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Dorischer Tempel von Paestum auf grüner Wiese unter blauem Himmel
KI-generierte Illustration
Sehenswürdigkeit · Antike Stätte

Tempel von Paestum

Drei dorische Tempel der Magna Graecia auf offener Ebene — dazu im Museum das Grab des Tauchers, die einzige erhaltene griechische Wandmalerei mit figürlichen Szenen aus dieser Zeit.

Paestum ist eine der besterhaltenen Stätten der griechischen Antike überhaupt. Gegründet um 600 v. Chr. von dorischen Siedlern als Poseidonia, wurden die drei Haupttempel zwischen 550 und 450 v. Chr. errichtet. Anders als die meisten antiken Stätten steht Paestum heute nicht inmitten einer modernen Stadt, sondern auf einer freien Ebene — die Tempel wirken dadurch monumentaler. Mehr zur Region siehe Paestum und die Magna Graecia.

Die drei Tempel

Die geläufigen Namen stammen aus dem 18. Jahrhundert, als Gelehrte die Ruinen wiederentdeckten — und lagen teils daneben. Der älteste Tempel, die sogenannte Basilica (um 550 v. Chr.), ist in Wahrheit ein Heiligtum der Hera: ein archaischer Bau mit massiven, in der Mitte leicht bauchigen Säulen. Der größte Tempel, traditionell Neptuntempel genannt (um 460–450 v. Chr.), zählt zu den besterhaltenen dorischen Tempeln überhaupt. Wem er tatsächlich geweiht war, ist bis heute umstritten — diskutiert werden Hera, Zeus und Apollon; nur Poseidon/Neptun gilt inzwischen als unwahrscheinlich. Der kleinere Athena-Tempel (um 500 v. Chr.) auf der Anhöhe im Norden, früher fälschlich „Ceres-Tempel“ genannt, verbindet dorische und ionische Elemente.

Das Grab des Tauchers

Im Museum gegenüber dem Ausgrabungsgelände hängt die Tomba del Tuffatore — fünf bemalte Kalksteinplatten aus einer Grabkammer um 480–470 v. Chr., 1968 südlich der Stadt entdeckt. Auf der Deckplatte springt ein junger Mann kopfüber ins Wasser, gedeutet als Übergang in die andere Welt. Es ist die einzige vollständig erhaltene griechische Wandmalerei mit figürlichen Szenen aus dieser Epoche. Das Museum zeigt außerdem die archaischen Metopen des Hera-Heiligtums am Sele und lucanische Grabmalereien.

Eintritt und Öffnungszeiten

Ausgrabungsgelände und Museum gehören zum staatlichen Parco Archeologico di Paestum e Velia. Das Ticket kostet 15 € von März bis November und 10 € von Dezember bis Februar, ermäßigt 2 € für EU-Bürger von 18 bis 25 Jahren (Stand: Juli 2026). Es gilt drei Tage und schließt neben Tempeln und Museum auch die Ausgrabungen von Velia rund 40 km südlich ein. Geöffnet ist täglich 8:30–19:30 Uhr, letzter Einlass ins Gelände 18:30 Uhr; geschlossen am 1. Januar und 25. Dezember. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei — dann ist es entsprechend voll.

Anreise

Am einfachsten geht es mit dem Regionalzug ab Salerno: Fahrzeit etwa 35 Minuten, vom Bahnhof Paestum sind es rund 10 Minuten zu Fuß bis zum Eingang. Mit dem Auto nimmt man die A2 bis Battipaglia und folgt der SS18 Richtung Capaccio-Paestum; Parkplätze gibt es nahe der Ausgrabung. Von der Amalfiküste aus fährt man am besten zuerst per Fähre oder Bus nach Salerno und steigt dort in den Zug — Details unter Anreise.

Beste Zeit und praktische Hinweise

Frühjahr und Herbst sind die angenehmsten Jahreszeiten; im Hochsommer heizt sich die schattenlose Ebene stark auf. Für Tempel und Museum zusammen sollte man drei bis vier Stunden einplanen. Das Gelände ist weitgehend eben und damit auch mit eingeschränkter Mobilität gut machbar — die Wege bestehen allerdings teils aus antikem Pflaster und Schotter. Wer mehr Kontext zur griechischen Kolonie Poseidonia sucht: Paestum und die Magna Graecia.

Liegt in
Paestum

Drei der besterhaltenen griechischen Tempel des gesamten Mittelmeerraums — unter freiem Himmel, mit langem Sandstrand wenige Kilometer entfernt.