Südlich von Salerno lässt man hinter der Sele-Ebene die Amalfiküste in jeder Hinsicht zurück: Die Straße wird breiter, die Orte werden größer und billiger, die Strände flacher, und der Anteil deutscher Stimmen am Nachbartisch geht gegen null. Das Cilento ist der südliche Teil der Provinz Salerno, ein Gebiet aus Küste, Mittelgebirge und Hochebene, das seit den 1990er-Jahren fast vollständig unter Nationalparkschutz steht. Für Urlauber an der Amalfiküste ist es zweierlei: das nächstgelegene Ziel für antike Stätten und Badetage abseits des Gedränges und zugleich eine eigene Urlaubsregion, in der man problemlos zwei Wochen verbringt.
Diese Seite ist der Einstieg: Sie ordnet die Orte geografisch, erklärt die Anreise und schlägt Routen für einen Tag, drei Tage und eine Woche vor. Details stehen auf den verlinkten Ortsseiten.
Was das Cilento ist: ein Nationalpark mit vier UNESCO-Titeln
Der Parco Nazionale del Cilento, Vallo di Diano e Alburni wurde 1991 eingerichtet und umfasst heute rund 181.000 Hektar, also etwa 1.810 Quadratkilometer, verteilt auf achtzig Gemeinden der Provinz Salerno. Nach dem Pollino in Kalabrien und der Basilikata ist er der zweitgrößte Nationalpark Italiens. Er reicht vom Meer bis auf knapp 1.900 Meter: Höchster Punkt ist der Monte Cervati, zugleich der höchste Berg Kampaniens.
Bemerkenswert ist die Häufung internationaler Auszeichnungen. Seit 1997 ist das Gebiet UNESCO-Biosphärenreservat. 1998 kam die Aufnahme in die Liste des Welterbes dazu, ausdrücklich als Kulturlandschaft gemeinsam mit drei Stätten: den griechischen Tempeln von Paestum, der antiken Stadt Velia und der Kartause von Padula. 2010 wurde die Region außerdem in das europäische und globale Geopark-Netz aufgenommen, seit 2015 trägt sie den Titel UNESCO Global Geopark; Grundlage sind die Karsthöhlen der Alburni-Berge und die Gesteinsfolge des Flysch del Cilento.
Praktisch heißt Nationalpark hier nicht Wildnis, sondern Kulturlandschaft unter Auflagen: Es wird gewohnt, gefischt und Landwirtschaft betrieben, Bausünden der 1980er-Jahre wurden weitgehend gestoppt, und die Küste ist an zwei Stellen zusätzlich als Meeresschutzgebiet ausgewiesen — vor Castellabate und an der Costa degli Infreschi bei Marina di Camerota.
Cilento oder Amalfiküste: der Unterschied in der Praxis
Zwischen den beiden Küsten liegt nur der Golf von Salerno, und doch funktionieren sie völlig unterschiedlich. Die Amalfiküste ist eine dramatische Steilküste mit weltberühmten Dörfern, kleinen Kiesstränden, einer einzigen Straße und Preisen, die dem Ruf folgen. Das Cilento ist flacher gestaffelt: Auf rund hundert Kilometer Küste zwischen der Sele-Mündung und dem Golf von Policastro wechseln kilometerlange Sandstrände mit Felsabschnitten, dahinter liegen Pinienwälder, Campingplätze und Olivenhänge.
Vier Unterschiede fallen im Urlaub am stärksten ins Gewicht. Erstens die Strände: Sand statt Kiesel, flach abfallend, mit breiten frei zugänglichen Abschnitten neben den Lidos. Das macht das Cilento zur naheliegenden Alternative für alle, die mit kleinen Kindern reisen und an der Steilküste an ihre Grenzen kommen (mehr dazu unter Amalfiküste mit Kindern). Zweitens das Preisniveau: Übernachtung, Essen und Strandbad kosten spürbar weniger; ein Fischgericht liegt eher bei 15 bis 22 € als bei 30 €. Drittens das Publikum: Im Hochsommer ist es überwiegend italienisch, vielfach Stammgäste aus Neapel und Salerno, die seit Jahrzehnten denselben Augustmonat hier verbringen. Viertens das Auto: An der Amalfiküste ist es eher Last, im Cilento ab dem zweiten Tag praktisch unverzichtbar, sobald man die Bahnlinie verlässt.
Was das Cilento nicht hat: das Postkartenensemble von Positano, Sterneküche in Serie, Designhotels und ein dichtes Abendprogramm. Für all das bleibt man besser im Norden.
Die Küste von Nord nach Süd
Von Paestum bis zur Punta Licosa
Den Auftakt macht Paestum in der Ebene, rund 40 Kilometer südlich von Salerno: drei dorische Tempel aus dem 6. und 5. Jahrhundert v. Chr., ein Nationalmuseum mit dem Grab des Tauchers, dazu ein kilometerlanger Sandstrand und die Büffelhöfe der Piana del Sele. Historisch einordnen lässt sich das im Beitrag Paestum und Großgriechenland.
Zehn Kilometer weiter südlich beginnt mit Agropoli die eigentliche Cilento-Küste. Die Stadt mit rund 21.000 Einwohnern ist der praktischste Stützpunkt der ganzen Region: Bahnhof an der Hauptlinie, Hafen, Altstadt auf dem Vorgebirge, Kastell und die Baia di Trentova vor der Tür. Dahinter folgt die Gemeinde Castellabate mit dem mittelalterlichen Bergdorf auf 278 Metern und den Badeorten Santa Maria und San Marco am Meer; von San Marco führt ein flacher Küstenweg in gut einer halben Stunde zur Punta Licosa mit Leuchtturm, vorgelagerter Insel und dem klarsten Wasser des Abschnitts.
Von Acciaroli bis Pisciotta
Südlich der Licosa-Halbinsel wird die Küste einsamer. Acciaroli, Ortsteil der Gemeinde Pollica, ist ein Fischerdorf mit Wehrturm, Hafen und langem Sandstrand, international bekannt geworden durch eine Studie über die auffallend vielen Hundertjährigen des Ortes. Wenige Kilometer weiter liegt Pioppi, wo sich der amerikanische Ernährungsforscher Ancel Keys ab 1962 ein Haus baute und über Jahrzehnte lebte; seine Beobachtungen hier prägten den Begriff der Mittelmeerdiät, die 2010 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe erklärt wurde. Das Museo Vivente della Dieta Mediterranea im Palazzo Vinciprova erinnert daran.
Hinter der Bucht von Casal Velino und dem langen Sandstrand von Marina di Ascea liegt die Ausgrabung von Velia, dem antiken Elea: Heimat der Philosophen Parmenides und Zenon und deutlich stiller als Paestum. Es folgt Pisciotta, ein Bergdorf über einem Meer aus jahrhundertealten Olivenbäumen; unten am Wasser fischt man in Marina di Pisciotta noch mit dem Menaica-Netz, dem die berühmten Sardellen ihren Namen verdanken.
Von Palinuro bis zum Golf von Policastro
Palinuro ist der bekannteste Badeort des Cilento: ein Kalkkap mit Leuchtturm, rund 30 katalogisierten Meeresgrotten, darunter die Grotta Azzurra, die weiten Sandstrände der Saline und der Dune und die kaum zugängliche Baia del Buondormire. Gleich dahinter beginnt Marina di Camerota, Campinghochburg und Ausgangspunkt für die Buchten des Meeresschutzgebiets Costa degli Infreschi. Cala Bianca und Baia degli Infreschi erreicht man nur zu Fuß über den Küstenpfad oder per Boot.
Ganz im Süden folgen das Fischerdorf Scario mit der Costa della Masseta und der Golf von Policastro mit Policastro Bussentino und Sapri, dem Bahnknoten für Reisende von Süden. Hier endet die Provinz Salerno; die Basilikata mit Maratea beginnt eine gute Fahrstunde weiter.
Das Hinterland: Vallo di Diano, Alburni und Bergdörfer
Der Nationalpark trägt drei Landschaften im Namen, und zwei davon liegen im Binnenland. Das Vallo di Diano ist eine langgestreckte Hochebene östlich der Cilento-Berge, der Boden eines eiszeitlichen Sees, heute Ackerland mit der Autobahn A2 in der Mitte. Sein Hauptanziehungspunkt ist die Certosa di San Lorenzo in Padula, mit über 51.000 Quadratmetern die größte Kartause Italiens und mit ihrem Hauptkreuzgang einer der größten Klosterhöfe Europas, 1306 gegründet und seit 1998 Teil des UNESCO-Welterbes.
Nördlich davon steigen die Monti Alburni auf, ein Kalkmassiv voller Höhlen. Zwei davon sind touristisch erschlossen: die Grotte di Pertosa-Auletta, die einzigen Schauhöhlen Italiens, in denen man den Besuch mit einer kurzen Bootsfahrt auf einem unterirdischen Fluss beginnt, und die Grotte di Castelcivita, rund 4.800 Meter lang, davon etwa 1.200 Meter im touristischen Rundgang. Besichtigt wird nur mit Führung, je nach Route eine bis knapp zwei Stunden. Im Berginneren liegen die Temperaturen ganzjährig um 15 Grad, eine Jacke gehört auch im August dazu. Außerhalb des Sommers gibt es weniger Termine: Pertosa-Auletta ist von Oktober bis Februar montags geschlossen, Castelcivita führt von Dezember bis März nur nach Voranmeldung (Stand: September 2026).
Im mittleren Cilento lohnen drei Ziele, die selten in Reiseführern stehen. Roscigno Vecchia wurde Anfang des 20. Jahrhunderts wegen wiederkehrender Erdrutsche aufgegeben und steht seither fast unverändert: Dorfplatz mit Brunnen, Steinhäuser, Kirche, dazu ein kleines ethnografisches Museum. An den Gole del Calore bei Felitto lässt sich die Schlucht von oben erwandern oder unten mit dem Kanu befahren. Und in Morigerati tritt der Bussento nach mehreren Kilometern unter Tage wieder ans Licht; die WWF-Oase dort erschließt die Stelle mit einem Rundweg von rund drei Kilometern.
Anreise: Bahn, Auto, Sommerfähre, Bus
Mit der Bahn. Die Tyrrhenische Hauptstrecke Salerno–Reggio Calabria folgt der Küste und ist das Rückgrat jeder Cilento-Reise ohne Auto. Regionalzüge halten in Paestum (30 bis 40 Minuten ab Salerno, ab etwa 3,40 €), Agropoli-Castellabate (rund 40 Minuten, ab etwa 4 €), Casal Velino, Ascea (etwa eine Stunde, rund zwei Kilometer von Velia), Pisciotta-Palinuro (gut anderthalb Stunden, ab etwa 7 €) und Sapri (rund zwei Stunden, ab etwa 8 €); einzelne Fernzüge halten im Sommer ebenfalls in Pisciotta (Stand: September 2026). Der Haken ist die letzte Meile: Die Bahnhöfe liegen bei Agropoli am Stadtrand und bei Palinuro zehn Kilometer außerhalb.
Mit dem Auto. Von Salerno führt die mautfreie A2 nach Süden; für die Küste fährt man bei Battipaglia oder Eboli ab und wechselt auf die SS18 beziehungsweise die vierspurige Schnellstraße Cilentana, die parallel zur Küste bis Policastro läuft. Für das Vallo di Diano bleibt man auf der A2 bis Polla, Atena Lucana oder Padula. Richtwerte ab Salerno: Paestum knapp eine Stunde, Agropoli 45 bis 60 Minuten, Acciaroli 1,5 bis 2 Stunden, Palinuro gut zwei Stunden, Marina di Camerota 2 bis 2,5 Stunden. Hinweise zur Anmietung stehen unter Mietwagen, zur Stellplatzsuche unter Parken.
Mit dem Schiff. Im Sommer verbindet das Metrò del Mare Salerno mit der Cilento-Küste; die Saison 2026 ist inzwischen beendet. Sie lief mit Linie A1 von Montag bis Freitag zwischen dem 15. Juni und dem 4. September 2026 über Positano und Amalfi bis Agropoli, Linie A2 an Samstagen und Sonntagen vom 13. Juni bis 6. September nach Agropoli, San Marco di Castellabate und Acciaroli. Ab Salerno kostete die Fahrt 10,50 € nach Agropoli, 12 € nach San Marco und 13 € nach Acciaroli; ab dem 15. Juli 2026 ergänzten zwei Linien den Süden zwischen Agropoli und Sapri mit Halten in Palinuro und Marina di Camerota (Stand: September 2026). Die Schiffe fahren wetterabhängig, ein Plan B mit Zug oder Bus gehört zu jeder Tagesplanung. Überblick unter Fähren.
Mit dem Bus. Die Busitalia-Linie 34 fährt ab Piazza della Concordia in Salerno über Paestum und Agropoli bis Acciaroli. Dazu kommen im Sommer die auf die Züge abgestimmten Zubringer von Trenitalia: Der Cilento Link bringt Reisende von den Bahnhöfen Ascea und Pisciotta-Palinuro nach Velia, Pioppi, Acciaroli, Palinuro und Marina di Camerota, buchbar als Kombiticket mit der Bahnfahrkarte, Busfahrt allein ab 2,20 €. 2026 fuhr er vom 8. Juni bis 13. September, nach Casal Velino, Velia, Pioppi und Acciaroli nur vom 27. Juni bis 6. September; die Saison ist damit beendet (Stand: September 2026). Außerhalb der Saison wird das Netz sehr dünn, sonntags ohnehin.
Routen: ein Tag, drei Tage, eine Woche
Ein Tag ab Salerno oder der Amalfiküste
An einem Tag ist das Cilento nur im Norden sinnvoll zu fassen. Die klassische Runde ab Salerno: morgens mit dem Regionalzug nach Paestum, drei bis vier Stunden für Tempel und Museum, mittags Büffelmozzarella in einem Caseificio an der SS18, nachmittags eine Station weiter nach Agropoli für Borgo, Kastell und ein Bad, abends zurück. Mit Start in Amalfi oder Positano kommt die Fähre oder der Bus nach Salerno dazu, pro Richtung eine gute Stunde; dann bleibt realistisch nur Paestum. Alles südlich von Castellabate ist als Tagesausflug von der Amalfiküste aus nicht zu empfehlen: Für Palinuro liegt die reine Fahrzeit bei drei Stunden je Richtung.
Drei Tage: der Klassiker mit Standquartier
Drei Nächte in Agropoli, Santa Maria di Castellabate oder Paestum ergeben eine runde Sache. Tag 1: Paestum mit Ausgrabung, Museum und Caseificio, nachmittags Strand. Tag 2: Castellabate, vormittags das Bergdorf, mittags der Küstenweg von San Marco zur Punta Licosa mit Badepause, abends Fisch in Santa Maria. Tag 3: nach Wahl Velia mit anschließendem Strandtag in Marina di Ascea, oder ins Hinterland zu den Grotte di Castelcivita und nach Roscigno Vecchia. Ohne Auto lässt sich diese Variante im Sommer mit Bahn, Linie 34 und Cilento Link abbilden, außerhalb der Saison nicht.
Fünf bis sieben Tage: die ganze Küste plus Hinterland
Mit einer Woche lohnt es sich, zweimal Quartier zu nehmen: drei Nächte im Norden, drei bis vier im Süden. Der Norden wie oben; danach weiter nach Palinuro oder Marina di Camerota. Dort füllt sich das Programm von selbst: eine Bootstour zu den Grotten am Capo Palinuro, ein Tag am Sentiero degli Infreschi mit Cala Bianca und Baia degli Infreschi (hinwandern, mit dem Wassertaxi zurück), ein ruhiger Strandtag an den Mingardo-Stränden und ein Ausflug nach Scario oder in den Golf von Policastro. Praktische Hinweise zu Anbietern und Preisen stehen unter Bootstouren. Als Binnenetappe lässt sich die Certosa di Padula gut auf der Rückfahrt einbauen, da die A2 ohnehin daran vorbeiführt; dasselbe gilt für die Oase von Morigerati oder die Grotte di Pertosa-Auletta. Mit noch mehr Zeit lässt sich Maratea in der Basilikata anhängen.
Essen und Trinken im Cilento
Die Küche ist ärmer und dadurch klarer als die der Amalfiküste: viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Olivenöl, Ziege, wenig Fleisch, viel Fisch aus Küstennähe. Fünf Dinge, die man hier und kaum anderswo bekommt:
- Mozzarella di Bufala Campana DOP aus der Piana del Sele rund um Paestum, am besten am Tag der Herstellung und ungekühlt gegessen.
- Fico Bianco del Cilento DOP, die weiße Feige, getrocknet, oft mit Mandeln gefüllt oder in Schokolade: das typische Mitbringsel der Region.
- Alici di Menaica, Sardellen, die vor Marina di Pisciotta noch mit dem historischen Menaica-Netz gefangen und von Hand gesalzen werden; Slow-Food-Presidio und deutlich teurer als gewöhnliche Salzsardellen.
- Cacioricotta di capra cilentana, ein Ziegenkäse aus der einheimischen Rasse, jung als Frischkäse, gereift über die Pasta gerieben, ebenfalls Slow-Food-Presidio.
- Cilento DOC: Rotwein überwiegend aus Aglianico, Weißwein aus Fiano, das hier traditionell Santa Sofia heißt. Die Weingüter sind klein und liegen meist im Hinterland.
Dazu handgedrehte fusilli und cavatelli, Kichererbsen- und Bohnengerichte aus den Bergdörfern und die frittura di paranza am Hafen. Preislich liegt ein Pastateller meist bei 9 bis 13 €, ein Fischhauptgericht bei 14 bis 22 € (Stand: September 2026). Der Zusammenhang mit der Mittelmeerdiät ist hier kein Marketing, sondern Ortsgeschichte: Pollica gehört zu den Emblem-Gemeinden des UNESCO-Kulturerbes. Eine Übersicht über die Küche der gesamten Region steht unter Essen und Trinken.
Praxis: Reisezeit, Unterkunft, Strände, Parken
Reisezeit. Die Badesaison läuft von Ende Mai bis Anfang Oktober, die angenehmsten Wochen sind Juni und September: warmes Wasser, geöffnete Lidos und Bootsanbieter, freie Parkplätze, Tische ohne Reservierung. Der August ist die vollste und teuerste Zeit, mit Ferragosto als Spitze; dafür laufen dann sämtliche Patronatsfeste, viele davon mit Bootsprozession und Feuerwerk über dem Meer. April, Mai und Oktober eignen sich für Paestum, Velia, Wanderungen und das Hinterland, nicht fürs Baden. Von November bis Ostern ist die Küste weitgehend geschlossen: In Palinuro und Marina di Camerota ruht dann fast alles, während Agropoli und Paestum als ganzjährig bewohnte Orte weiterfunktionieren. Eine Monatsübersicht für die ganze Region steht unter Beste Reisezeit.
Unterkunft. Große Hotelketten und Luxushäuser fehlen fast vollständig. Das Angebot besteht aus Ferienwohnungen, Bed and Breakfasts, Drei-Sterne-Häusern, Agriturismi im Hinterland und, besonders zwischen Palinuro und Marina di Camerota, einer sehr großen Zahl von Campingplätzen und Villaggi unter Pinien und Olivenbäumen. Im Juli und August verkaufen viele Betriebe nur Wochenpauschalen mit Anreise am Samstag, teils mit Halbpension; Einzelnächte sind dann schwer zu bekommen. Mehr Flexibilität bieten Juni und September.
Strände und Parken. Anders als an der Amalfiküste gibt es fast überall breite freie Abschnitte neben den kostenpflichtigen Lidos; man braucht also nicht zwangsläufig eine Liege zu mieten. Parken ist einfacher als an der Amalfiküste, aber im August trotzdem knapp: Meeresnahe Zonen sind von Ende Mai bis September gebührenpflichtig, Tagespauschalen liegen je nach Ort zwischen etwa 3 und 10 € (Stand: September 2026), und nach zehn Uhr wird es an beliebten Stränden eng. Für die berühmten Buchten im Süden gilt ohnehin: Zu vielen führt gar keine Straße.
Häufige Fragen zum Cilento
- Wo liegt das Cilento und wie groß ist es?
Das Cilento ist der südliche Teil der Provinz Salerno und beginnt rund 40 Kilometer südlich der Stadt hinter der Sele-Ebene. Der Nationalpark Cilento, Vallo di Diano und Alburni umfasst etwa 181.000 Hektar in achtzig Gemeinden und reicht vom Meer bis auf knapp 1.900 Meter am Monte Cervati. Die Küste misst rund hundert Kilometer bis zum Golf von Policastro.
- Lohnt sich das Cilento als Tagesausflug von der Amalfiküste?
Nur der Nordteil. Paestum ist ab Salerno per Regionalzug in 30 bis 40 Minuten erreichbar und als Tagesziel gut machbar, Agropoli eine Station weiter ebenfalls. Ab Acciaroli südwärts wird die Fahrzeit zu lang: Für Palinuro liegt sie ab der Amalfiküste bei rund drei Stunden je Richtung. Der Süden lohnt sich erst ab drei Nächten vor Ort.
- Braucht man im Cilento ein Auto?
Für Paestum, Agropoli und mit Abstrichen Castellabate nicht: Die Bahnlinie Salerno–Sapri und im Sommer die Zubringerbusse reichen aus. Für alles andere, also Bergdörfer, Velia, die Alburni-Höhlen, die Certosa di Padula und die Strände zwischen Palinuro und Marina di Camerota, ist ein Auto praktisch Voraussetzung. Außerhalb der Sommermonate gilt das auch für die Küstenorte im Süden.
- Cilento oder Amalfiküste — was passt für wen?
Die Amalfiküste bietet die berühmten Dörfer, die dramatische Kulisse und die dichtere Gastronomie, dafür kleine Kiesstrände, Gedränge und hohe Preise. Das Cilento bietet lange Sandstrände mit flachem Einstieg, deutlich niedrigere Preise, mehr Platz und einen Nationalpark im Rücken, dafür längere Wege und weniger Glanz. Familien mit kleinen Kindern und Reisende mit Auto sind im Cilento oft besser aufgehoben.
- Wann ist die beste Reisezeit für das Cilento?
Juni und September für einen Badeurlaub: warmes Wasser, geöffnete Strandbäder und Bootsanbieter, aber ohne den Andrang des August. April, Mai und Oktober eignen sich für Paestum, Velia, das Hinterland und Wanderungen. Von November bis Ostern sind an der Küste viele Restaurants, Lidos und Unterkünfte geschlossen.


