Der Vesuv ist mit 1.281 Metern kein hoher Berg, aber der wohl bekannteste Vulkan Europas — und der einzige auf dem europäischen Festland, der in den letzten hundert Jahren ausgebrochen ist. Der letzte Ausbruch war 1944; seither ruht er, wird aber rund um die Uhr überwacht. Der Krater misst rund 450 Meter im Durchmesser und fällt gut 200 Meter in die Tiefe. Vulkan und Umgebung sind seit 1995 als Parco Nazionale del Vesuvio geschützt.
Aufstieg zum Krater
Vom oberen Parkplatz (Quota 1000) auf rund 1.000 Metern führt der Sentiero n. 5 in Serpentinen zum Kraterrand — etwa 25 bis 30 Minuten bergauf über groben Kies, ohne einen Meter Schatten. Der Weg ist technisch einfach, aber der lose Untergrund rutscht: feste Schuhe mit Profil sind das Minimum, Sandalen eine schlechte Idee. Am Kraterrand weht fast immer Wind, auch im Hochsommer lohnt eine leichte Jacke. Wasser gibt es unten am Parkplatz zu kaufen, auf dem Weg nicht. Mehr zur Ausrüstung steht in der Packliste.
Tickets und Öffnungszeiten
Der Zugang zum Gran Cono ist streng geregelt: Tickets gibt es ausschließlich online über das offizielle Vivaticket-Portal (vesuviopark.vivaticket.it), immer mit festem Zeitfenster — vor Ort wird nichts verkauft. Das Ticket kostet 10 € plus Vorverkaufsgebühr, insgesamt knapp 12 € (Stand: Juli 2026). In der Hochsaison sind die Zeitfenster oft Tage im Voraus ausverkauft: früh buchen und etwa 30 Minuten vor dem gebuchten Slot am Eingang sein.
Einlass je Saison (Stand: Juli 2026): Juli und August 9–18 Uhr, April bis Juni und September 9–17 Uhr, März und Oktober 9–16 Uhr, November bis Februar 9–15 Uhr.
Anreise
Am schnellsten geht es ab Ercolano Scavi (Circumvesuviana): Direkt am Bahnhof starten die Shuttlebusse von Vesuvio Express, die in rund 30 Minuten zum Parkplatz auf 1.000 Metern fahren (hin und zurück ca. 12 €, Stand: Juli 2026). Ab Pompei fährt ein EAV-Linienbus von der Piazza Anfiteatro über den Bahnhof Villa dei Misteri hinauf — deutlich günstiger (ca. 3 €), aber mit weniger Abfahrten und rund 50 Minuten Fahrzeit. Mit dem eigenen Auto endet die Straße am gebührenpflichtigen Parkplatz unterhalb des Kraterwegs.
Von der Amalfiküste aus nimmt man am besten den Zug: von Salerno mit Trenitalia nach Pompei oder von Sorrent mit der Circumvesuviana nach Ercolano Scavi, dann weiter per Bus. Verbindungen im Überblick gibt es im Beitrag zur Anreise.
Kombination mit Pompeji oder Herculaneum
Der Vesuv allein füllt einen halben Tag — inklusive Anfahrt, Aufstieg und Zeit am Krater. Die logistisch einfachste Kombination ist Herculaneum: Ausgrabung und Vesuv-Shuttle starten am selben Bahnhof, und die kompakte Grabungsstätte ist in zwei bis drei Stunden gut zu sehen. Pompeji ist deutlich größer; wer beides an einem Tag will, legt den Vesuv auf den frühen Vormittag und plant für Pompeji den Rest des Tages ein — entspannter sind zwei getrennte Tage.


