Die Wahl der Basis entscheidet an der Amalfiküste mehr über den Urlaub als anderswo: Alle Orte hängen an einer einzigen, kurvigen Küstenstraße, viele Unterkünfte sind nur über Treppen erreichbar, und zwischen den Orten liegen Preiswelten: Eine Sommernacht in Positano kostet so viel wie drei bis vier im Hinterland. Dieser Guide sortiert die Orte nach Reisetyp, nennt Preisniveau und Kurtaxe je Ort und erklärt, worauf man beim Buchen achten muss.
Welcher Ort für wen: die Entscheidungsmatrix
- Positano: für Kulisse, Flitterwochen und das beste Abendlicht; teuerster Ort der Küste, Treppen überall, mit Kinderwagen oder Rollstuhl kaum machbar.
- Amalfi: der Verkehrsknoten mit Fähren und SITA-Bussen in beide Richtungen, tagsüber voll, abends ruhig; mittleres bis hohes Preisniveau.
- Atrani: Amalfi in zehn Gehminuten, aber dörflich und günstiger; wenige Zimmer.
- Ravello: für Ruhe, Gärten und Konzerte auf rund 350 Metern; kein Strand, Bus hinunter nach Amalfi, hohes Preisniveau.
- Praiano: der Positano-Sonnenuntergang zu deutlich niedrigeren Preisen; abhängig vom SITA-Bus, ebenfalls Treppen.
- Minori und Maiori: für Familien, mit flachen Ortskernen, Promenaden und in Maiori dem längsten Strand der Küste; Kinderwagen funktionieren.
- Cetara und Vietri sul Mare: Fischerdorf-Atmosphäre beziehungsweise Keramik nahe Salerno; günstiger, mit Fähranleger.
- Salerno: für Preis-Leistung und Ausflüge ohne Auto, mit Fernbahnhof, Fährhafen und Stadtleben, ganzjährig geöffnet.
- Agerola und Tramonti: für Wandern und kleines Budget im Hinterland; Auto sinnvoll, abends angenehm kühl.
- Cilento: für Badeurlaub mit Sandstrand und italienischem Publikum: Agropoli, Castellabate, Acciaroli, Palinuro.
Preisniveau und Kurtaxe je Ort
Die Zimmerpreise sind Portal-Größenordnungen für ein Doppelzimmer pro Nacht in der Sommersaison. Die Kurtaxe („imposta di soggiorno“) fällt pro Person und Nacht an, wird vor Ort kassiert und ist in Portalpreisen fast nie enthalten. Alle Werte: Stand September 2026.
- Positano: Hotels im Sommer selten unter 350 €, Mittelklasse mit Meerblick 400–700 €. Kurtaxe 5/4/3/2,50 € je nach Kategorie, 1. April bis 31. Oktober, Kinder unter 10 frei.
- Amalfi: Mittelklasse 150–250 €. Kurtaxe 3 € (B&B, Ferienwohnung, bis 3 Sterne), 4 € (4 Sterne), 5 € (5 Sterne), 1. April bis 2. November, ab 10 Jahren, ab der fünften Nacht halbiert.
- Ravello: selten unter 150 €, die bekannten Häuser weit darüber. Kurtaxe 5 € (4 und 5 Sterne), 4 € (3 Sterne), 3 € (2 Sterne, B&B, Ferienwohnung), 1. April bis 31. Oktober, maximal 7 Nächte, unter 16 frei.
- Praiano: rund ein Drittel günstiger als Positano, Mittelklasse 150–250 €. Kurtaxe in Hotels 5/4/3/2 € je Sternekategorie, in B&Bs und Ferienwohnungen 2–4 € je nach Zimmerpreis, 1. April bis 31. Oktober, unter 10 frei, maximal 7 Nächte.
- Atrani, Minori, Maiori: einfache Zimmer 80–100 €, gute Mittelklasse 150–250 €. Minori kassiert ganzjährig 4 € (4–5 Sterne), 3 € (1–3 Sterne) und 2 € (B&B, Ferienwohnung); Maiori und Atrani liegen in ähnlicher Größenordnung, die Tarife stehen auf den Gemeindeportalen.
- Salerno: 80–150 €, im Juli-Peak etwas mehr. Kurtaxe seit 1. Juni 2026 ganzjährig 5/4/3 € je Kategorie, maximal 7 Nächte.
- Agerola, Tramonti, Scala: B&Bs und Agriturismi 60–100 €. Agerola verlangt 1,50–2,50 €, maximal 7 Nächte.
- Cilento: Agropoli oft unter 80 €, Acciaroli 90–150 €; Kurtaxen je nach Gemeinde, meist unter dem Niveau der Amalfiküste.
Salerno: Bahn, Fähre, Stadt
Salerno liegt am Ostrand der Küste und ist gerade deshalb die pragmatischste Basis. Der Fernbahnhof verbindet mit Neapel (Frecciarossa rund 35 Minuten, Regionalzug 45–70 Minuten) und Rom (rund 2 Stunden); vom Flughafen Salerno Costa d'Amalfi fährt der Airlink-Bus für 8 € zum Bahnhof. Von April bis Oktober legen die Fähren an der Piazza della Concordia nach Cetara, Maiori, Minori, Amalfi und Positano ab, nach Amalfi in rund 35 Minuten für etwa 12 € (Stand: September 2026). Man wohnt städtisch, isst zu normalen kampanischen Preisen und hat Paestum, Pompeji und Neapel per Zug in Reichweite. Bei nur drei Nächten und dem Wunsch, vor allem die Küste selbst zu erleben, wohnt man dagegen besser mittendrin.
Drei Lagen bieten sich an: rund um den Bahnhof (günstig, kurze Wege zu Zug, Bus und Fähre), in der Altstadt (atmosphärisch, abends laut, also nach Zimmern zum Innenhof fragen) und an der Lungomare (ruhiger, mehr Komfort, Stadtstrand Santa Teresa nebenan).
Amalfi, Atrani, Minori, Maiori: die Mitte der Küste
Der Abschnitt zwischen Amalfi und Maiori ist der beste Kompromiss aus Lage und Preis. Amalfi ist mit SITA-Bussen und Fähren in beide Richtungen der Verkehrsknoten und deshalb tagsüber voll; Übernachtungsgäste haben den Ort morgens und abends für sich. Atrani nebenan bleibt dörflich und hat ein paar günstigere Zimmer. Minori und Maiori sind die Ausnahme an der vertikalen Küste: breite Talmündungen, ebene Promenaden, in Maiori der längste Strand der Küste. Die Hotellandschaft dort stammt teils aus dem Wiederaufbau nach der Flut von 1954, ist also weniger malerisch, aber funktional, vergleichsweise bezahlbar und mit Kinderwagen oder Rollkoffer wirklich nutzbar. Cetara und Vietri sul Mare weiter östlich sind günstige Alternativen mit Fähranleger und kurzem Weg nach Salerno.
Positano und Praiano: Kulisse, Treppen, Gepäck
Positano ist der teuerste Ort der Küste und für viele trotzdem der Traum, weil abends nach den Tagesgästen die Treppengassen den Übernachtungsgästen gehören. Zwischen Straße, Unterkunft und Strand liegen Hunderte Stufen; beim Buchen unbedingt nach der Zahl der Stufen und nach einem Gepäckservice fragen. Gepäckträger am Anleger und an der Straße nehmen Koffer für 15–20 € pro Stück ab, viele Hotels organisieren das für ihre Gäste (Stand: September 2026). Die Kulisse ohne den vollen Preis gibt es oberhalb an der Straße, im ruhigeren Viertel um den Fornillo-Strand oder in Praiano: derselbe Sonnenuntergang, rund ein Drittel günstiger, dafür abhängig vom SITA-Bus und den saisonalen Booten, und auch hier Treppen.
Mit dem Auto ist Positano die schlechteste Basis: Garagen kosten 25–60 € pro Tag, im Sommer eher 40–60 €, und sind oft ausgebucht. In Amalfi verlangt das Parkhaus Luna Rossa 40 € pro Tag, im August 45 € (Stand: September 2026). Ein Mietwagen steht besser im Hinterland oder in Salerno, oder man mietet ihn erst für den Cilento.
Ravello, Scala, Agerola, Tramonti: oben wohnen
Ravello auf rund 350 Metern über Amalfi ist die ruhige, elegante Variante: Villen, Gärten, Konzerte, kein Strand. Die Anbindung ist der SITA-Bus nach Amalfi (1,50 €, rund 25 Minuten), der abends seltener fährt, was zur Ruhe beiträgt. Scala gegenüber bietet den Ravello-Blick zum kleineren Preis. Zum Sparen oder für Tage, an denen vor allem Wandern auf dem Programm steht, eignet sich Agerola auf rund 630 Metern: Der Ortsteil Bomerano ist der Startpunkt des Sentiero degli Dei, und der SITA-Bus 5080 braucht rund 40 Minuten hinunter nach Amalfi. Tramonti im grünen Tal hinter Maiori ist Wein- und Pizzadorf mit ähnlichem Preisniveau. Der Haken: Man wohnt oberhalb, nicht am Meer, und die Busse fahren dünn. Im Hinterland ist deshalb ein Mietwagen sinnvoll, zumal Parkplätze hier meist vorhanden und oft kostenlos sind. Abends kühlt es angenehm ab, im Hochsommer ein echtes Plus.
Cilento: für den Badeurlaub
Für einen klassischen Badeurlaub mit langen Sandstränden ist die Amalfiküste der falsche Ort: Die Strände sind kurz, kiesig und voll. Für reine Strandferien geht es südlich von Salerno in den Cilento: Agropoli und Castellabate, Acciaroli mit breitem Sandstrand und italienischem Publikum, Palinuro und Marina di Camerota für Grotten und Buchten. Die Tempel von Paestum liegen auf dem Weg. Für Zwei-Wochen-Reisen bewährt sich: erst Küsten-Basis, dann Cilento zum Ausklang.
Unterkunftsarten: Hotel, B&B, Ferienwohnung, Agriturismo
- Hotel: Kleine, familiengeführte 3- und 4-Sterne-Häuser dominieren. Frühstück meist inklusive, aber italienisch knapp (Cornetto, Kaffee, Obst); Klimaanlage in dieser Klasse Standard, in Budget-Häusern nachfragen. Halbpension lohnt in Orten ohne Restaurants wie Conca dei Marini oder Scala.
- B&B und Affittacamere: Die häufigste Form in Praiano, Atrani, Minori und im Hinterland: Privatzimmer mit eigenem Bad, Frühstück oft per Gutschein in der nächsten Bar, 30–50 Prozent günstiger als Hotels.
- Ferienwohnung: Sinnvoll ab vier Nächten und für Familien; Endreinigung und Kurtaxe werden oft vor Ort bar verlangt, Lebensmittelläden sind in kleinen Orten rar.
- Agriturismo: In Agerola, Tramonti und im Cilento: Zimmer auf Höfen, Abendessen aus eigener Produktion, fast immer mit Parkplatz; mit Auto die beste Preis-Leistung der Region.
Buchungstipps: Vorlauf, Nebensaison, Lage
- Vorlauf: Für Juli und August sind die gefragten Häuser in Positano und Ravello oft neun bis zwölf Monate vorher weg; viele Hotels schalten die Sommerverfügbarkeit im Januar frei. Für Mai, Juni, September und Oktober reichen meist drei bis sechs Monate. In Salerno und im Hinterland ist der Markt größer und kurzfristiges Buchen realistisch (Stand: September 2026).
- Nebensaison: Im April, Mai und Oktober liegen die Zimmerpreise vielerorts 30–50 Prozent unter dem Juli-Niveau; selbst Positano wird dann denkbar. Von November bis März schließt in Positano der Großteil der Hotels, in Amalfi ein Teil; Salerno bleibt ganzjährig geöffnet, und der Fährverkehr ist stark ausgedünnt. Die Basis dann nach Busnetz oder Auto wählen. Mehr unter Beste Reisezeit.
- Oben oder unten: Unten am Hafen heißt kurze Wege zu Fähre und Strand, aber Lärm und Höchstpreis; oben an der Straße heißt Aussicht, Bushalt vor der Tür und Treppen zum Meer. Ohne Auto ist die Nähe zum Fähranleger das wichtigste Lagekriterium: Die Fähre ist im Sommer das zuverlässigste Verkehrsmittel, die SITA-Busse sind zwischen 9 und 11 sowie 17 und 19 Uhr überfüllt.
- Storno: Viele kleine Häuser verlangen in der Hochsaison Anzahlungen oder buchen nur nicht erstattbar. Bei Fähr- oder Wanderplänen lohnt der Aufpreis für die flexible Rate.
- Mietwagen: Vorab klären, ob die Unterkunft einen eigenen Stellplatz hat (selten, meist aufpreispflichtig) und ob sie in einer ZTL (Zona a Traffico Limitato) liegt.
Typische Fehler
- Nach Foto buchen und die Treppen übersehen: „sea view“ heißt fast immer Hanglage.
- Positano als Basis für Ausflüge nach Pompeji oder Paestum wählen: Von der Westseite dauert jede Fahrt am längsten.
- Mit dem Mietwagen an die Küste ziehen, ohne Stellplatz zu haben: 40 € Parken pro Tag summieren sich schnell.
- Die Kurtaxe nicht einplanen: Für zwei Personen und sieben Nächte in Positano sind das bis zu 70 € extra.
- Bei drei Nächten die Basis wechseln: Jeder Umzug kostet an dieser Küste einen halben Tag.
Zur konkreten Planung: Drei Tage Amalfiküste für die Route, Anreise für den Weg hin, Packliste für das leichte Gepäck, das an dieser Küste jede Treppe wert ist.
Häufige Fragen zum Übernachten an der Amalfiküste
- Wo übernachtet man am besten an der Amalfiküste?
Das hängt vom Reisetyp ab: Amalfi, Minori und Maiori bieten den besten Kompromiss aus Lage und Preis, Positano die Kulisse zum Höchstpreis, Salerno die günstige Basis mit Bahn und Fähre. Familien mit Kinderwagen fahren mit Maiori am besten, Wanderer mit Agerola.
- Positano oder Amalfi als Basis?
Amalfi ist praktischer: Verkehrsknoten für Fähren und Busse, kürzere Wege nach Ravello, Salerno und Paestum, deutlich günstiger. Positano lohnt, wenn die Kulisse und der Abend im Ort wichtiger sind als Ausflüge und Budget und Treppen kein Problem darstellen.
- Ist Salerno eine gute Basis für die Amalfiküste?
Ja, vor allem ohne Auto: Fernbahnhof, Fähren nach Amalfi und Positano von April bis Oktober, Zimmer für 80–150 € statt 200–400 € an der Küste (Stand: September 2026). Nachteil: Nach der letzten Fähre sitzt man abends nicht mehr in der Küstenkulisse.
- Wie hoch ist die Kurtaxe an der Amalfiküste?
Je nach Ort und Kategorie 1,50–5 € pro Person und Nacht: Positano 2,50–5 €, Amalfi 3–5 €, Ravello 3–5 €, Salerno 3–5 €, Agerola 1,50–2,50 €. Kinder unter 10 (Ravello: unter 16) sind meist befreit; bezahlt wird vor Ort, in Portalpreisen ist die Abgabe fast nie enthalten (Stand: September 2026).
- Wie früh sollte man an der Amalfiküste buchen?
Für Juli und August in Positano oder Ravello neun bis zwölf Monate im Voraus, für die übrigen Sommermonate und Orte drei bis sechs Monate. Salerno und das Hinterland lassen sich auch kurzfristig buchen (Stand: September 2026).


