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Kleiner Hafen und Häuser des Fischerorts Cetara an der Amalfiküste
KI-generierte Illustration
Ort · Amalfiküste

Cetara

Kleiner Fischerort zwischen Vietri sul Mare und Maiori — Heimat einer aktiven Thunfischflotte und der Colatura di Alici, seit 2020 DOP-geschützt.

Cetara ist anders als die übrigen Orte der Amalfiküste: kein Postkartenort, kein Ziel für Kreuzfahrtgruppen, sondern ein Fischerdorf mit rund 1.900 Einwohnern, das seinen Lebensunterhalt nicht primär aus dem Tourismus zieht. Die Thunfischflotte gehört zu den größten Italiens, die Sardellen werden in den Betrieben am Ort verarbeitet. Wer die Küste zwischen Vietri sul Mare und Maiori abfährt, findet hier den Ort mit dem geringsten Andrang — und dem besten Essen für sein Geld.

Colatura di Alici: Fischsauce mit DOP-Siegel

Die Colatura di Alici ist eine bernsteinfarbene Würzflüssigkeit aus in Salz gereiften Sardellen und gilt als Nachfahrin des antiken römischen Garum. Seit Oktober 2020 trägt sie das EU-Siegel Colatura di Alici di Cetara DOP — als erstes Fischereiprodukt Kampaniens mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Das Regelwerk ist streng: Die Sardellen müssen vor der Küste Salernos gefangen sein und mindestens neun Monate in Holzfässern reifen; die geschätzte Jahresproduktion liegt bei 20.000 bis 30.000 Litern. Die klassische Anwendung: Spaghetti alla colatura, nur mit Knoblauch, Olivenöl, Petersilie und der Sauce — ohne Käse. In den Trattorien am Hafen kostet der Teller etwa 12 bis 16 € (Stand: Juli 2026). Mehr zur regionalen Küche im Artikel Essen und Trinken an der Amalfiküste.

Hafen, Torre Vicereale und Strand

Über dem kleinen Hafen steht die Torre Vicereale aus dem 16. Jahrhundert — einst Wachturm gegen sarazenische Piraten, seit 2011 Sitz des städtischen Museums. Zu den Abteilungen gehören Keramiken des Cetareser Künstlers Ugo Marano und ein kleiner Museumskeller zur Geschichte von Fischfang und Colatura. Daneben die Chiesa di San Pietro mit ihrer Majolika-Kuppel. Der Strand am Hafen ist kurz, dunkel, ehrlich; im Sommer stark frequentiert von Salernitanern. Wer baden möchte, ohne den belebten Hafen vor sich zu haben, geht zur Bucht Spiaggia di Lannio wenige Gehminuten östlich des Orts — nach einem Felssturz zuletzt gesperrt, den aktuellen Stand vor Ort prüfen (Stand: Juli 2026).

Notte delle Lampare: Sardellenfang bei Nacht

Ende Juli oder Anfang August feiert Cetara die Notte delle Lampare — 2025 zum 48. Mal. Fischerboote demonstrieren nachts vor der Küste den traditionellen Sardellenfang mit Lampare, den starken Lampen, die die Schwärme an die Oberfläche locken; Zuschauer können per Boot hinausfahren. An der Mole gibt es Stände mit Sardellengerichten und Musik. Der genaue Termin richtet sich nach der Mondphase und wird meist erst im Frühsommer bekannt gegeben — vor der Reise das Programm der Gemeinde prüfen (Stand: Juli 2026).

Anreise nach Cetara

Der SITA-Bus aus Salerno Richtung Amalfi hält in Cetara, Fahrzeit rund 35 Minuten. Etwa von April bis Oktober legen zusätzlich die Travelmar-Fähren auf der Linie Salerno–Amalfi in Cetara an — die entspanntere Variante, im Hochsommer aber früh ausgebucht. Mit dem Auto ist Cetara der erste Ort hinter Vietri sul Mare; die wenigen Parkplätze am Hafen sind im Sommer ab Vormittag belegt.