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Ausflüge

Pompeji: Antike Stadt am Vesuv

Beim Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr. unter Asche begraben, seit 1748 systematisch ausgegraben — eine der wichtigsten archäologischen Stätten der Welt, von Salerno in rund 40 Zugminuten erreichbar.

11 Min. LesezeitAktualisiert 5. Juli 2026

Pompeji liegt am Fuß des Vesuvs zwischen Neapel und Salerno und gehört zu den großen Pflichtbesuchen Süditaliens. Beim Ausbruch des Vulkans im Jahr 79 nach Christus wurde die römische Stadt unter mehreren Metern Asche und Lapilli begraben. Lange wurde der Ausbruch auf den 24. August datiert; jüngere Funde — darunter eine Holzkohleinschrift mit einem Datum im Oktober — sprechen heute eher für einen Ausbruch im Herbst.

Was passierte am Tag des Ausbruchs

Gegen Mittag schleuderte der Vesuv eine kilometerhohe Wolke aus Bims und Asche in den Himmel. In den folgenden Stunden bedeckte ein Ascheregen Pompeji, Häuser stürzten unter dem Gewicht ein. In der Nacht und am Morgen darauf rasten pyroklastische Ströme — Lawinen aus Gas, Asche und Gestein — über das Gebiet und töteten alle, die noch in der Stadt waren. Pompeji blieb über 1500 Jahre verschüttet. Erste Funde gab es 1592 bei Kanalarbeiten, systematische Ausgrabungen begannen 1748 unter dem bourbonischen König Karl III.

Was man heute sieht

Erhalten ist eine ganze römische Provinzstadt: Forum, Tempel, Thermen, ein Amphitheater (das älteste erhaltene Steinamphitheater Italiens), zwei Theater, Bäckereien, Tavernen, Werkstätten, Bordelle, Wohnhäuser. Besonders eindrucksvoll sind die Patrizierhäuser mit ihren Wandmalereien:

  • Casa dei Vettii — berühmt für ihre Fresken mit mythologischen Szenen.
  • Villa dei Misteri — etwas außerhalb der Stadtmauern gelegen, mit dem berühmten Freskenzyklus eines Dionysos-Mysterienkults; seit der Ticketreform nur noch mit dem Pompeii+-Ticket zugänglich.
  • Casa del Fauno — eines der größten Privathäuser, in dem das Original des Alexandermosaiks gefunden wurde.
  • Casa del Poeta Tragico — mit dem ikonischen Hundemosaik und der Inschrift „Cave Canem“.

Tickets, Preise und Öffnungszeiten

Seit dem 12. Januar 2026 gelten zwei Haupttickets (Stand: Juli 2026): Pompeii Express für 20 € deckt die gesamte antike Stadt innerhalb der Mauern ab. Pompeii+ für 25 € umfasst zusätzlich die Vorstadtvillen — darunter die Villa dei Misteri, die Villa di Diomede und die Villa Regina in Boscoreale samt Antiquarium — inklusive des Artebus-Shuttles zwischen den Villen. Wer die berühmten Mysterien-Fresken sehen will, braucht also das teurere Ticket. Für EU-Bürger zwischen 18 und 24 gibt es einen ermäßigten Tarif, unter 18 ist der Eintritt frei.

Seit dem 15. November 2024 sind alle Tickets personalisiert: Sie tragen den Namen des Besuchers, am Eingang kann ein Ausweis verlangt werden. Gleichzeitig gilt ein Tageslimit von 20.000 Besuchern; in der Hauptsaison (Mitte März bis Mitte Oktober) ist der Tag zusätzlich in Zeitfenster geteilt — bis 13 Uhr maximal 15.000 Einlässe, danach maximal 5.000. Verkauft werden Tickets über die offizielle Seite pompeiisites.org (Online-Verkauf über den Partner Vivaticket) sowie an den Kassen vor Ort. An Sommerwochenenden lohnt es sich, das Zeitfenster einige Tage im Voraus zu buchen.

Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr: von April bis Oktober bis 19 Uhr (letzter Einlass 17:30), von November bis März bis 17 Uhr (letzter Einlass 15:30). Geschlossen am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember (Stand: Juli 2026).

Rundgang: Route für drei bis vier Stunden

Vom Haupteingang Porta Marina führt der klassische Weg hinauf zum Forum mit Jupitertempel und Vesuvblick. Von dort weiter zu den Stabianer Thermen und dem Lupanare, dann über die Hauptachse Via dell'Abbondanza nach Osten — vorbei an Läden, Thermopolien (antiken Imbissen) und Wahlparolen an den Wänden — bis zum Amphitheater und dem Orto dei Fuggiaschi mit den Gipsabdrücken. Auf dem Rückweg lohnen das Teatro Grande und, sofern geöffnet, Casa del Fauno und Casa dei Vettii im Nordteil. Wichtig: Nicht alle Häuser sind täglich zugänglich, einzelne Gebäude werden im Wechsel geschlossen — die tagesaktuelle Liste hängt am Eingang aus.

Mit Pompeii+-Ticket zum Schluss die Villa dei Misteri anschließen: Sie liegt gut zehn Gehminuten außerhalb der Stadtmauern, praktischerweise nahe der Circumvesuviana-Station.

Praktische Hinweise

Das Gelände ist groß — rund 44 Hektar, von denen etwa zwei Drittel freigelegt sind. Für einen sinnvollen Besuch sollte man drei bis fünf Stunden einplanen. Das antike Pflaster ist uneben: festes Schuhwerk ist Pflicht, Sandalen und Kinderwagen sind mühsam. Im Sommer Sonnenhut, Sonnencreme und mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person mitnehmen — Schatten gibt es kaum, dafür mehrere Trinkwasserbrunnen zum Nachfüllen auf dem Gelände.

Gepäck: Taschen und Rucksäcke größer als etwa 30 × 30 × 15 cm dürfen nicht mit hinein; am Eingang gibt es eine kostenlose Gepäckaufbewahrung. Barrierefreiheit: Die ausgeschilderte Route „Pompeii per tutti“ (Pompeji für alle) führt auf rund drei Kilometern stufenfrei durch die wichtigsten Bereiche der Stadt — am besten über den Eingang Piazza Anfiteatro starten.

Anreise von der Amalfiküste

Von Salerno aus fährt der Trenitalia-Regionalzug (Richtung Neapel) zum Bahnhof Pompei im modernen Ort — Fahrtzeit etwa 25 bis 40 Minuten, Ticket um 3 € (Stand: Juli 2026). Vom Bahnhof sind es rund zehn Gehminuten zum Eingang Piazza Anfiteatro. Von Sorrent aus bringt die Circumvesuviana (Linie Neapel–Sorrent) Besucher in rund 30 Minuten zur Station Pompei Scavi – Villa dei Misteri, die direkt am Haupteingang Porta Marina liegt; auf derselben Strecke fährt als Komfort-Alternative mit Sitzplatzgarantie der Campania Express. Details zu beiden Bahnen stehen im Beitrag zur Anreise. Von Amalfi und Positano über den SITA-Bus nach Salerno bzw. Sorrent und dort in den Zug umsteigen — zusammen etwa zwei Stunden pro Richtung. Wer Pompeji und Herculaneum an einem Tag verbindet, nimmt die Circumvesuviana: Beide Stätten liegen an derselben Linie.