Capri liegt am südlichen Ende des Golfs von Neapel, vor der Sorrentinischen Halbinsel. Die Insel ist nur rund zehn Quadratkilometer groß und seit dem 19. Jahrhundert ein internationales Reiseziel — entsprechend voll und teuer ist sie heute. Im Juli und August schieben sich Tausende Tagesgäste zwischen Hafen und Piazzetta; wer die Wahl hat, kommt im Mai, Juni, September oder Oktober und nimmt die erste Fähre des Tages. Dann zeigt sich, warum der Ruf der Insel trotz allem berechtigt ist: Die Mischung aus Klippen, Gärten und Meerblick gibt es an der Amalfiküste in dieser Dichte nicht.
Anreise: Fähren ab der Amalfiküste
Schnellfähren verkehren in der Saison (etwa April bis Oktober) täglich zum Hafen Marina Grande:
- Salerno — mit Alicost ab Molo Manfredi, ca. 2 Stunden Fahrt, 25,50–30,50 € je Richtung (Stand: Juli 2026).
- Amalfi — ca. 50–60 Minuten.
- Positano — ca. 30–40 Minuten.
- Sorrent — ca. 20–25 Minuten; diese Strecke wird auch außerhalb der Saison bedient.
Im Winter erreicht man Capri nur über Neapel oder Sorrent. Auf der Insel selbst gibt es die Funicolare von Marina Grande nach Capri-Stadt (2,40 € pro Fahrt, ca. 4 Minuten), Minibusse und Taxis; eigene Fahrzeuge dürfen Tagesgäste nicht mitbringen. Details zu Strecken und Anbietern im Artikel Fähren an der Amalfiküste.
Was man auf Capri sieht
- Marina Grande — der Haupthafen und Anlegestelle der Fähren; hier starten auch Bootstouren und die Funicolare.
- Capri-Stadt mit der Piazzetta, dem kleinen, teuren Wohnzimmer der Insel.
- Giardini di Augusto — Terrassengärten mit dem bekannten Blick auf die Faraglioni-Felsen; geringer Eintritt.
- Anacapri, der ruhigere, höher gelegene zweite Hauptort. Von hier fährt der Einzelsessellift auf den Monte Solaro (589 m), den höchsten Punkt der Insel: 15 € hin und zurück, 12 € einfach, ca. 13 Minuten pro Richtung (Stand: Juli 2026).
- Villa San Michele in Anacapri, das Haus des schwedischen Arztes Axel Munthe mit Garten und Rundblick; Eintritt 12 € (Stand: Juli 2026).
- Villa Jovis, die Ruinen der Kaiserresidenz des Tiberius am Ostkap, ca. 45 Minuten Fußweg von der Piazzetta; Eintritt 6 €, Öffnungstage wechseln — vorab bei der Touristeninformation prüfen.
- Blaue Grotte (Grotta Azzurra) — nur per Ruderboot und nur bei ruhiger See zugänglich, siehe unten.
Blaue Grotte: Preise, Wartezeit, Schließungen
Der Besuch der Blauen Grotte ist deutlich teurer geworden: Der Eintritt kostet 18 € pro Person, dazu kommen 12 € für das vorgeschriebene Ruderboot — zusammen 30 €, zahlbar am schwimmenden Kassenboot vor dem Grotteneingang (Stand: Juli 2026). Wer ab Marina Grande mit dem Motorboot anfährt, zahlt zusätzlich rund 18–24 € für den Transfer. Günstiger ist der Landweg: mit dem Bus ab Anacapri bis zur Treppe direkt am Grotteneingang, wo man ebenfalls in die Ruderboote steigt.
Geöffnet ist die Grotte im Sommer etwa von 8:30 bis 18 Uhr — aber nur bei ruhigem Meer. Schon bei mäßigem Wellengang oder auflandigem Wind bleibt sie geschlossen, was an vielen Tagen im Jahr der Fall ist. Der Aufenthalt in der Grotte selbst dauert nur wenige Minuten; das blaue Leuchten ist um die Mittagszeit am stärksten, die Warteschlange morgens am kürzesten.
Realistischer Tagesplan ab der Amalfiküste
Mit einer frühen Fähre ab Positano oder Amalfi ist man gegen 9 bis 10 Uhr auf der Insel — ab Salerno entsprechend später, dort lohnt die früheste Abfahrt. Ein bewährter Ablauf:
- Vormittag: Ab Marina Grande direkt zur Blauen Grotte (per Boot oder über Anacapri), solange die Schlange kurz ist — oder bei geschlossener Grotte gleich mit dem Bus nach Anacapri.
- Mittag: In Anacapri mit dem Sessellift auf den Monte Solaro; oben Rundblick über die Faraglioni, den Golf von Neapel und bei klarer Sicht bis zur Amalfiküste. Danach Villa San Michele oder Mittagessen abseits der Hauptgassen.
- Nachmittag: Mit dem Bus nach Capri-Stadt, Piazzetta und Giardini di Augusto, dann mit der Funicolare hinunter zum Hafen — mit Puffer von mindestens einer halben Stunde vor der Rückfahrt.
Villa Jovis passt zusätzlich nur in den Plan, wenn man auf die Grotte verzichtet — der Fußweg dorthin und zurück kostet gut anderthalb Stunden.
Was kostet ein Tag auf Capri?
Eine ehrliche Größenordnung pro Person (Stand: Juli 2026): Fähre hin und zurück je nach Abfahrtsort grob 50–65 € (ab Salerno 51–61 €), Blaue Grotte inklusive Bootstransfer rund 50 €, Sessellift Monte Solaro 15 €, Funicolare und Busse wenige Euro, dazu Essen und Trinken zu Inselpreisen — ein einfaches Mittagessen mit Getränk liegt selten unter 25 €. Realistisch sollte man mit 120–180 € rechnen; ohne Blaue Grotte entsprechend weniger. Spartipp: Wasser und Snacks mitbringen und in Anacapri statt an der Piazzetta einkehren.
Beste Zeit für den Ausflug
Mai, Juni, September und Oktober bieten die beste Balance aus Wetter, Fährtakt und erträglichen Besucherzahlen. Im Juli und August ist die Insel ab dem späten Vormittag überlaufen, und die Mittagshitze macht die Fußwege mühsam — dann hilft nur die erste Fähre und ein früher Rücktransfer. Wochentage sind spürbar ruhiger als Wochenenden. Mehr zur Saisonplanung im Überblick Beste Reisezeit; weitere Inselziele im Vergleich unter Ischia und Procida.


