Praiano liegt auf halber Strecke zwischen Positano und Amalfi und ist nach Westen ausgerichtet — einer der wenigen Orte der Küste, an denen die Sonne direkt im Meer versinkt. Tagesgäste verirren sich deutlich seltener hierher als in die Nachbarorte, die Infrastruktur reicht trotzdem für einen längeren Aufenthalt: Restaurants, kleine Hotels, Lebensmittelläden, Bushaltestellen an der Küstenstraße. Eines sollte man wissen: Der Ort ist steil gebaut, fast alle Wege führen über Treppen.
Strände: Marina di Praia und La Gavitella
Der Hauptstrand Marina di Praia liegt in einer engen Felsschlucht an der Gemeindegrenze zu Furore, nicht weit vom Fiordo di Furore — dunkler Kies, Fischerboote, ein paar Restaurants direkt am Wasser. Von der Küstenstraße führt ein kurzer Fußweg hinunter.
Die Spiaggia della Gavitella im Ortsteil Vettica Maggiore erreicht man über eine 1926 angelegte Treppe mit 413 Stufen. Die kleine Bucht blickt nach Westen und hat als einziger Strand der Amalfiküste von morgens bis zum Sonnenuntergang Sonne — mit Blick auf Positano und Capri. Der Kiesstreifen ist nur rund 30 Meter breit und wird von einem Beach Club mit Liegen, Bar und Restaurant bewirtschaftet; im Hochsommer lohnt eine Reservierung. Und: Die 413 Stufen wollen nach dem Strandtag auch wieder hinaufgestiegen werden.
Sonnenuntergang an der Piazza San Gennaro
Die Kirche San Gennaro mit ihrer Majolika-Kuppel steht auf einer weiten, frei zugänglichen Terrasse über dem Meer — der klassische Sonnenuntergangs-Platz von Praiano, mit Blick Richtung Positano und Capri. Im Sommer füllt sich der Platz ab dem frühen Abend; wer in Ruhe fotografieren will, kommt am besten eine Stunde vor Sonnenuntergang.
Sentiero degli Dei: Einstieg ab Praiano
Praiano ist ein möglicher Startpunkt für den Sentiero degli Dei — aber der anstrengendste: Von der Küstenstraße führen rund 1.000 Stufen am Kloster San Domenico vorbei hinauf zum Pass Colle Serra auf 580 Metern, wo der eigentliche Höhenweg beginnt. Wer sich diesen Aufstieg sparen will, nimmt den SITA-Bus nach Amalfi und von dort den Anschlussbus nach Bomerano (Agerola), dem üblichen Ausgangspunkt, und wandert von dort Richtung Nocelle und Positano.
Luminaria di San Domenico: 1. bis 4. August
Jedes Jahr vom 1. bis 4. August verwandelt die Luminaria di San Domenico Praiano in ein Lichtermeer: Tausende Kerzen säumen Gassen, Treppen und die Piazza San Gennaro, am Abschlussabend treten Feuerkünstler auf. Die Tradition rund um das Kloster San Domenico wird seit über 400 Jahren gepflegt und gehört zu den stimmungsvollsten Festen der Küste. Unterkünfte für Anfang August entsprechend früh buchen.
Anreise und Fortbewegung
Praiano liegt an der SITA-Linie 5070 Amalfi–Positano–Sorrent, die Busse halten an mehreren Stellen entlang der Küstenstraße (Stand: Juli 2026). Tickets vorher kaufen — Details im Guide zu den SITA-Bussen. Von etwa April bis Oktober steuern zudem Fähren von Travelmar den kleinen Anleger an der Marina di Praia an, mit Verbindungen unter anderem nach Positano, Amalfi und Salerno (Stand: Juli 2026) — mehr dazu im Überblick zu den Fähren. Mit dem eigenen Auto ist das Parken das Hauptproblem: wenige, teure Stellplätze entlang der SS163. Für die Planung wichtig: Zwischen Küstenstraße, Ortskern und Stränden liegen Hunderte Stufen — mit Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität ist Praiano nur bedingt geeignet.











