Pompeji liegt am Fuß des Vesuvs zwischen Neapel und Salerno und ist der meistbesuchte Tagesausflug von der Amalfiküste. Beim Ausbruch des Vulkans im Jahr 79 n. Chr. wurde die römische Stadt unter mehreren Metern Bims und Asche begraben. Lange galt der 24. August als Datum; eine 2018 gefundene Holzkohle-Inschrift mit einem Datum im Oktober sowie Funde von reifen Kastanien und Granatäpfeln sprechen heute für einen Ausbruch im Herbst. Die antike Stadt umfasst rund 66 Hektar, etwa 44 davon sind ausgegraben. Kein anderer Ort zeigt eine römische Stadt so vollständig.
Was am Tag des Ausbruchs geschah
Gegen Mittag schleuderte der Vesuv eine kilometerhohe Wolke aus Bims und Asche in den Himmel. Über Stunden regnete Lapilli auf Pompeji, Dächer stürzten unter dem Gewicht ein. In der Nacht und am folgenden Morgen rasten pyroklastische Ströme (Lawinen aus heißem Gas, Asche und Gestein) über die Stadt und töteten alle, die noch geblieben waren. Pompeji lag über 1.500 Jahre verschüttet. Erste Funde gab es 1592 bei Kanalarbeiten, systematische Grabungen begannen 1748 unter dem bourbonischen König Karl III.
Tickets, Preise und Öffnungszeiten
Seit dem 12. Januar 2026 gibt es zwei Haupttickets: Pompeii Express für 20 € deckt die antike Stadt innerhalb der Mauern ab. Pompeii+ für 25 € umfasst zusätzlich die Vorstadtvillen (Villa dei Misteri, Villa di Diomede und die Villa Regina in Boscoreale samt Antiquarium) inklusive Shuttle zwischen den Villen. Für die berühmten Mysterien-Fresken braucht man also das teurere Ticket. Ein Drei-Tages-Ticket Pompeii Plus für 30 € gilt zusätzlich für Oplontis, Stabiae und Boscoreale. EU-Bürger zwischen 18 und 24 Jahren zahlen 2 €, unter 18 ist der Eintritt frei, jeweils gegen Ausweis (Stand: September 2026).
Seit dem 15. November 2024 sind alle Tickets personalisiert: Sie tragen den Namen des Besuchers, am Eingang kann ein Ausweis verlangt werden; Verlassen und Wiederbetreten ist nicht möglich. Es gilt ein Tageslimit von 20.000 Besuchern. Von März bis Oktober ist der Tag zusätzlich in zwei Zeitfenster geteilt: 9 bis 13 Uhr maximal 15.000 Einlässe, 13 bis 17:30 Uhr maximal 5.000. Verkauft wird über die offizielle Seite pompeiisites.org (Online-Partner seit Frühjahr 2026: Vivaticket) und an den Kassen der drei Eingänge. An Wochenenden und Feiertagen der Hauptsaison empfiehlt es sich, das Zeitfenster einige Tage im Voraus zu buchen, unter der Woche reicht meist der Vortag.
Öffnungszeiten: täglich ab 9 Uhr. Vom 16. März bis 14. Oktober bis 19 Uhr (letzter Einlass 17:30), ab dem 15. Oktober bis Mitte März nur bis 17 Uhr (letzter Einlass 15:30). Die meisten Vorstadtvillen sind dienstags geschlossen. Ruhetage sind der 25. Dezember und der 1. Januar (Stand: September 2026). Eingänge: Porta Marina (West, an der Circumvesuviana-Station, am vollsten), Piazza Anfiteatro (Ost, nahe dem Trenitalia-Bahnhof, meist ruhiger) und Piazza Esedra (Südwest, vor allem für Gruppen).
Anreise von Salerno und der Amalfiküste
Ab Salerno: Regionalzug
Vom Bahnhof Salerno fährt der Trenitalia-Regionalzug über die Linea storica (Richtung Napoli via Cava de' Tirreni und Nocera) zum Bahnhof Pompei im modernen Ort: je nach Zug rund 25 bis 45 Minuten, Ticket um 3 €. Vom Bahnhof sind es etwa zehn Gehminuten geradeaus entlang der Via Roma und Via Plinio zum Eingang Piazza Anfiteatro. Achtung: Auf der Linea storica laufen 2026 Ausbauarbeiten. Die Signaltechnik wird umgerüstet, dazu kommen Vorarbeiten für den neuen Verkehrsknoten Pompei. Im Frühjahr und Frühsommer gab es deshalb mehrwöchige Sperrungen mit Ersatzbussen. Für die Wochenenden 26./27. September und 10./11. Oktober 2026 hat RFI erneut Unterbrechungen zwischen Torre Annunziata und Nocera Inferiore angekündigt, dann fahren Ersatzbusse (Stand: September 2026). Vor der Fahrt den Trenitalia-Fahrplan für den konkreten Tag prüfen, nicht auf alte Abfahrtszeiten verlassen.
Ab Amalfi, Positano und Ravello
Von Amalfi aus führen zwei Wege nach Salerno: der SITA-Bus (2,80 €, gut eine Stunde, im Sommer oft mit Stau) oder die Fähre (ca. 12 €, 35 Minuten, April bis Oktober). Von der Anlegestelle Piazza della Concordia sind es 15 bis 20 Minuten zu Fuß zum Bahnhof Salerno, vom SITA-Halt an der Piazza Vittorio Veneto nur wenige Schritte. Rechnet man Umsteigezeiten ein, ist man ab Amalfi in gut zwei Stunden in Pompeji. Ab Ravello zuerst mit dem Bus nach Amalfi (1,50 €), ab Positano ist der Weg über Sorrent kürzer.
Ab Sorrent und Positano: Circumvesuviana
Von Sorrent bringt die Circumvesuviana (Linie Sorrento–Napoli) Besucher in 30 bis 35 Minuten zur Station Pompei Scavi – Villa dei Misteri, die direkt am Eingang Porta Marina liegt; Ticket rund 3 €, keine Reservierung möglich, morgens sehr voll. Die Komfort-Alternative mit reserviertem Sitzplatz auf derselben Strecke, der Campania Express, ist laut EAV seit dem 1. Oktober 2026 bis auf Weiteres ausgesetzt. Dafür fährt die reguläre Circumvesuviana ab dem 17. Oktober 2026 alle 30 Minuten zwischen Neapel und Sorrent (Stand: Oktober 2026). Ab Positano zunächst mit dem SITA-Bus nach Sorrent (rund 50 Minuten ohne Stau), dann in die Bahn; insgesamt etwa anderthalb bis zwei Stunden.
Rundgang: Route für drei bis vier Stunden
Ein Vorschlag ab Porta Marina, mit groben Zeitangaben:
- 0:00–0:45: Forum. Hinauf über die Via Marina zum Forum mit Jupitertempel, Basilika und Vesuvblick; im Getreidespeicher am Forum stehen Amphoren und einige Gipsabgüsse.
- 0:45–1:30: Terme Stabiane und Lupanar. Die besterhaltenen Thermen der Stadt mit Kalt- und Warmbad, dann das kleine Bordell mit den erotischen Wandbildern, vor dem sich fast immer eine Schlange bildet.
- 1:30–2:30: Via dell'Abbondanza nach Osten. Die Hauptachse mit Läden, Thermopolien (antiken Imbissen), Wahlparolen an den Wänden und dem Garten der Casa di Octavius Quartio.
- 2:30–3:15: Amphitheater und Orto dei Fuggiaschi. Das älteste erhaltene Steinamphitheater (um 70 v. Chr.) und der Garten der Flüchtenden mit den bekanntesten Gipsabgüssen.
- 3:15–4:00: Nordteil. Zurück über das Teatro Grande zur Casa del Fauno und, sofern geöffnet, zur Casa dei Vettii.
Mit Pompeii+-Ticket lässt sich zum Schluss die Villa dei Misteri anschließen: gut zehn Gehminuten außerhalb der Mauern, praktischerweise nahe der Circumvesuviana-Station. Bei Ankunft am Bahnhof Pompei geht man die Route umgekehrt und endet an Porta Marina. Nicht alle Häuser sind täglich zugänglich: Einzelne Gebäude werden im Wechsel geschlossen, die Tagesliste hängt am Eingang und steht in der App.
Was man nicht verpassen sollte
Neben der Route oben lohnen vor allem:
- Casa del Fauno: eines der größten Privathäuser der Stadt; hier wurde das Alexandermosaik gefunden (Original im Archäologischen Nationalmuseum Neapel, vor Ort eine Kopie).
- Casa dei Vettii: nach langer Restaurierung seit 2023 wieder offen, berühmt für ihre mythologischen Fresken.
- Casa del Poeta Tragico mit dem Hundemosaik „Cave Canem“ am Eingang.
- Gipsabgüsse: Ab 1863 ließ Giuseppe Fiorelli Hohlräume in der erhärteten Asche mit Gips ausgießen. Die Körper waren längst vergangen, der Gips bewahrt ihre letzte Haltung.
- Neue Grabungen in der Regio IX: Seit 2023 wird an der Via di Nola ein ganzer Häuserblock freigelegt: eine Bäckerei, in der Sklaven und Esel eingesperrt arbeiteten, eine Baustelle mit Werkzeugen aus dem Jahr 79 und 2025 die Casa del Tiaso mit einem fast lebensgroßen Dionysos-Fresko. Je nach Grabungsstand sind Teile von Stegen aus einsehbar.
Praktisches: Wasser, Schuhe, Schatten, Toiletten
Dauer: Drei bis fünf Stunden sind realistisch; mit nur zwei Stunden beschränkt man sich auf Forum, Thermen und Via dell'Abbondanza. Schuhe: Das antike Basaltpflaster ist uneben und glatt, feste Schuhe sind Pflicht, Sandalen und Kinderwagen mühsam. Hitze: Schatten gibt es kaum, im Juli und August sind es auf den Straßen leicht 35 Grad. Sonnenhut, Sonnencreme und eine Flasche pro Person mitnehmen; an allen drei Eingängen und an mehreren antiken Brunnen im Gelände gibt es Trinkwasser zum Nachfüllen. Toiletten: an den Eingängen sowie beim Forum und beim Amphitheater. Essen: Ein Café mit warmer Küche liegt am Forum, ein Kiosk an Porta Marina; beide sind zwischen 12 und 14 Uhr überfüllt. Picknick ist nur an ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Gepäck: Taschen größer als 30 × 30 × 15 cm müssen in die kostenlose Garderobe am Eingang. Orientierung: Die kostenlose offizielle App MyPompeii bietet Karte, Tagesöffnungen und nach Ticket-Login Audioguides; klassische Audioguides werden gegen Ausweis an allen drei Eingängen verliehen. Barrierefreiheit: Die Route „Pompeii per tutti“ führt auf rund drei Kilometern stufenfrei durch die wichtigsten Bereiche, am besten ab Piazza Anfiteatro.
Pompeji mit Vesuv oder Herculaneum kombinieren
Vesuv: Der EAV-Bus 808 fährt von der Piazza Anfiteatro in rund 55 Minuten zum Parkplatz auf 1.000 Metern (3,10 €); die letzte Talfahrt liegt am späten Nachmittag, die genaue Zeit wechselt mit dem Fahrplan. Das Kraterticket kostet 10 €, ist an ein Zeitfenster gebunden und muss vorab online gebucht werden. Letzter Zugang zum Krater ist im Oktober um 16 Uhr, von November bis Februar um 15 Uhr (Stand: September 2026). Realistischer Tagesplan: 9 Uhr Pompeji, gegen 13 Uhr mit dem Bus hinauf, Krater am Nachmittag, zurück nach Pompei und mit dem Zug nach Salerno. Umgekehrt (erst Vesuv, dann Pompeji) verschenkt man die kühlen Morgenstunden in der Ausgrabung.
Herculaneum: Kleiner, besser erhalten, mit Holzbalken und Obergeschossen; Eintritt 16 € (Stand: September 2026), zwei Stunden reichen. Beide Stätten liegen an der Circumvesuviana, ein offizielles Kombiticket gibt es nicht. An einem Tag ist beides machbar, wenn man um 9 Uhr in Pompeji beginnt und gegen 14 Uhr nach Herculaneum weiterfährt. Ab Salerno ist das eine lange Tour; entspannter sind zwei getrennte Tage.
Typische Fehler
- Zu spät kommen. Letzter Einlass ist bis 14. Oktober um 17:30, ab 15. Oktober schon um 15:30 Uhr, also deutlich vor der Schließung. Bei Ankunft um 16 Uhr bleibt im Sommer kaum noch Zeit, im Winterhalbjahr ist der Einlass dann bereits zu.
- Falscher Eingang. Der Trenitalia-Bahnhof Pompei liegt am Eingang Piazza Anfiteatro, die Circumvesuviana an Porta Marina; wer sich am Bahnhof nach dem falschen Eingang durchfragt, läuft 25 Minuten um die Mauern.
- Kein Ticket-Zeitfenster. An Sommerwochenenden kann das Vormittagskontingent ausgebucht sein; dann bleibt nur der Nachmittag.
- Falscher Name auf dem Ticket. Tickets sind personengebunden und nicht übertragbar.
- Großer Rucksack. Mehr als 30 × 30 × 15 cm bedeutet Umweg über die Garderobe.
- Villa dei Misteri mit Express-Ticket. Sie gehört nicht zum Basisticket, also vorher entscheiden.
Häufige Fragen zu Pompeji
- Wie kommt man von Amalfi nach Pompeji?
Mit dem SITA-Bus (2,80 €) oder der Fähre (ca. 12 €, 35 Minuten) nach Salerno, dann mit dem Trenitalia-Regionalzug in je nach Zug rund 25 bis 45 Minuten zum Bahnhof Pompei. Von dort sind es zehn Gehminuten zum Eingang Piazza Anfiteatro. Insgesamt etwa zwei Stunden pro Richtung.
- Wie lange braucht man für Pompeji?
Drei bis fünf Stunden für die wichtigsten Bereiche. Für alles inklusive Vorstadtvillen braucht man einen ganzen Tag. In zwei Stunden schafft man Forum, Thermen und die Via dell'Abbondanza.
- Pompeji oder Herculaneum: Was ist besser?
Pompeji zeigt eine komplette Stadt und ist ein Pflichtbesuch, Herculaneum ist kleiner, besser erhalten und in zwei Stunden zu schaffen. Wer Hitze und Menschenmengen scheut oder wenig Zeit hat, ist in Herculaneum besser aufgehoben; beides an einem Tag ist ab Sorrent oder Neapel gut machbar.
- Muss man Tickets für Pompeji vorab buchen?
Nicht zwingend, aber sinnvoll: Es gilt ein Tageslimit von 20.000 Besuchern mit Zeitfenstern, und an Sommerwochenenden ist der Vormittag oft ausgebucht. Online über pompeiisites.org buchen, den Namen exakt wie im Ausweis eingeben.
- Kann man Pompeji und den Vesuv an einem Tag besuchen?
Ja. Der EAV-Bus 808 fährt von der Piazza Anfiteatro in etwa 55 Minuten zum Vesuv-Parkplatz, die letzte Talfahrt startet am späten Nachmittag. Am besten Pompeji ab 9 Uhr, mittags hinauf zum Krater, dessen Ticket vorab mit Zeitfenster gebucht sein muss. Im Oktober ist um 16 Uhr letzter Zugang zum Kraterweg, ab November um 15 Uhr (Stand: September 2026).


