Agerola ist der Sonderfall unter den Orten dieser Website: keine Küstengemeinde, sondern eine grüne Hochebene auf rund 600 Metern in den Monti Lattari — und verwaltungstechnisch gehört sie zur Metropolitanstadt Neapel, nicht zur Provinz Salerno wie die Nachbarn Amalfi, Furore oder Praiano direkt unterhalb. Knapp 7.500 Menschen (Stand: Juli 2026) leben verteilt auf mehrere Ortsteile, darunter Bomerano, Pianillo (Gemeindesitz) und San Lazzaro. Statt Zitronenterrassen und Badebuchten prägen Weiden, Wälder und Gemüsegärten das Bild — und im Sommer ist es hier oben spürbar kühler als an der Küste.
Bomerano: Startpunkt des Sentiero degli Dei
Der Ortsteil Bomerano auf 630 Metern ist der übliche Ausgangspunkt des Sentiero degli Dei — von hier wandert man weitgehend bergab über Nocelle nach Positano, statt von der Küste aus Hunderte Höhenmeter aufzusteigen. Genau deshalb kommen die meisten Wanderer morgens mit der SITA-Linie 5080 von Amalfi herauf, Fahrzeit rund 30 Minuten (Stand: Juli 2026); Tickets und Taktung erklärt der Guide zu den SITA-Bussen. Wer in Agerola übernachtet, steht ohne Anfahrtsstress am Startpunkt und ist vor den Tagesgruppen auf dem Weg — mehr Routen rund um die Küste im Überblick Wandern an der Amalfiküste.
Käseland: Fior di latte und Provolone del Monaco DOP
Die Monti Lattari — wörtlich „Milchberge“ — tragen ihren Namen nicht zufällig, und Agerola ist ihr Käsezentrum. Der Fior di latte di Agerola, eine Mozzarella aus Kuhmilch, gilt vielen neapolitanischen Pizzaioli als erste Wahl für die Pizza. Dazu kommt der Provolone del Monaco DOP, ein mindestens sechs Monate gereifter Pasta-filata-Käse aus Rohmilch, der seinen Charakter unter anderem der seltenen lokalen Rinderrasse Agerolese verdankt; seine Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. In den Käsereien und Läden im Ort kann man probieren und einkaufen — eine gute Ergänzung zum Kapitel Essen und Trinken.
Wanderbasis: Monte Tre Calli und Punta San Lazzaro
Der Sentiero degli Dei ist nur der bekannteste Weg ab Agerola. Von Bomerano führt ein Pfad auf den Monte Tre Calli (1.122 m) mit Rundblick über Positano, Capri und den Golf von Salerno; die Tour lässt sich Richtung Capo Muro verlängern. Deutlich bequemer zu erreichen ist die Punta San Lazzaro im gleichnamigen Ortsteil: eine Aussichtsterrasse an der Abbruchkante der Hochebene, mehrere hundert Meter senkrecht über der Küste — einer der großen Balkone der Region, auch für Nicht-Wanderer lohnend. Wer mit dem eigenen Auto kommt, findet hier oben zudem deutlich entspannteres Parken als an der Küstenstraße — Hinweise dazu im Guide zum Mietwagen.

