi und per Fähre nach Salerno — dabei nicht die letzte Verbindung einplanen, sondern eine Abfahrt mit Puffer wählen.
Kosten Tag 1: Fähre 2 × ca. 12 €, Bus 2 × 1,50 €, Dom mit Kreuzgang und eine Villa zusammen grob 12 – 15 € Eintritt — insgesamt etwa 40 – 45 € pro Person plus Verpflegung (Stand: Juli 2026).
Tag 2: Positano — per Fähre oder zu Fuß über den Götterweg
Die direkte Variante: Fähre von Salerno nach Positano, etwa 70 Minuten mit Zwischenstopps, ab rund 15 € pro Strecke (Stand: Juli 2026). Die Anfahrt vom Wasser ist die beste Ansicht des Ortes — die Häuserpyramide baut sich langsam vor dem Bug auf. In Positano: die Kirche Santa Maria Assunta mit der Majolika-Kuppel, dann durch die Gassen hinunter zur Spiaggia Grande. Wer Ruhe sucht, geht über den Küstenpfad weiter zur Spiaggia di Fornillo. Für die Rückfahrt gilt: Die Nachmittagsfähren nach Salerno sind zuerst ausgebucht — in der Hochsaison das Rückfahrtticket am besten schon morgens oder online sichern.
Alternative für Wanderer: Sentiero degli Dei
Wer gut zu Fuß ist, macht aus Tag 2 einen Wandertag: mit der Fähre nach Amalfi, von dort mit dem SITA-Bus hinauf nach Bomerano (Ortsteil von Agerola), dem Startpunkt des Sentiero degli Dei. Der Höhenweg führt in etwa drei Stunden nach Nocelle, danach folgen rund 1.500 Stufen hinunter nach Positano — bergab anstrengender, als es klingt. Unten bleibt Zeit für ein Bad, bevor die Fähre zurück nach Salerno geht. Viel Wasser mitnehmen, es gibt unterwegs weder Schatten noch Einkehr; mehr Routen im Artikel Wandern an der Amalfiküste.
Kosten Tag 2: Fährvariante 2 × ca. 15 €; Wandervariante Fähre Salerno – Amalfi ca. 12 €, Bus nach Bomerano nach Unico-Tarif, Rückfahrt Positano – Salerno ab ca. 15 € (Stand: Juli 2026).
Tag 3: Paestum oder Capri
Variante A: Paestum — Tempel statt Trubel
Die entspannteste Option: Der Regionalzug bringt einen in etwa 35 Minuten von Salerno nach Paestum, vom Bahnhof sind es rund zehn Gehminuten zur Ausgrabung. Die drei dorischen Tempel gehören zu den besterhaltenen der griechischen Welt; das Ticket für Ausgrabung und Museum kostet 15 € (Stand: Juli 2026). Wer die Hintergründe mag: Der Artikel Paestum und Großgriechenland erzählt die Geschichte der Kolonie. Mit Rückfahrt am späten Nachmittag bleibt abends noch Zeit für die Altstadt von Salerno.
Variante B: Capri — der lange Tag
Capri ab Salerno ist machbar, aber ehrlicherweise ein langer Tag: Die Alicost-Fähre legt am Molo Manfredi ab (nicht an der Piazza della Concordia — gut 15 Minuten Fußweg dazwischen) und braucht rund 2 Stunden pro Richtung; die Strecke kostet je nach Richtung und Tag etwa 25,50 – 30,50 € (Stand: Juli 2026). Netto bleiben meist fünf bis sechs Stunden auf der Insel — genug für Marina Grande, die Piazzetta und einen Aussichtspunkt, nicht für alles. Was sich auf der Insel lohnt und wie man sie taktet, steht im Artikel Capri-Tagesausflug. Wer lieber weniger Fahrzeit will, nimmt stattdessen Pompeji oder bleibt an der Küste, etwa in Cetara und Vietri sul Mare.
Kosten Tag 3: Paestum unter 25 € inklusive Zug und Eintritt; Capri allein für die Fähre 51 – 61 € hin und zurück (Stand: Juli 2026).
Anpassungen: Regen, Hochsommer, Spartipps
Regenvariante: Bei schlechtem Wetter fallen Fähren schnell aus — dann wird Salerno selbst zum Programm: der Dom mit der Krypta, das Castello Arechi über der Stadt und die Altstadtgassen mit ihren Cafés. Auch Paestum funktioniert bei Regen besser als die Küstenorte, weil das Museum viel Zeit füllt.
Hochsommer: Im Juli und August so früh wie möglich starten — die erste Fähre nehmen, Besichtigungen vor die Mittagshitze legen und den Nachmittag an einen Strand verlegen. Wann die Küste am angenehmsten ist, steht im Artikel Beste Reisezeit.
Sparen mit dem Bus: Wer statt der Fähren komplett auf SITA-Busse setzt, kommt mit dem 24-Stunden-Ticket CostieraSita für 10 € pro Tag aus (Stand: Juli 2026) — braucht aber deutlich mehr Zeit und gute Nerven, Details im Artikel SITA-Busse.
Was hinter der Kennzeichen-Regel steckt und wann sie gilt, erklärt der Artikel Mietwagen an der Amalfiküste. Für alles Weitere: Die Packliste verrät, warum leichtes Gepäck hier doppelt zählt, und der Artikel Geld und Trinkgeld hilft bei der Budgetplanung.


