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Geschichte

Neapolitanische Musik an der Küste

‚O sole mio‘, ‚Funiculì funiculà‘, ‚Torna a Surriento‘ — die berühmtesten italienischen Lieder stammen aus diesem Landstrich. Wo sie entstanden und warum sie bis heute weiterleben.

5 Min. LesezeitAktualisiert 5. Mai 2026

Die canzone napoletana ist im 19. Jahrhundert in Neapel entstanden — als bürgerliche Liedform mit volkstümlichen Wurzeln, gesungen auf Neapolitanisch, begleitet von Gitarre und Mandoline. Im engen Umfeld des Golfs von Neapel und der angrenzenden Halbinseln erlebte sie zwischen 1880 und 1930 ihre große Zeit.

Drei Lieder, drei Orte

Funiculì funiculà entstand 1880 zur Einweihung der Standseilbahn auf den Vesuv — Text von Peppino Turco, Musik von Luigi Denza. 'O sole mio wurde 1898 von Eduardo di Capua komponiert, der Text stammt von Giovanni Capurro. Torna a Surriento schrieben die Brüder Ernesto und Giambattista de Curtis 1902 in Sorrent — angeblich anlässlich des Besuchs des italienischen Premierministers Zanardelli, dem die Sorrentiner ein neues Postamt abringen wollten.

Warum es lebt

Die canzone napoletana ist nie ganz Folklore und nie ganz Pop. Sie wurde von Caruso und Pavarotti gesungen, von Elvis Presley adaptiert (It's Now or Never nach 'O sole mio) und ist in jeder italienischen Restaurantnacht vom Reno bis nach Toronto präsent. In Sorrent und an der Amalfiküste hört man sie an Sommerabenden noch live — mal kitschig, mal überraschend gut.