Die Sfusato Amalfitano ist eine längliche, dickschalige Zitronensorte, die ausschließlich an der Amalfiküste angebaut wird. Sie trägt seit 2001 das EU-Siegel IGP (Indicazione Geografica Protetta) und unterscheidet sich von gewöhnlichen Zitronen vor allem durch ihre Größe — bis zu 400 Gramm pro Frucht — und den hohen Anteil an aromatischen Ölen in der Schale.
Anbau in Pergolen
Die typischen Zitronengärten an der Küste sind keine Plantagen, sondern pergolati: Holzgerüste aus Kastanienholz auf schmalen Terrassen, die mit Trockensteinmauern in den Hang gehauen sind. Die Pergola schützt die Früchte vor Wind und direkter Sonneneinstrahlung und erlaubt eine Ernte über mehrere Monate — von Februar bis Oktober. Die Terrassenwirtschaft ist seit der UNESCO-Aufnahme der Costiera 1997 als Kulturlandschaft geschützt; besonders eindrucksvoll lassen sich die Pergolen rund um Minori, Maiori und Amalfi sehen.
Wie Limoncello entsteht
Limoncello ist ein einfaches Produkt aus vier Zutaten: Zitronenschale, Alkohol, Wasser, Zucker. Nur die gelbe Schale wird verwendet — das weiße Mark würde bitter machen. Die Schale zieht zwei bis vier Wochen in reinem Alkohol, danach wird mit Zuckersirup gemischt. Der Alkoholgehalt liegt typischerweise bei 28 – 32 %, traditionell wird der Likör eiskalt aus dem Gefrierfach getrunken.
Was man sonst aus den Zitronen macht
Neben Limoncello entstehen aus dem Sfusato auch Crema di Limone (cremiger, mit Sahne), Delizia al Limone (die berühmte Biskuit-Kuppel von Sal De Riso aus Minori), eingelegte Schalen für Risotto und Granita di Limone als Erfrischung im Sommer. In jeder Trattoria der Küste findet sich mindestens ein Pasta-Gericht mit Zitrone — typisch Linguine al limone mit Butter, Zitronensaft und Parmesan.


